Das 100. Spiel in der Trainerlaufbahn von Manuel Baum bescherte dessen Tochter nicht nur ein Pferd, sondern dem FC Augsburg auch eine schwere Aufgabe bei Eintracht Frankfurt. Zwar verlor die SGE zuvor 6:0 gegen RB Leipzig und unter der Woche mit 2:1 beim FC Barcelona, dennoch gingen die Gastgeber leicht favorisiert in das Duell, das sie am Ende knapp gewann. 5 Erkenntnisse der Partie:
1. Never change a winning team
Vergangene Woche konnte sich der FC Augsburg über den lange ersehnten Befreiungsschlag freuen – und das ausgerechnet gegen Bayer Leverkusen. Warum also etwas an der Aufstellung und Ausrichtung ändern, dachte sich so mancher Fan und offenbar auch Manuel Baum, der dieselbe Elf wie in der Vorwoche ins Rennen schickte. Das bedeutete, dass Anton Kade erneut als Stürmer auflief und Keven Schlotterbeck weiter die Kapitänsbinde trug. Für Alexis Claude-Maurice war es wieder mal ein gebrauchter Nachmittag. Der Topscorer der Vorsaison kann einfach nicht an seine starken Leistungen der letzten Spielzeit anknüpfen.
2. Die Defensive steht
Kassierte der FC Augsburg unter Sandro Wagner regelmäßig schon mehrere Tore in der ersten Halbzeit, hat Manuel Baum dieses Problem mit einer defensiveren Herangehensweise direkt behoben. In der ersten Halbzeit kamen die Gäste defensiv kaum in Verlegenheit, was allerdings auch zu Lasten der Offensive ging. Zwar erzielte Matsima bereits in der 2. Minute die vermeintliche Führung, aufgrund einer Abseitsstellung bei der Flanke, zählte der Treffer jedoch nicht. Danach versuchte man hauptsächlich über Konter, den Frankfurtern gefährlich zu werden. Außer einigen Ecken sprang aber nicht sonderlich viel dabei heraus.
3. Ohne Matsima gegen Werder Bremen
Chrislain Matsima ist in dieser Saison eine der defensiven Stützen der Augsburger Hintermannschaft. Gerade ohne den verletzten Jeffrey Gouweleeuw kann die Augsburger Innenverteidigung kaum auf den französischen U-21-Nationalspieler verzichten. Im letzten Spiel des Jahres werden sie es dennoch müssen. Matsima leistete sich in der 55. Minute, als er bei einem Frankfurter Einwurf den Ball wegspielte, eine unnötige Disziplinlosigkeit, die der Schiedsrichter vollkommen zurecht mit Gelb ahndete. Es sollte seine fünfte Gelbe Karte der laufenden Saison gewesen sein. Damit verabschiedet sich Matsima eine Woche früher als geplant in die Winterpause. Bitter für ihn: In der Folge fälschte er auch noch den Schuss von Ritsu Doan unhaltbar für Finn Dahmen ins Tor ab. Der FCA wird gegen Bremen dann wohl auf Cedric Zesiger setzen, der bis dato eine eher unglückliche Saison spielt. In seinen beiden Startelfeinsätzen schoss er jeweils ein Eigentor.
4. Augsburg bleibt nach Rückstand harm- und torlos
Keine Frage, Ritsu Doan setzte sich vor dem 1:0 stark im Strafraum der Augsburger durch, hatte dann aber das Glück des Tüchtigen, dass der Ball, abgefälscht von Matsima, den Weg ins Tor fand. Der FC Augsburg verteidigte bis zu dieser Szene konsequent, musste mit dem Rückstand dann aber mehr ins Risiko gehen. Baum wechselte zudem noch Ismael Gharbi sowie Samuel Essende ein, dennoch blieben die Augsburger in ihren Offensivbemühungen weiter harmlos. Nach Rückstand holte der FCA in dieser Saison noch keinen einzigen Punkt. Es änderte sich auch gegen die Frankfurter Eintracht nicht.
5. Der FC Augsburg im VAR-Pech
Zwei Treffer erzielte der FC Augsburg an diesem Samstagnachmittag, genauso viele wie in der Vorwoche. Einziges Problem: Keins der beiden Tore hielt der Überprüfung durch den VAR stand. Kurz nach Spielbeginn nahm er zunächst das Tor von Matsima zurück und kurz vor Spielende auch noch den vermeintlichen Ausgleich des anderen Innenverteidigers Noahkai Banks. Unglücklich aus Sicht des FCA, beide Entscheidungen waren jedoch korrekt.
Insgesamt muss sich der FC Augsburg keinen großen Vorwurf gefallen lassen, außer den, nicht genug Durchschlagskraft nach vorne entwickelt zu haben. Das Spielglück lag an diesem Nachmittag mehr auf Seiten der Gastgeber. In der kommenden Woche steht das letzte Heimspiel des Jahres an, vor heimischem Publikum gegen Werder Bremen. Anpfiff: 15:30 Uhr.
Lesen Sie auch: Anton Kade: Der neue Stürmer







