Mit der Ausstellung „Move!“ zeigt die Galerie Noah bis 10. Mai neue Malerei, Zeichnung und Plastik von Helge Leiberg. Leiberg wurde in Dresden geboren. 1979 gründete er eine Mal-Band, der auch A. R. Penck lange Zeit angehört.
„Das hat sehr viel Spaß gemacht, ich vermisse das“, sagte er im Gespräch mit Galeristin Wilma Sedelmeier. Laut wollten sie sein, in der DDR. 1984 wird Leiberg ausgewiesen, siedelt über nach West-Berlin. Seine Bilder, so Sedelmeier: „die Versinnbildlichung unserer Zeit, unserer Träume und Wünsche“.
Hat er einen Liebling in der Noah-Ausstellung? „Eigentlich mag ich die Bilder alle, weil sie meine Kinder sind“, sagt Leiberg im AJ-Interview. Aber ein herausforderndes Bild sei die „Holzschlange“: Die kam nach zehn Jahren im Nationalmuseum in Brasilien zurück: „Ich war nicht mehr glücklich mit dem Bild: Ich hab angefangen, sie zu übermalen“. Das Motiv vorher war eine andere Landschaft, mit einem gestrandeten Schiff. Tat das nicht weh, sein eigenes Bild zu übermalen? „Nein, eher eine hochgradige Befriedigung: wie bei den Performances mit der Overhead-Malerei“, erzählt Leiberg.
Eine Premiere in Augsburg – Sängerin Almut Kühne
Diese Liebe zur Performance zeigte sich auch in der Noah, wo Sängerin Almut Kühne – eine Premiere in Augsburg – seine Bilder interpretierte. „Das ist etwas ganz Besonderes“, freute sich Leiberg. Der ungewohnte Auftritt stieß bei den Gästen auf Interesse und Irritation gleichermaßen, blickte man in die Gesichter.
Obwohl Leiberg in der Metropole Berlin lebt und bereits in Peking und der Venedig Biennale, auch im Getty-Museum Los Angeles ausgestellt hat, ist der 71-Jährige ein Fan von Augsburg und der Galerie Noah: „Ich bin in der Sammlung Walter vertreten und war hier schon auf mehreren Ausstellungen.
Helge Leiberg: „Ich liebe diese Stadt“
Ich liebe diese Stadt: Ich mag diese Idee, zwischen Brecht und Fugger auszustellen. Und der Kuppelsaal ist ein fantastischer Raum für eine Ausstellung“, schwärmt Leiberg. Ebenso von der Aufgeschlossenheit von Galeristin Sedelmeier, die mit ihm in Berlin die Ausstellungsskulpturen ausgesucht hatte. Er sei froh, dass er seine neueren, collagierten Bilder hier zeigen könne, obwohl sie nicht typisch für ihn seien. „Sie sind Ausdruck der Zerrissenheit unserer Zeit. Allein, was gestern in Davos passiert ist, was so krass ist, das alles fließt ein in meine Kunst.“
Generell sehe er keinen Unterschied zu größeren Städten: „Oft ist in kleinen Städten mehr Interesse und Aufgeschlossenheit da als in großen Städten, wo die Leute übersatt sind.“ Ein „tolles Erlebnis“ sei die Sonderausstellung im Barockgarten Großsedlitz nahe Dresden gewesen. Und im Kunstverein Schul-und-Bethaus Altlangsow / Oderbruch engagiert er sich im Vorstand, organisiert Konzerte und Lesungen.
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