Im Sommer 2025 von Sandro Wagner eingeführt, im Herbst eingemottet, nun feiert die XXL-Videowand am FCA-Trainingsplatz ihr Comeback. Cheftrainer Manuel Baum verpasst dem High-Tech-Erbe allerdings ein ganz eigenes Upgrade mit Live-Kameras und Sofort-Analyse auf dem Rasen.

Auf den Trainingsplätzen an der WWK Arena herrscht wieder reges Treiben. Nach der Einheit am Dienstag stellte sich FCA-Cheftrainer Manuel Baum den Fragen der Journalisten. Neben dem aktuellen Stand im Lazarett und den Sommer-Testspielen sorgte vor allem ein Wiedersehen für Gesprächsstoff: Am Spielfeldrand erstrahlt wieder die riesige LED-Videowand.

Vom Wagner-Gadget zum Baum-Tool: Die Renaissance der XXL-Leinwand

Rückblick: Im Sommer 2025 ließ Ex-Trainer Sandro Wagner das rund 7 × 4 Meter große und 100.000 Euro teure Display an den Trainingsplatz stellen, inspiriert von seinen Erfahrungen unter Julian Nagelsmann bei der TSG Hoffenheim. Damals diente die Wand vor allem dazu, vorbereitete Videoanalysen direkt auf den Platz zu verlagern, Mannschaftsaufstellungen einzublenden oder Trainings-Countdowns ablaufen zu lassen.

Als Manuel Baum im vergangenen Herbst das Traineramt übernahm, verschwand das imposante Technik-Feature jedoch schnell in der Versenkung. Baum verzichtete im Abstiegskampf zunächst auf den XXL-Bildschirm und setzte auf traditionellere Ansprachen. Monatelang blieb die Konstruktion ungenutzt.

Doch zum Start der Vorbereitung auf die Saison 2026/27 erlebt das Wagner-Erbe eine überraschende Renaissance: „Heute ist sie wieder zum ersten Mal im Einsatz“, bestätigte der FCA-Coach schmunzelnd.

Das Baum-Upgrade: Live-Kameras und Sofort-Analyse auf dem Rasen

Wer jedoch glaubt, Baum übernehme das Konzept seines Vorgängers Eins zu Eins, täuscht sich. Der Cheftrainer verpasst der Videowand sein ganz eigenes, taktisches Feintuning. Seit vergangener Woche sorgen drei neu installierte Kameras mit automatischem Fokus für ein echtes Echtzeit-Upgrade.

„Ich bin ein mega Freund von Methodenvielfalt bei Videos. Bei der normalen Videoanalyse ist das Training meistens vorbei und der Bezug fehlt. Jetzt können wir die Szenen mit den Kameras live aufnehmen, das Training kurz anhalten und die Bilder sofort auf die Wand projizieren. Dann kannst du direkt nachjustieren.“

Manuel Baum, FCA-Cheftrainer

Wie das in der Praxis aussieht, zeigte sich in der Dienstagseinheit: Ein Schwerpunkt lag auf dem Sichern des „zweiten Balls“ im Zentrum nach weiten Abstößen von Torhüter Nediljko Labrovic oder Befreiungsschlägen der Abwehrreihe. Nach der Sofort-Korrektur über die Videowand passte das Trainerteam das Spielfeld und die Instruktionen unmittelbar an.

Ins Trainingslager nach Österreich wird die fest installierte Wand aus Transport- und Stabilitätsgründen ebenfalls mitreisen, allerdings ohne die neuen Kameras am Trainingsegelände. „Da müssen wir uns eine Lösung überlegen“, erklärt Baum. „Wir haben dann wieder Drohnen dabei. Die Frage ist nur, ob wir es da live hinbekommen. Aber ansonsten nutzen wir alles, was es gibt.“

Personal-Update, Trainingslager-Kniff & WM-Impulse

Auch personell gab der Cheftrainer Einblicke in den aktuellen Kaderstatus. Chrislain Matsima musste am Morgen wegen Adduktorenproblemen aussetzen, Alexis Claude-Maurice beendete aufgrund von Achillessehnenbeschwerden das Training vorzeitig, genauso wie Dimitrios Giannoulis, der einen Tritt auf den Zeh bekam.

Bei den Nationalspielern steht der Reintegrationsplan: Fabian Rieder steigt als Letzter am 3. August während des Trainingslagers ins Training ein, während Kristijan Jakić und Michael Gregoritsch direkt zu Beginn des Trainingslagers am kommenden Montag zum Team stoßen.

In den kommenden Testspielen gegen Saarbrücken und im Härtetest gegen das englische Team von Leeds United steht vor allem das Verteidigen in der Tiefe sowie hohes Anlaufen im Fokus. Für das Trainingslager hat sich Baum zudem einen pädagogischen Kniff überlegt: „Eine Idee ist, dass die Spieler einen Matchplan für ein Spiel mal selbst erstellen dürfen.“ Ergänzend bringt Baum frische Impulse aus seiner Sommer-Tätigkeit als TV-Taktikexperte bei der Weltmeisterschaft ein: „Besonders die Aggressivität in den Zweikämpfen und die Gier, bei Flanken den Strafraum dicht zu besetzen, wollen wir in die Bundesliga mitnehmen.“

Bis der Ernstfall eintrifft, genießt Baum die aktuelle Arbeitsatmosphäre auf dem Platz: „Aktuell befinden wir uns in der ‚Honeymoon-Phase‘ der Saison. Da ist alles schön, alle sind lieb zueinander, jeder darf spielen und wir sind alle ineinander verliebt.“ Erst mit dem ersten Pflichtspiel werde sich zeigen, wie sturmfest das neue Gefüge tatsächlich ist.

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