Erstes Endspiel vergeigt

FC Augsburg: bekommt von der Hertha eine kalte Dusche

Für Marco Richter war die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte eine gelungene. Mit Hertha BSC gewann der ehemalige Augsburger auch dank seiner Vorlage mit 1:0. Anders als in der Hinrunde retteten die Hauptstädter ihre 1:0-Führung dieses Mal über die Zeit und verschaffen sich so Luft im Abstiegskampf. Aber von Anfang an …
Der FC Augsburg versteckte sich nicht, ging von Beginn an früh drauf und erspielte sich so gleich die erste Chance (2. Minute). Mads Pedersen gewann am gegnerischen Strafraum die Kugel und legte direkt quer auf Michael Gregoritsch, dessen gefühlvoller Abschluss allerdings knapp rechts am Gehäuse vorbeirauschte.
Die Hertha tat sich schwer, ins Spiel zu kommen und erlaubte sich immer wieder einfache Ballverluste, welche die Augsburger Offensivbemühungen befeuerten.
So auch in der 11. Minute, als sich Robert Gumny auf der rechten Seite stark gegen drei Gegenspieler durchsetzte und der Ball zu Arne Maier gelangte. Dieser flankte in die Mitte, wo er Alfred Finnbogason etwas überraschte und deshalb den Ball nicht mehr platziert aufs Tor bringen konnte – kein Problem für Marcel Lotka. Kurzer Schockmoment in der 16. Minute: Niklas Dorsch und Santiago Ascacibar rauschten mit den Köpfen aneinander und mussten mehrere Minuten behandelt werden. Zum Glück konnten beide weiterspielen. Nach 20 Minuten fand die Elf von Felix Magath etwas besser rein und kam durch Peter Pekarik und Suat Serdar zu ersten Gelegenheiten.
Bis zur Pause war das Spiel von da an ausgeglichen, wirklich große Chancen vor allem aus dem Spiel kamen aber nicht mehr zustande. Allerdings schoss Gregoritsch einen Freistoß aus rund 30 Metern und zentraler Position nur überaus knapp über das Berliner Tor.
Deutlich frischer und energischer kamen die Berliner aus der Kabine, pressten die Augsburger früh und belohnten sich direkt mit der 1:0 Führung in der 49. Minute. Serdar war der Torschütze, der nach einer schnellen Kombination über Davie Selke und Richter sehenswert per Hacke durch die Beine Rafal Gikiewicz einschob.
Eine kalte Dusche, welche die Gastgeber wachrüttelte. Diese liefen nun wütende Angriffe, eine weitere aussichtsreiche Möglichkeit vergab wieder Gregoritsch, der einen Kopfball aus kurzer Distanz an die obere Kante der Latte platzierte.
Die Hertha zog sich in der Folge vermehrt zurück und beschränkte sich vorrangig aufs Verteidigen, setzte vorne aber immer wieder Nadelstiche. Coach Markus Weinzierl reagierte und brachte Ricardo Pepi sowie Ruben Vargas für Finnbogason und Pedersen. Diese sorgten jedoch nicht für den gewünschten Effekt, die Augsburger kamen nur noch durch Iago zu einer weiteren guten Gelegenheit (77.). Dieser drosch aus spitzem Winkel allerdings über das Tor. Da die Gäste weiter wenig zuließen, stand am Ende zwar ein knapper, aber durchaus verdienter Sieg für die Hertha aus Berlin fest.
Augsburgs Wortführer Gikiewicz beschwerte sich nach Schlusspfiff über eine „viel zu billige Niederlage zu Hause – wir können uns nur bei den Fans entschuldigen.“ Nicht ganz so dramatisch sah es Weinzierl, der schon im Vorfeld das Wort Endspiel vermieden hatte und mit den ausgelassenen Chancen haderte.
Durch die Niederlage verbleibt der FCA bei 32 Punkten und verpasste es, den Abstiegskampf vorzeitig komplett zu beenden. Am kommenden Sonntag bietet sich die nächste Chance im Auswärtsspiel beim VfL Bochum.

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