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Durchbruch

OB Eva Weber und swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza nach dem gelungenen Tunneldurchstich. Fotos: swa/ Thomas Hosemann

Hauptbahnhof-Umbau im Zeitplan: Der Tunnel ist geschafft

Der letzte große Meilenstein vor der Eröffnung des Straßenbahntunnels und der Haltestelle unter dem Hauptbahnhof 2023 ist geschafft: Am Donnerstag erfolgte der unterirdische Durchbruch, der sogenannte „Tunneldurchstich“. Mauer und Erdwall unter Bahnsteig A, welche die Tunnelhälften im Osten und Westen bis dato noch trennten, wurde von einem Bagger durchbrochen und wird in den nächsten Tagen gänzlich abgegraben. Damit ist der Tunnel zwischen Thelottviertel im Westen und dem Bahnhofsvorplatz im Osten offen.
Seit rund sechs Jahren bauen die Stadtwerke Augsburg (swa) in diesem Gemeinschaftsprojekt mit der Deutschen Bahn (DB) und der Stadt von zwei Seiten an dem 405 Meter langen Tunnel samt Tramhaltestelle, Fußgängerverbindung und Verteilerebene unterm Bahnhof. Weil während des laufenden Zugbetriebs gebaut wird, also unter „rollendem Rad“, muss ein detaillierter Zeitplan mit Sperrpausen für einzelne Gleise und Bahnsteige exakt eingehalten werden.
Mit der Haltestelle zwei Etagen unter den Zuggleisen und der Verteilerebene für Reisende dazwischen wird der Schienenregional- und -fernverkehr der DB optimal mit den Straßenbahnen des Öffentlichen Nahverkehrs in Augsburg verbunden. „Mit Eröffnung dieser Mobilitäts-Drehscheibe erwarten wir uns einen deutlichen Schub für den ÖPNV und damit für nachhaltige Mobilität in Augsburg“, sagt Oberbürgermeisterin Eva Weber. Laut swa-Geschäftsführer, Dr. Walter Casazza seien die Arbeiten trotz Corona im Zeitplan.
„Ich gratuliere den Stadtwerken zum erfolgreichen Tunneldurchstich“, sagt Thomas Thürer, Projektleiter bei der DB Netz AG. „Unter dem Bahnhofsgebäude im laufenden Betrieb einen neuen Tunnel zu bauen, ist eine herausragende Leistung. Damit wurde ein großer Meilenstein erreicht.“ Weiter betont Thürer: „Die Umsetzung erfolgte auf den Tag genau zum gemeinsam festgelegten Stichtag und verdeutlicht die stets konstruktive und professionelle Projektarbeit zwischen den Stadtwerken und der Deutschen Bahn.“
Nach den swa-Arbeiten führt die DB weitere Modernisierungen durch. „In den nächsten Jahren entsteht mit den Stadtwerken eine ganzheitliche Drehscheibe für Nah-, Regional- und Fernverkehr, um den Komfort für Reisende zu erhöhen,“ so Thürer.

 

Durchbruch: Der Blick aus dem Tunnel Ost ins Freie Richtung Westen

Der Tunneldurchbruch ist der letzte Meilenstein beim Bau der Tramhaltestelle unterm Bahnhof. Bis 2023 die ersten Straßenbahnen mit Fahrgästen die Haltestelle und den Tunnel nutzen können, vergehen aber nochmals rund zweieinhalb Jahre. Tunnelsohle, Bahnsteige, Wände und die Zwischendecke, die sogenannte Verteilerebene, müssen noch betoniert werden.
Teilweise parallel zu den restlichen Betonarbeiten beginnt der Einbau der Gleisanlagen, Aufzüge, Fahrtreppen und der gesamten Gebäude- und Sicherheitstechnik, von Signalen für die Straßenbahnen bis zur Brandmelde- und Entrauchungsanlage. Wenn die Haltestelle unterm Hauptbahnhof 2023 eröffnet wird, ist ein Großteil des Gesamtprojekts „Mobilitäts-Drehscheibe“ fertig. Die Straßenbahnlinie 6 ist seit 2010 in Betrieb, der neue Königsplatz wurde 2013 eröffnet und die Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn geht voraussichtlich Ende dieses Jahres in Betrieb. 2023 werden zunächst zwei von später drei Linien in der Haltestelle unter dem Hauptbahnhof verkehren, die Linien 4 und 6, die in der unterirdischen Schleife wenden und zur Innenstadt zurückfahren. Ebenfalls genutzt werden, kann der neue Fußgängertunnel von Westen in den Hauptbahnhof. Die Linie 3, sowie die Linie 5 als Verlängerung der Linie 6, folgen bis voraussichtlich 2026. Für den Bau der Trasse der Linie 5 sind die Genehmigungsunterlagen für den ersten Abschnitt bei der Regierung von Schwaben Ende 2020 eingereicht worden.
Insgesamt investieren die swa mehr als eine halbe Milliarde Euro in den zukunftsfähigen Ausbau des Nahverkehrs. Das größte Einzelprojekt ist der Hauptbahnhof mit rund 230 bis 250 Millionen Euro. Das Projekt wird mit dem Höchstsatz von 83 Prozent der förderfähigen Kosten von Bund und Land bezuschusst. In den zusätzlichen Bahnsteig F für den Regio-Schienen-Takt und die Modernisierung insbesondere bahntechnischer Anlagen investiert die DB in Augsburg zusätzlich weit über 100 Millionen Euro.

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