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Dienstag, 13. Januar 2026

Wucher-Steuer auf Schnaps und Bier?

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In Deutschland wird zu viel gebechert, weil der Alkohol hier verhältnismäßig billig zu bekommen ist. So sehen es mehrere Gesundheitspolitiker in Berlin und fordern, im Sinne einer verbesserten Gesundheit die Steuer auf alkoholische Getränke zu erhöhen. Wenig verwunderlich, dass Betroffene aus der Region wenig von einer derartigen Maßnahme halten.

Aus Sicht des Bierbrauers wäre es aus Fairness- oder Gleichbehandlungsgründen an der Zeit, eine Steuer auf den Alkohol im Wein zu erheben. Denn anders als im Falle von Schnaps, Schampus oder Bier gibt es auf Wein nach wie vor keine Steuer – zumindest was den enthaltenen Alkohol anbelangt. Für Leopold Schwarz, Chef von Schwarzbräu in Zusmarshausen, ist die Sache eigentlich klar – soweit man überhaupt etwas ändern will.

Inwieweit man mit einer möglichen künftigen Erhöhung eine Lenkungswirkung werde erzielen können, hänge stark vom Umfang einer Steuererhöhung ab. Aber auch in Sachen „Lenkungswirkung“ sieht Schwarz große Fragezeichen. Wie wolle die Politik glaubwürdig eine Steuererhöhung auf Alkohol erklären, wo man doch erst im vergangenen Jahr beim Cannabis-Konsum deutliche Erleichterungen geschaffen habe.

In Deutschland wird immer weniger Alkohol getrunken

Auch generell bezweifelt Schwarz, dass höhere Preise für Bier oder Schnaps via Steuererhöhung viel Veränderung nach sich zögen. Ganz allgemein werde in Deutschland immer weniger Alkohol getrunken, verweist der Brauer auf entsprechende Statistiken, und es müssten weniger Menschen wegen des Konsums von Alkohol von Ärzten behandelt werden. Jene Menschen aber, die ihren Schnaps, ihr Bier, ihren Wein trinken wollen, würden erfahrungsgemäß auf andere Bezugsquellen ausweichen, also beispielsweise jenseits der deutschen Grenzen einkaufen.

Zum jetzigen Zeitpunkt das vollkommen Falsche, sagt Sebastian Priller, Junior der Augsburger Brauerei Riegele, über entsprechende Steuer-Meldungen, die derzeit kursieren. Zum Ersten, so der Bier-Sommelier, gebe es keinen Anlass für eine Steuererhöhung auf alkoholische Getränke, nachdem deren Konsum seit Jahren sowieso abnehme. Zum Zweiten würde es sich um eine zusätzliche Belastung für die betroffenen Betriebe handeln, die ehedem mit Schwierigkeiten – siehe vorher – zu kämpfen hätten.

Und zum Dritten müssten die Brauereien, Brennereien etc. entsprechende Steuern an die Endverbraucher weiterreichen, die sowieso schon unter vielen Belastungen litten. Derartige Maßnahmen wie eine Erhöhung der Steuern auf Alkohol oder eine neue Steuer auf Zucker seien der falsche Weg, so Priller. Deutschland brauche statt zusätzlicher komplizierter Vorschriften viel mehr einen Abbau von ausufernder Bürokratie und von zusätzlichen Hemmnissen.

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