Elbphilharmonie_Berliner Stadtschloss
Die Hamburger Elbphilharmonie kostete etwa 800 Millionen, das Berliner Stadtschloiss 700 Millionen Euro. Fotos: Hamburg Marketing/Gesellschaft Berliner Schloss e.V.

Bayerns Staatsregierung hat entschieden: Das Augsburger Uniklinik-Projekt wird neu gebaut. Das ist eine großartige Entscheidung für Augsburg und die Region. Denn von dem Mega-Projekt profitieren viele:

Die Patienten erhalten nach Fertigstellung in 15 bis 20 Jahren ein Umfeld für medizinische Top-Versorgung mit Hightech-Ausstattung und den besten Ärzten, die sicher gerne in so einer Super-Klinik arbeiten werden.

Die Universität wird mit Klinik und den Lehrgebäuden, die bereits entstehen, ein herausragender bayerischer Lern- und Forschungsort. Schon heute, vier Jahre nach dem Start der Uniklinik, gibt es in Augsburg 800 Medizinstudenten. Da ist es zum Zwischenziel 1500, die von 100 Professoren unterrichtet werden, nicht mehr weit.

Das Augsburger Uniklinik-Projekt wird auch Haus- und Immobilienbesitzer im Umfeld der Klinik im Augsburger Westen, in Neusäss und Stadtbergen, erfreuen. Denn eine steigende Nachfrage nach Wohn- und Bürogebäuden wird auch anziehende Quadratmeterpreise auslösen.

Das Gebäude der Augsburger Uniklinik ist 40 Jahre alt.

Und: Die regionale Wirtschaft wird einer außerordentlichen Auftrags- und Geldregen erleben. Denn die neue Uniklinik, die westlich vom bestehenden Hauptgebäude entsteht, wird das teuerste Bauprojekt der Augsburger Geschichte.

Erste interne Kosternschätzungen für das Augsburger Uniklinik-Projekt liegen bei etwa zwei Milliarden Euro Baukosten – obwohl bislang keinerlei Details über die Projektgröße oder dem Umgang mit den bisherigen Klinikgebäuden bekannt sind. Bei Großprojekten dieser Art sind zudem die Kostensteigerungen erfahrungsgemäß exorbitant.

Damit wird das irre Augsburger Uniklinik-Projekt teurer als die Hamburger Elbphilharmonie („Elphi“ – Kosten: 800 Millionen Euro) und das Berliner Stadtschloss (Kosten etwa 700 Millionen Euro) zusammen.

Bisherige Augsburger Großprojekte wie der Bahnhofsumbau (etwa 250 Millionen Euro) oder die Theatersanierung (mindestens 320 Millionen Euro – höchstwahrscheinlich deutlich mehr) sind im Vergleich zum Augsburger Uniklinik-Projekt günstig.

Markus Söder in Augsburg
Hochschulpräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Gordon Thomas Rohrmair, Ministerpräsident Markus Söder und OB Eva Weber beim Semester-Opening der Technischen Hochschule Augsburg. Hinter Söder Minister Markus Blume (von links).

Die Bayerische Staatsregierung entschied trotzdem für einen Neubau der Uniklinik. Eine Generalsanierung des 40 Jahre alten Augsburger Klinikums hätte bis zu 30 Jahre gedauert. „Uns ist das zu lang und zu teuer“, sagte Regierungschef Markus Söder. Augsburg habe nun eine Riesenchance, in der absoluten Topliga der Medizinentwicklungen zu spielen. Sein zuständiger Staatsminister Markus Blume begründete en Neubau mit der großen Hoffnung auf weniger Belastungen für Patienten, Personal und Besucher, geringere Bau- und Terminrisiken, moderne Strukturen und mehr Klimaschutz.

Der Neubau passt auch zu den Visionen des neuen Ärztlichen Direktors der Augsburger Uniklinik, Klaus Marstaller. Er sieht die Zukunft des Krankenhauses als Medizinpark Augsburg: „Was mit dem Wort Medizinpark gemeint ist: Wir müssen wegkommen von diesem Gedanken, der sich in dem Begriff „Krankenhaus“ wiederfindet. Ein Krankenhaus ist ein Haus für Kranke und es suggeriert, dass jeder, der in diesem Haus ist, irgendwie eben krank ist. Und jeder, der draußen ist, ist gesund. Diese Denkweise kommt noch aus einer Zeit, vor allem mit Infektionskrankheiten, wo man eben Kranke absondern wollte.“ Das Augsburger Uniklinik-Projekt kann starten.

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