Die neue Vorstandsvorsitzende der Augsburger Stadtsparkasse Sandra Peetz-Rauch ist schon jetzt ein Fan der Fuggerstadt.

Die Augsburger Stadtsparkasse (SSKA) hat seit 1. Juli eine Frau an ihrer Spitze: Sandra Peetz-Rauch. Ein Gespräch übers Ankommen und Einfühlen.

Augsburg Journal: Die ersten „100 Tage im neuen Amt“ haben Sie ja schon überstanden. Gut, hoffentlich?

Sandra Peetz-Rauch: Ja, es waren spannende Tage. Ich wurde offen und herzlich empfangen. Wichtig war mir, alle Mitarbeitenden einmal persönlich zu treffen, das ist gelungen und ging mit viel positiver Energie einher. Einarbeitung in laufende Projekte und in die Unternehmenskultur unseres Hauses stand natürlich auch auf dem Programm. Man kann sich das als eine Art „Detektivarbeit“ vorstellen, eine Bestandsaufnahme, verbunden mit der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten. Dazu kamen zahlreiche Treffen und das Kennenlernen unserer Kundschaft. Ein vertrauensvoller Umgang ist mir wichtig und dafür muss man sich kennen. Natürlich waren auch Orientierungsphasen dabei, daneben stand auch schon die Strategieentwicklung auf der Agenda und, und, und. Ich hätte mir gewünscht, dass mein Tag 48 Stunden hat (schmunzelt).

AJ: Wie geht’s der gebürtigen Bremerhavenerin in Bayern generell – schon akklimatisiert?

Peetz-Rauch: Wie könnte das im wunderschönen Bayerisch- Schwaben nicht rasch gelingen? Das Einleben in Augsburg, Friedberg und Umgebung ist mir überhaupt nicht schwergefallen, ich wurde sehr herzlich empfangen und konnte schon viele schöne Ecken und Winkel in der Region kennenlernen. Gerade die historische Atmosphäre der Fuggermetropole, verbunden mit dem urbanen Flair, hat es mir angetan. Ich bin kunstinteressiert, die kulturelle Vielfalt in Bayerisch-Schwaben habe ich schon schätzen gelernt. Nach und nach plane ich, die Natur und die Landschaft im Wittelsbacher Land zu erkunden.

Sandra Peetz-Rauch: Die Stereotypen werden der Vergangenheit angehören

AJ: Mit Ihnen besteht der Stadtsparkassen-Vorstand in Augsburg überwiegend aus Frauen – Ihre Vorstandskollegin Cornelia Kollmer wurde kürzlich bis 2029 verlängert, Wolfgang Tinzmann ist zwar „Hahn im Korb“, aber in der Vorstandsetage doch eher auf einsamer Flur. Wie macht sich eine solch ungewohnte Konstellation bemerkbar?

Peetz-Rauch: Ich frage mich, ob Sie diese Frage auch stellen würden, wenn die Zusammensetzung z. B. aus drei Herren bestehen würde… Die Konstellation mag jetzt vielleicht noch ungewohnt sein, ich bin mir sicher, in einiger Zeit wird dies die Normalität sein. Diese Stereotypen werden dann der Vergangenheit angehören. Wir arbeiten als Team wunderbar zusammen, ergänzen uns gegenseitig und liefern so als Gesamtvorstand die beste Performance für die SSKA. Die wesentlichen Weichen für die Zukunft stellen wir im Dreiergremium, das gerne auch mal diskutiert, um die besten Lösungen für die Sparkasse zu finden. Wichtig ist am Schluss, dass alle gemeinsam den Weg mitgehen.

AJ: Was sind die Herausforderungen bei der neuen Aufgabe in Augsburg – was strengt besonders an, was macht vielleicht auch besonders viel Spaß?

Peetz-Rauch: Besonders viel Spaß macht, dass ich hier gestalten kann, neue Dinge in Bewegung setzen kann. Herausforderungen sehe ich als Chance, insofern strengt mich das nicht an. Ich habe mir den Ausbau der digitalen Kanäle zu noch mehr Convenience und das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Gleichzeitig möchten wir die persönliche und individuelle Beratung vor Ort stärken und investieren hier in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unsere Kundinnen und Kunden sollen sich bei uns wohlfühlen, wir möchten sie „einfach begeistern“. Worauf ich mich schon sehr freue, ist die Arbeit in der IHK Regionalversammlung Augsburg-Stadt, in die ich vor einigen Wochen gewählt wurde. Eine tolle Möglichkeit, sich bei der Gestaltung von Stadt und Region einzubringen.

AJ: Mit Ihrem Mann sind Sie im Sommer ins Augsburger Umland gezogen. Ist der Eingewöhnungsprozess schon abgeschlossen? Wie erleben Sie Ihr Umfeld? Welche Unterschiede gibt’s zur ehemaligen Heimat Aschaffenburg beziehungsweise Wesermünde-Hadeln bei Bremerhaven?

Peetz-Rauch: In Bremerhaven sagen wir „Moin“, was so ziemlich alles abdeckt. Das bayerische „Servus“ kommt mir aber auch schon gut von den Lippen. Aschaffenburg und Augsburg sind beides wunderschöne Städte, mit einzigartigen Merkmalen. Jede Stadt hat ihren Charme, der sie auszeichnet und attraktiv macht. Allein aufgrund ihrer Größe (Augsburg: 300.000 Einwohner, Aschaffenburg: 70.000) hat die drittgrößte Stadt Bayerns naturgemäß eine breitere Auswahl, seien es Restaurants, Theater oder kulturelle Veranstaltungen. Das ein oder andere Mal hatte ich schon „die Qual der Wahl“ (lacht).

AJ: Wie geht’s Ihrem Mann damit – der ist ja vermutlich Ihrer Karriere wegen nach Augsburg mitgekommen?

Peetz-Rauch: Er fühlt sich auch sehr wohl. Er arbeitet ortsungebunden, daher war er auch sofort bereit, den Wechsel mitzumachen. Er begleitet mich, wenn möglich, bei (Repräsentations)terminen. Ich schätze seine Unterstützung sehr und bin ihm auch dankbar dafür. Er ist, ebenso wie ich, sport- und kunstinteressiert, daher bietet Augsburg und Umgebung für ihn viele Möglichkeiten.

Der Gesamtvorstand (v.li.): Cornelia Kollmer, Sandra Peetz-Rauch und Wolfgang Tinzmann.

AJ: Wie erholen Sie sich in der Freizeit – beim FCA und AEV wurden Sie bereits mehrfach gesichtet …. Gibt’s auch persönliche Sport-Vorlieben oder anderweitige Hobbies – allein und/oder zu zweit?

Peetz-Rauch: Ich bin sehr sportinteressiert, Fußball, Eishockey und Basketball sind meine Leidenschaften, selber walke ich gerne mit viel Power und liebe Fitness mit Tanzelementen wie z.B. Zumba-Step. Mein Kunstinteresse, das ich mich meinem Mann teile, haben wir schon erwähnt. Darüber hinaus liebe ich es mit meiner Familie und/oder Freunden einen schönen Abend im Theater oder beim Essen, sei es privat oder in einem Restaurant, zu genießen, gute Gespräche inklusive. Abschalten kann ich gut in der Natur, ein Spaziergang, gerne auch mal ohne Mobiltelefon, hilft den Kopf frei zu bekommen. Und dann liebe ich es zu reisen.

AJ: Gibt’s bereits „Lieblingsplätze“ in Augsburg, die Ihnen besonders ans Herz gewachsen sind? (Egal ob Natur, Stadt, Restaurant o.ä.)

Peetz-Rauch: Ich entdecke jeden Tag neue Plätze und Orte, komme mit so vielen interessanten Menschen zusammen, hier Präferenzen zu nennen, fällt mir noch schwer, gefühlt ist alles neu, spannend und aufregend. Bleibenden Eindruck hat die lebendige Atmosphäre in der Stadt – auch auf dem Stadtmarkt – hinterlassen, wenn ich bisher auch nur einen Bruchteil von dem, was es hier zu entdecken gilt, erleben durfte.

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