Wer hätte vor der Saison gedacht, dass der Augsburger Feldspieler mit den meisten Spielminuten diese Saison Robin Fellhauer ist? Nicht mal er selbst, so sprach er im Augsburg Journal-Interview vor der Saison noch davon, dass sein Ziel sei, „Spielzeit zu bekommen und zeigen, dass ich auf Bundesliga-Niveau mithalten kann.“ Beides hat er eindrucksvoll erfüllt und ist daher unser Spieler der Saison.
Konstanz und Flexibilität schlagen Exzellenz lautete in dieser Spielzeit das Motto, das Fellhauer wie kein anderer im Kader des FC Augsburg erfüllte. Natürlich hätten auch Alexis Claude-Maurice (9 Scorerpunkte), Fabian Rieder (10 Scorer) oder auch Michael Gregoritsch (9 Scorer in 18 Spielen) den Platz als MVP verdient gehabt. Mit seinen drei Toren sowie zwei Vorlagen fiel Fellhauer bei den harten Fakten aber auch nicht wirklich ab, dafür zeigte der Ex-Elversberger seine ganze Klasse auf fünf unterschiedlichen Positionen, bewies Woche für Woche seinen Mehrwert als Allrounder. Egal, wo er gebraucht wurde, er funktionierte, ob als zentraler Mittelfeldspieler, die Position, für die er eigentlich geholt wurde, oder als rechter wie linker Schienenspieler, offensiver Mittelfeldspieler oder auch rechter Flügel. Fellhauer lieferte konstant ab.
Von einem Wechsel zum FC Augsburg hatte ihn im letzten Sommer noch Sandro Wagner überzeugt. Dieser setzte seinen Neuzugang auch ein, aber der Erfolg kam erst in der Amtszeit von Manuel Baum zurück zum FCA und Fellhauer. Während Wagner den 28-Jährigen zumeist im defensiven Mittelfeld aufstellte, ließ ihn Baum fast ausschließlich auf der rechten Außenbahn agieren. Dort verdrängte er Marius Wolf, der an seine Leistungen aus Dortmund und Frankfurt in Augsburg zu selten anknüpfen konnte, auf die Bank. Seine Positionsflexibilität bewies er bereits bei seinen vorigen Stationen im Profifußball. „Ich kam nach Elversberg als Innenverteidiger, wurde dann Rechtsverteidiger, später Sechser.“ In Augsburg erkannte man nun sein Potenzial als Schienenspieler.
Robin Fellhauer: der Aufstieg in die Bundesliga
Dabei war vor wenigen Jahren noch gar nicht abzusehen, dass Fellhauer überhaupt einmal in der Bundesliga spielen könnte. Noch vor sechs Jahren lief er in der Regionalliga auf. „Als ich damals von Freiburg nach Elversberg gewechselt bin, war das eher so eine letzte Chance. Nach dem Motto: Entweder es klappt noch mit dem Profifußball – oder eben nicht“, blickte er im AJ-Interview zurück. Von da an ging seine Reise jedoch steil nach oben, mit Elversberg wäre ihm beinahe schon in der vergangenen Saison der Aufstieg in die Bundesliga gelungen, doch in der Relegation verlor die SVE äußerst knapp gegen Heidenheim. Entsprechend schwer fiel Fellhauer der Abschied, den er dennoch unbedingt durchziehen wollte: „Ich habe mit einigen Jungs seit der Regionalliga zusammengespielt, das schweißt zusammen. Aber alle dort haben gesagt: ‚Wenn du jetzt nicht gehst, hauen wir dich!‘ – weil die Chance Bundesliga eben einmalig ist.“
Ein Jahr später ist Elversberg als Zweitplatzierter in der 2. Bundesliga ebenfalls aufgestiegen und für Fellhauer kommt es in der kommenden Saison zum Aufeinandertreffen mit alten Bekannten. Nur dass er mittlerweile bereits ein gestandener Bundesligaspieler ist, während sich Elversberg erst einmal im Oberhaus zurechtfinden muss.
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