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Freitag, 29. Mai 2026

„Forget me not“ in Augsburg: Queere Geheimnisse der Klassik

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Heimlich lieben und jahrelang ihre Gefühle verstecken mussten berühmte Komponisten wie Fryderyk Chopin, Franz Schubert und Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Über ihre Homosexualität wird bis heute diskutiert. Mit dem Liederabend „Forget me not“ bringt Staatstheater-Dirigentin und Pianistin Annalena Hoesel genau diese verdrängten Geschichten nach Augsburg. „Wir wollen Vorbilder schaffen und Lebenswelten erlebbar machen“, sagt Hoesel. „Wir wollen den Blick des Publikums erweitern – besonders heute, in einer Zeit, in der Rassismus, Queerfeindlichkeit und Ausgrenzung zunehmen“.

Die Idee zu „Forget me not“ stammt von Hoesels Freund und Kollegen Tim Stolte. Das Projekt verbindet klassische Musik mit neuen historischen Perspektiven. Gemeinsam mit den queeren Musikern Daniel Philipp Witte und Rhonda Browne gestaltet er den queeren Liederabend. Hoesel sprang als Pianistin beim Berliner Konzert ein, seitdem wirkt sie fest mit.

Aber kann Musik überhaupt queer sein? Dazu sagt die Pianistin: „Homosexualität und Queerness können sich natürlich indirekt auf Musik auswirken – über Lebensrealitäten, soziale Bedingungen, Themenwahl oder kulturelle Netzwerke. In Zeiten der Verfolgung mussten queere Künstlerinnen und Künstler oft indirekt arbeiten. Das zeigt sich in der Maskierung von Themen, ambivalenten Figuren, Doppelbödigkeit in Opern oder Sehnsucht ohne klar benanntes Objekt.“

Annalena Hoesel. Foto: Nils Dellmann

„Forget me not“: Das Publikum reagiert immer „überwältigend positiv“

Das Publikum reagierte bis jetzt immer „überwältigend positiv“ auf das Projekt „Forget me not“. Besonders emotional war der Abend in der Elbphilharmonie Hamburg: „Da sind ganz unterschiedliche Menschen zusammen gekommen und haben gemeinsam gefeiert“, so Hoesel. Für die Zukunft planen die Künstler weitere Aufführungen in anderen Städten. Das Projekt soll künftig auch Perspektiven aus der Gegenwart zeigen: zum Beispiel aus der Transcommunity.

Auch in ihrem Alltag erlebt Hoesel Unterschiede im queeren Lebens: „Wir werden viel öfter angeschaut, wenn wir uns an der Hand halten oder müssen uns blöde Fragen anhören“. Insgesamt halten sich ihre negativen Erfahrungen aber „zum Glück in Grenzen“.
Der Liederabend „Forget me not“ findet unter der Schirmherrschaft von Claudia Roth am 3. Juni im Kleinen Goldenen Saal in Augsburg um 19:30 Uhr statt.

Kartenvorverkauf in der Buchhandlung am Obstmarkt und online unter: Forget me not Tickets, Mittwoch, 3. Juni  •  19:30 – 21:30 | Eventbrite

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