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Nach Negativ-Rekord auf der afa teilen die Veranstalter aus – das sagen die „Beschuldigten“

Stefan Winterstetter

Das schöne Wetter habe die Menschen von einem Messebesuch abgelenkt, ebenso die große Demo gegen Rechts auf dem Rathausplatz. Und dann auch noch die fehlende Unterstützung von Partnern wie den Landkreisen oder den Wirtschaftsverbänden. Den Veranstaltern des Messetrios aus Augsburger Frühjahrsausstellung (afa), E-Mobilitätsmesse volt und den Immobilientagen fehlte es nicht an Gründen, warum den drei Messetagen am vergangenen Wochenende mit „nur“ rund 20.000 Besuchern kein Erfolg beschieden war.

Aber: „Wir wundern uns sehr über die Aussage, die HWK Schwaben hätte sich nicht beteiligt“, so Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner über den Vorwurf, die Handwerkskammer hätte auf der Messe gefehlt. „Die Handwerkskammer war mit einem Stand auf den Immobilientagen präsent und hat dort ihr Klimaschutznetzwerk in Kooperation mit vielen Handwerksbetrieben in den Mittelpunkt gestellt“, erklärt er auf Anfrage unserer Zeitung.

Tatsächlich nicht mehr vertreten waren die beiden benachbarten Landkreise aus Augsburg und Aichach-Friedberg. In nahezu gleichlautenden Erklärungen heißt es auf Anfrage: Der Landkreis Augsburg / der Landkreis Aichach-Friedberg seien zuletzt 2020 auf der Augsburger Frühjahrsausstellung mit einem Stand vertreten gewesen. Die nach der Pandemie veränderten Rahmenbedingungen des Veranstalters mit verkürzter Dauer und deutlich angehobenen Standgebühren hätten angesichts begrenzter Mittel dazu geführt, „dass Aufwand und Ertrag einer Messeteilnahme in keinem angemessenen Verhältnis mehr für uns standen.“

Todesstoß für die afa?

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben beteiligt sich nach Worten von Thomas Gutjahr an Messen, bei denen ihre Zielgruppen fokussiert angesprochen werden – wie etwa Jugendliche mit der dualen Ausbildung bei der fitforJOB!-Messe. Die afa habe insbesondere Endverbraucher im Blick und sei damit interessant für Unternehmen, die sich direkt an Konsumenten richten. Für die IHK Schwaben hingegen, die neben potenziellen Auszubildenden grundsätzlich ihre Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen ansprechen möchte, bietet die afa eine Plattform mit einem zu hohen Streuverlust. Daher war die IHK Schwaben dort auch noch nie mit einem Messestand vertreten.

Gutjahr wartet aber auch mit Zuspruch auf: „Die afa bietet eine etablierte Plattform für Aussteller aus den verschiedensten Branchen und spiegelt die Wirtschaftskraft unserer Region wider. Die afa ist ein wichtiges Schaufenster der regionalen Wirtschaft und bietet als Treffpunkt eine hervorragende Möglichkeit zur Vernetzung und Inspiration. Die IHK Schwaben unterstützt die Bemühungen der Geschäftsführung der Messe Augsburg, die Messe zukunftsfest auszurichten. Dies gilt nicht nur für die afa, sondern für den gesamten Messe- und Kongressstandort Augsburg als drittgrößte Destination im Messeplatz Bayern.“
Ihre Abschluss-Pressemitteilung hatten die Veranstalter überschrieben mit „Für eine gute Zukunft brauchen wir die Unterstützung aller Beteiligter.“

Mit „gemischten Gefühlen“ hatten die Macher des Augsburger Messe-Wochenendes Bilanz gezogen. Mit etwas über 20.000 Besuchern blieb man hinter den Erwartungen zurück. Henning und Thilo Könicke, die afa-Messemacher, sowie Fabian Lohr von der Augsburger pro air Medienagentur wollen sich im Nachgang genau überlegen, ob und wie es mit den drei Messen afa, Immobilientage und VOLT E-Mobilität weitergehen kann.

„Zwei Firmen, die AFAG und pro air, stemmen und zahlen ein Produkt für die Region, für die Stadt Augsburg, die Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg sowie den gesamten Bezirk Schwaben, aber es braucht jetzt von den Beteiligten neue Impulse“, fordert Lohr. Stadt, Landkreise, die Messegesellschafter, IHK und Handwerkskammer als regionale Wirtschaftsförderer hätten sich – nicht nur in diesem Jahr – in Sachen Unterstützung nach Meinung der Messemacher zu sehr zurückgehalten. Von den Angesprochenen habe ausschließlich die Stadt Augsburg einen Stand bespielt, die Landkreise waren gar nicht vertreten, etliche große Institutionen haben gefehlt. „Ich hätte mir als Geste der Unterstützung auch gewünscht, dass nicht nur ein paar heimische Politiker an den drei Messetagen zu Besuch gewesen wären“, so Lohr.
„Eigentlich ist das alles nur noch eine Liebhaberei“, sagt Fabian Lohr. Er sieht sich als heimische Agentur in der Pflicht, „als Augsburger sind wir für die Augsburger gerne da, aber nicht um jeden Preis.“ Die AFAG fordert nun den Schulterschluss zwischen Veranstaltern, Stadt und den Landkreisen – kurz allen Beteiligten. „Man müsste künftig wieder größer denken, die drei Messen gehören in die Region, allein das Bekenntnis dafür fehlt“, sagt Thilo Könicke. „Vor dem Machen steht das Wollen“, appelliert Fabian Lohr. si

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