Start News Warum Alexander Oblinger mit 34 zu den Augsburger Panthern zurückkehrte

Warum Alexander Oblinger mit 34 zu den Augsburger Panthern zurückkehrte

Alexander Oblinger im Dress der Augsburger Panther. Foto: Sport in Augsburg

Am Freitag, den 15. September, endete für die Augsburger Eishockey Panther die lange Sommerpause und die neue Saison begann beim Auswärtsspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg. Dort war zum ersten Mal auch Alexander „Obi“ Oblinger in einem Pflichtspiel auf dem Eis dabei.

Noch vor Saisonbeginn führten wir ein Interview mit dem Neuzugang der Augsburger Panther.

Dem geneigten Panther-Fan ist der Name Oblinger natürlich sofort ein Begriff, dabei waren wahrscheinlich schon sehr viele Augsburger zu Gast bei den Oblingers, denn der beliebte Biergarten Luginsland und das Hotel Fischertor war die Kinderstube von Oblinger. Da der Vater ein großer Fan der Augsburger Panther war, residierten auch nicht selten Eishockeyspieler im Fischertor und so ergab sich für den jungen Alexander unwillkürlich eine Faszination für den schnellsten Mannschaftssport der Welt. Bereits mit dreieinhalb Jahren ging es ab in die Laufschule und die Begeisterung stieg von Jahr zu Jahr.

Panther-Fan schon als Kind

„Als sieben-, achtjähriger Bub, durfte ich dann einmal in der Woche länger aufbleiben, um die Panther auf dem Eis spielen zu sehen, das hat mich natürlich auch geprägt und es gab immer den Wunsch, hier im Curt-Frenzel-Stadion für Augsburg aufzulaufen“, so Oblinger, der von allen Obi genannt wird: „Der Spitzname kam damals wirklich von dem Blockbuster ‚Krieg der Sterne‘, in Mannheim wurde ich dann auch eine Zeit lang Obi Wan genannt.“

Vor Mannheim ging es für das junge Eishockey-Talent mit 13 Jahren aber erst in die Bundeshauptstadt ins Eishockey-Internat nach Berlin, wo sich der Stürmer bestens weiterentwickelte. Es folgte eine Profi-Karriere mit Meistertiteln 2009 in Berlin und 2014 in Ingolstadt. Auch für den DEB kam Oblinger zum Einsatz und wurde zuletzt 2019 für den Deutschland Cup nominiert.

Jetzt läuft Oblinger endlich im Trikot der Augsburger Panther auf, was er gerne schon früher gemacht hätte, sich aber nie ergeben habe, denn in der Sommerpause, oder wenn es möglich war, ging es immer gleich zurück in die Heimat. In Göggingen fiel dann auch das Ja-Wort für die Angebetete und – wie konnte es anders sein – auch hier hatte der Eishockey-Gott seine Finger im Spiel. Oblinger heiratete die Tochter von Siegfried Holzheu, der viele Jahre erfolgreich als Stürmer für den AEV die Schlittschuhe schnürte.

Oblinger endlich im Pantherdress: „Das ist ein tolles Gefühl.“

„Das ist ein tolles Gefühl. Früher war ich immer nur auf bestimmte Zeit in Augsburg, dann ging die Saison wieder los und ich musste immer weg, das fing ja schon mit 13 Jahren an. Jetzt habe ich die Familie um mich, zuvor hatten wir noch eine Wohnung in der Hammerschmiede und jetzt leben wir mit unserer fast vierjährigen Tochter in der Firnhaberau, gehen oft ins Fribbe. In der Firnhaberau hatte ich auch viel Zeit in meiner Kindheit verbracht“, erzählt Alexander Oblinger.

Der erste Test lief für die Augsburger Panther beim Dolomitencup nicht wirklich optimal. „Wir hatten zwei sehr gute Gegner, Top-Mannschaften in Europa, die jeweils Mitfavoriten in ihrem Land sind. Wir haben uns viel vorgenommen, es hat aber nicht alles geklappt. Gerne hätten wir gewonnen oder mehr Tore geschossen, das hat nicht funktioniert. Das erste Spiel war wild. Wir hatten wenig Kontrolle, sind noch kreuz und quer gelaufen. Im Vergleich vom zweiten zum ersten Spiel haben wir schon einen Schritt nach vorne gemacht, vor allem in der defensiven Zone. Das ist wichtig, um konstant erfolgreich Eishockey zu spielen. Der Grundbaustein ist, je besser du hinten stehst, umso mehr wirst du auch vorne kreieren. Mit den vielen neuen Spielern ist es auch schwerer, gerade gegen Top-Mannschaften. Das zweite Spiel, daran müssen wir anknüpfen. Wenn wir immer besser werden in der eigenen und in der neutralen Zone, Scheiben erarbeiten und den Gegner zu Fehlern zwingen, dann werden wir auch Tore schießen und Spiele gewinnen.

Beim zweiten Spiel im Dolomitencup war der Gegner im zweiten Drittel schon ganz schön angefressen, das hatten sie sich anders vorgestellt, und wenn man dann noch ein, zwei Tore macht, dann ist man im Spiel drin. Es wird wichtig, dass wir da weitermachen und es ist ein Lernprozess, vor allem wenn so viele neue Spieler zusammenkommen. Wir müssen uns in allen Zonen verbessern, offensiv und defensiv, um dann in einem Monat – wenn es um die Punkte geht – bereit zu sein und das erste Spiel gegen Wolfsburg zu gewinnen“, so Oblinger, der auf die Frage nach dem Teamspirit antwortet: „Ich bin gar kein Freund davon, nach den paar Wochen, die wir zusammen sind, zu erzählen, dass der Teamspirit gut ist. Teamspirit zeigt sich, wenn es ernst wird, wenn man die ersten Niederlagen kassiert, ob man auseinanderfällt – aber auch mit den Siegen, wenn man eine Serie hat, ob man weiter hungrig bleibt oder alle komfortabel werden. Wir haben jetzt Spaß zusammen und das ist auch wichtig, aber wir müssen uns weiter verbessern, uns vorbereiten. Wenn es dann um Punkte geht, müssen wir zeigen, dass wir Teamspirit haben.“

„Christof ist ein harter, akribischer Trainer“

Auf die Frage zum neuen Trainer Christof Kreutzer antwortet Alexander Oblinger: „Christof ist ein harter, akribischer Trainer, der auch hart trainieren lässt – wir werden auf jeden Fall fit sein. Es ist klar, dass wir als Mannschaft härter arbeiten müssen, um auch gegen potenziell bessere Mannschaften Punkte zu holen. Da müssen wir andere Möglichkeiten finden, um den Gegner zu schlagen. Das lebt auch Christof vor“, und ergänzt zur eigenen Fitness: „Ich weiß, dass ich in einem Alter bin, wo man als Eishockeyprofi als alt gilt. Aber ich weiß, dass ich im Fitnessbereich nicht meinem Alter entspreche und topfit bin. Solange ich das gut machen kann, will ich Eishockey spielen, mit 100 Prozent Hingabe. Teil einer Eishockeymannschaft zu sein ist etwas ganz besonders, egal ob es das dumme Geschwätz in der Früh ist, oder sich zweimal am Wochenende mit einem Gegner zu messen. Solange es so viel Spaß macht, denke ich nicht ans Aufhören. T.J. ist mit 39 Jahren einer der Fittesten, da muss man mehr investieren, Extra-Stunden einlegen und das macht er auch.“

„Als ich mit 13 Jahren weg bin, war das Stadion noch offen. Ich habe ja immer jedes Jahr hier gespielt und es war toll zu sehen, wie sich hier alles weiterentwickelt hat. Mein Heimatverein, wo ich meine ersten Schritte gemacht habe, war immer etwas Besonderes. Die Stimmung ist immer unfassbar gut. Deshalb bin ich umso glücklicher, hier zu sein. Hier ist es etwas familiärer, man ist mehr füreinander da – rückt hier enger zusammen, es macht im Moment echt Spaß und ich freue mich sehr, wenn es endlich losgeht und ich zum ersten Mal für die Augsburger Panther in der DEL auf das Eis darf.“ Thorsten Franzisi

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