Interview mit Helmut Wiedemann, dem Spitzenkandidaten von „Wir sind Augsburg“ im Kommunalwahlkampf 2026.

AUGSBURG JOURNAL: Herr Wiedemann, viele kennen Sie als Winterland-Macher und Event-Organisator, nicht als Politiker. Was hat in den vergangenen Jahren in Augsburg so sehr beschäftigt, dass Sie jetzt sagen: ‚Okay, dann mache ich es eben selbst?‘

Helmut Wiedemann: Ich habe erlebt, wie oft gute Ideen in Augsburg an endlosen Diskussionen oder Bürokratie scheitern. Als Veranstalter musste ich lernen, Probleme pragmatisch zu lösen – nicht monatelang zu vertagen. Mich hat beschäftigt, dass Augsburg viel Potenzial hat, aber zu oft im Papierstapel steckenbleibt. Irgendwann dachte ich: Wenn ich immer nur zuschaue, wie Chancen vertan werden, dann muss ich selbst Verantwortung übernehmen. Politik darf nicht nur reden, sie muss machen – und genau das bringe ich mit. In der Politik habe ich außerdem zu oft erlebt, dass Versprechen gemacht, aber nicht umgesetzt werden – gerade beim Thema Wohnungsnot. Also habe ich für mich entschieden: Anstatt mich weiter zu ärgern, bringe ich meine Erfahrung als Macher direkt in den Stadtrat ein.

Ein Ziel: Mehr günstigen Parkraum, mehr Veranstaltungen, weniger Leerstand

AJ: Wenn Sie an Augsburg als Lebens- und Arbeitsort denken: Nennen Sie drei ganz konkrete Dinge, die Sie in einer Amtszeit wirklich sichtbar verändern wollen – und was davon würden die Leute zuerst im Alltag spüren?

Helmut Wiedemann: 1. Innenstadt beleben: Mehr günstigen Parkraum, mehr Veranstaltungen, weniger Leerstand – die Menschen sollen wieder Lust haben, in die Stadt zu gehen. 2. Schnellere Genehmigungen: Ob für Unternehmen, Vereine oder Bürger – Entscheidungen müssen in Wochen fallen, nicht in Jahren. 3. Saubere, sichere Stadt: Von Müll bis Beleuchtungen – kleine Dinge machen den Alltag sofort spürbar besser. Das Erste, was die Leute merken würden, ist: Es bewegt sich endlich etwas. Wenn ein Café eröffnen will, geht das schneller. Wenn ein Verein ein Fest plant, bekommt er unkompliziert grünes Licht. Augsburg soll wieder spürbar lebendig und unkompliziert werden!

Helmut Wiedemann, hier beim Aufbau seines Winterlands vor der CityGalerie, will in Zukunft auch in der Politik mit anpacken.
Helmut Wiedemann, hier beim Aufbau seines Winterlands vor der CityGalerie, will in Zukunft auch in der Politik mit anpacken.

AJ: Sie kennen Feste, Innenstadt und Publikum wie wenige andere. Was erzählen Ihnen Ihre Gäste über Augsburg, wenn das zweite Bier getrunken ist – und welche dieser Sorgen nehmen Sie mit an den Ratstisch?

Helmut Wiedemann: Nach dem zweiten Bier sind die Leute ehrlich: Sie lieben Augsburg, aber sie ärgern sich über zu viel Bürokratie, zu wenig Mut und manchmal auch über eine Innenstadt, die abends zu früh einschläft. Viele sagen: Warum geht hier nicht mehr? Diese Sorgen nehme ich mit – weil sie zeigen, dass die Menschen sich mehr Leben, mehr Tempo und mehr Vertrauen von der Stadt wünschen.

Helmut Wiedemann: Augsburg als Person ist herzlich, traditionsbewusst und bodenständig

AJ: WSA steht für ‚Wir sind Augsburg‘ – wenn Sie sich Augsburg als Person vorstellen: Welche Eigenschaften gefallen Ihnen an dieser ‚Person‘, und wo würden Sie ihr auch mal klar die Meinung sagen?

Helmut Wiedemann: Augsburg als Person ist herzlich, traditionsbewusst und bodenständig – das gefällt mir. Aber manchmal ist man auch zu vorsichtig, zu zögerlich, fast ängstlich, wenn es um Neues geht. Da würde ich klar sagen: „Trau dich mehr!“ Augsburg darf stolz auf seine Geschichte sein, aber es muss auch mutig in die Zukunft gehen.

Als Bauträger oder Unternehmer habe ich erlebt, wie Genehmigungen für Bauprojekte Jahre dauern

AJ: Augsburg ist eine Stadt der kurzen Wege, aber oft auch der langen Entscheidungswege. Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, bei dem Sie sich als Unternehmer an der Stadtverwaltung aufgerieben haben – und wie würden Sie denselben Vorgang als Stadtrat anders organisieren?

Helmut Wiedemann: Als Bauträger oder Unternehmer habe ich erlebt, wie Genehmigungen für Bauprojekte Jahre dauern – während die Menschen dringend Wohnungen brauchen oder die Innenstadt belebt werden muss. Ich habe mich gefragt: Warum dauert das so lange? Als Stadtrat würde ich klare Fristen einführen und das geltende Baurecht im Sinne des Bauherren voll ausschöpfen. Letzteres wird in Augsburg nicht gemacht und als Antragsteller empfindet man die Entscheidungen oft als Willkür. Genehmigungen beschleunigen und Bauträger mit einbinden heißt aber auch, die Verwaltung zu stärken und ausreichend Personal zu stellen. Wir brauchen Verlässlichkeit und Vertrauen – damit Augsburg zeigt, dass es nicht nur kurze Wege hat, sondern auch kurze Entscheidungswege.

Kurzum: Ich bin der Praktiker, der Macher, der Problemlöser.

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