Roy Black, der auch fast 35 Jahre nach seinem plötzlichen Tod im Oktober 1991 mit nur 48 Jahren bei seinen Fans unvergessen ist, berührt bis heute die Herzen vieler Menschen. Einer davon ist der Fotograf Peter Bischoff, der den Augsburger Sänger und Schauspieler immer wieder vor der Kamera hatte.
Augsburg Journal: An was erinnern Sie sich als Erstes, wenn Sie an Roy Black denken?
Peter Bischoff: Wenn ich an Roy Black denke, erinnere ich mich immer an einen guten Freund, mit dem ich viele schöne Erlebnisse verbinde.
AJ: Wie oft und bei welchen Gelegenheiten sind Sie ihm begegnet?
Bischoff: Tatsächlich habe ich Roy in Augsburg kennengelernt, am 25. Januar 1968, bei einer großen Feier zu seinem 25. Geburtstag. Wie oft ich ihm begegnet bin, da möchte ich mich nicht festlegen. Ich habe Roy von 1970 bis 1991 für ca. 70 große Reportagen fotografiert, davon waren viele exklusiv. Neben vielen Show- und TV-Auftritten sind mir einige Highlights unserer Zusammenarbeit noch gut in Erinnerung.
Peter Bischoff und Roy Black: „Wenn Du bei mir bist“ in Bangkok
Das erste Mal bei einer großen Show sah ich Roy im Januar 1970, als Gast von Rolf Harris in London, wo er neben Bibi Jones auftrat. Im Februar 1970 begleitete ich Roy Black zu den Dreharbeiten vom Kinofilm „Wenn Du bei mir bist“ nach Bangkok. Neben Roy als Hauptdarsteller „Chris Bergen“ standen Lex Barker, Angelika Ott, Diana Körner und viele mehr in dem Musikfilm mit vor der Kamera.
Kaum zurück aus Thailand, sahen wir uns Anfang Mai 1970 beim Dreh zum Kinofilm „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ wieder.
Die Komödie mit Uschi Glas war für Roy der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Kino-Filmen mit den beliebten Darstellern als Liebes-Paar.
Ein besonderes Highlight in meinen Erinnerungen an Roy war die Hochzeit des Sängers mit Silke Vagts 1974 in München, die ich – ebenso wie die nachfolgenden Flitterwochen der beiden in Griechenland – exklusiv mit der Kamera begleiten durfte. 1976 folgte die erste Homestory. Roy nahm mich mit an seinen Lieblingsplatz, die Fischerhütte am Silbersee in Urnau, wo er 1991 auch starb.
Peter Bischoff und Roy Black: RTL-Serie „Ein Schloß am Wörthersee“
1990 besuchte ich den Ausnahmekünstler erstmals am Set der RTL-Serie „Ein Schloß am Wörthersee“. Bis zu seinem unerwarteten Tod folgten noch drei weitere Foto-Reportagen mit Roy am Drehort der beliebten Serie. 1991 brachte seine Freundin Carmen Böhning die gemeinsame Tochter Nathalie zur Welt. Einen Tag nach der Geburt besuchte ich die junge Familie, das war das letzte Mal, dass ich Roy lebend sah.
AJ: Was hat Roy Black – falls es so war – von den vielen anderen prominenten Menschen unterschieden, die Sie alle fotografiert haben?
Bischoff: Roy war ein sehr bescheidener Mensch, der manchmal mit seinen Komplexen zu kämpfen hatte. Ursprünglich träumte er davon, Jazzsänger zu werden. Als er dann mit seinem Titel „Ganz in Weiß“ zum „Schnulzen-König“ ernannt wurde, war ihm das eher peinlich.
AJ: Die tragische Geschichte von Roy und seinem frühen Tod – haben Sie auch das begleitet… oder war es vielleicht ein Thema im Gespräch mit anderen seiner berühmten Bekannten?
Bischoff: Den überraschenden Tod von Roy, der ja einsam in seiner Fischerhütte starb, konnte ich natürlich nicht begleiten, weil es ohne Vorwarnung geschah. Er hatte kurz vorher noch letzte Folgen von „Ein Schloss am Wörthersee“ in Venedig gedreht. Seine Serien-Kollegen sprachen sicherlich darüber, denn es war ein Schock für alle. Aber auch nach seinem Tod riss das Band zwischen uns nicht ab. Im Laufe der Jahre sind sowohl an Roys Grab in Bobingen als auch im Museum bei Familie Tiemann in Dortmund weitere schöne Foto-Reportagen entstanden.
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