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Montag, 13. April 2026

Züblin Timber – Holzbau mit Zukunft

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Wenn Simon Pfeffer über seinen Beruf spricht, merkt man schnell, wie sehr ihn das Thema begeistert. „Holz ist der schönste Baustoff der Welt“, sagt er und lächelt. Für den Manager von ZÜBLIN Timber ist das keine Floskel, sondern eine Überzeugung, die den gesamten Ansatz seines Unternehmens prägt. „Wir arbeiten mit einem Material, das von Natur aus nachhaltig ist. Das ist ein großer Vorteil.“

ZÜBLIN Timber mit Sitz im nahen Aichach gehört heute zu den führenden Holzbauunternehmen in Deutschland. Rund 300 Mitarbeiter arbeiten an mehreren Standorten an großen Holz- und Holz-Hybrid-Projekten. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Wurzeln im klassischen Zimmererhandwerk.

„Letztlich kommen wir aus einem klassischen mittelständischen Zimmereibetrieb“, erklärt Pfeffer. Über verschiedene Stationen entwickelte sich daraus ein Unternehmen, das heute 100-prozentige Tochter der Ed. ZÜBLIN AG und Teil der STRABAG SE ist. Dieser Schritt habe neue Möglichkeiten eröffnet. „Wir sind damit aus einer Nische herausgewachsen und Teil eines Bauunternehmens geworden, das praktisch alle Disziplinen des Bauens beherrscht.“

Gerade diese Verbindung aus Holzbaukompetenz und großer Baukonzernstruktur prägt das Unternehmen heute. ZÜBLIN Timber bringt dabei seine besondere Stärke ein: den modernen Holzbau in großen Projekten. So entstehen heute komplexe Holz-Hybrid-Gebäude, bei denen unterschiedliche Materialien gezielt eingesetzt werden. „Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht, überall möglichst viel Holz einzubauen“, sagt Pfeffer. „Nachhaltigkeit heißt, das Material dort einzusetzen, wo es seine Stärken hat.“ Holz eigne sich beispielsweise hervorragend für Außenwände oder tragende Konstruktionen. In anderen Bereichen seien Stahlbeton oder andere Baustoffe sinnvoller. Entscheidend sei das materialgerechte Planen.

Intensiv mit Details auseinandersetzen

Diese Herangehensweise verbindet ökologische und wirtschaftliche Aspekte. „Man schafft Akzeptanz für nachhaltiges Bauen nur dann, wenn Ökologie und Wirtschaftlichkeit zusammenpassen“, sagt Pfeffer. Der Holzbau zwinge Planer ohnehin dazu, genauer zu arbeiten. „Holzbau ist aus meiner Sicht die Königsdisziplin des Bauens“, sagt er. Viele Eigenschaften, die Beton automatisch mitbringt, etwa beim Brand- oder Schallschutz, müssten beim Holzbau bewusst mitgedacht werden. „Das zwingt uns, uns sehr intensiv mit Details auseinanderzusetzen.“

Ein Vorteil liegt dabei in der starken Industrialisierung der Branche. Holzbauunternehmen arbeiten seit Jahrzehnten mit digitaler Planung und automatisierter Fertigung. Bauteile werden im Werk präzise vorgefertigt und später auf der Baustelle montiert. Diese Kombination aus digitaler Planung und industrieller Produktion ermöglicht auch außergewöhnliche Projekte. ZÜBLIN Timber hat unter anderem komplexe Holztragwerke realisiert, Freiformkonstruktionen gefertigt oder Schalungen für anspruchsvolle Bauprojekte produziert. Selbst Achterbahnschienen aus Holz oder hochpräzise Bauteile für große Bauwerke gehören zum Portfolio.

Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen auch an Lösungen für den Wohnungsbau. Ein Beispiel dafür ist das modulare MOLENO®-Bausystem, mit dem Wohngebäude effizient und in großen Stückzahlen entstehen können. „Der Wohnungsbedarf in Deutschland ist enorm“, sagt Pfeffer. „Wir müssen Wohnungen bauen, und zwar in großer Zahl.“

Serielle Bauweisen können hier eine wichtige Rolle spielen. Bauteile werden standardisiert geplant und im Werk produziert. Das spart Zeit und Ressourcen und ermöglicht es, schneller zu bauen.

Züblin Timber: „Wir brauchen gute Leute“

Neben Technik und Projekten steht für das Unternehmen jedoch vor allem eines im Mittelpunkt: die Menschen. „Wir brauchen gute Leute“, sagt Pfeffer offen. Die Branche wächst, und der Holzbau gewinnt zunehmend an Bedeutung. Entsprechend groß ist der Bedarf an Fachkräften. Gesucht werden Mitarbeiter in vielen Bereichen. Für die Produktion Zimmerer, Schreiner, Schlosser und Mitarbeiter, die unsere Abbundanlagen steuern, aber auch Bauleiter, Projektleiter, Planer oder Spezialisten für die Programmierung der großen Fertigungsanlagen.
Das Unternehmen bietet dafür ein Arbeitsumfeld, das zwei Welten verbindet. „Wir haben die Atmosphäre eines mittelständischen Unternehmens und gleichzeitig die Möglichkeiten eines internationalen Baukonzerns“, sagt Pfeffer. Das zeigt sich etwa in den Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter. Projekte führen teilweise auch ins Ausland, etwa in die USA oder nach Großbritannien. Gleichzeitig bleibt der Standort in der Region fest verankert.

Unternehmer im Unternehmen

Auch neue Arbeitsformen spielen eine Rolle. Moderne Bürostrukturen, flexible Arbeitsplätze und Homeoffice-Möglichkeiten gehören inzwischen ebenso zum Alltag wie eigenverantwortliches Arbeiten. „Wir wollen Unternehmer im Unternehmen“, sagt Pfeffer. Menschen also, die Verantwortung übernehmen und eigene Ideen einbringen. Dabei setzt das Unternehmen bewusst auf eine Kultur der Zusammenarbeit. „Bei uns arbeiten alle auf Augenhöhe“, sagt Pfeffer. „Egal, welche Aufgabe jemand im Unternehmen hat.“ Ein weiterer Schwerpunkt ist die Nachwuchsförderung. Dazu gehört auch der jährliche Girls’ Day. Schülerinnen erhalten dabei Einblicke in die verschiedenen Berufe des Unternehmens und können selbst erste Erfahrungen sammeln, etwa beim Arbeiten mit Holz.

„Wir möchten jungen Menschen zeigen, wie spannend diese Branche sein kann“, sagt Pfeffer. Und dazu gehören ausdrücklich auch Frauen. In vielen Bereichen des Unternehmens arbeiten heute bereits zahlreiche Frauen, etwa in Planung, Projektleitung oder Verwaltung.
Die Zukunftspläne sind klar formuliert. ZÜBLIN Timber will weiter wachsen, stärker industrialisieren und neue Produktionskapazitäten schaffen. Erst vor kurzem wurde der Standort um neue Hallen erweitert. Ein Schwerpunkt der kommenden Jahre wird das serielle Bauen mit Holz sein. Für entsprechende Projekte sollen künftig große Mengen an Bauelementen produziert werden. Pfeffer spricht von „sechsstelligen Quadratmeterzahlen“, die in Zukunft gefertigt werden könnten. Die Vorteile des Materials sind für Pfeffer offensichtlich.

„Holz ist nachhaltig, ohne dass wir etwas dafür tun müssen“, sagt er. „Wir arbeiten einfach mit einem Werkstoff, der nachwächst.“ Und vielleicht erklärt genau das auch, warum viele Menschen sich in Gebäuden aus Holz besonders wohlfühlen. „Holz ist ein warmer Baustoff“, sagt Pfeffer. „Das spürt man.“

In der IGEWO-Siedlung in Augsburg-Haunstetten entstehen mehrere Wohngebäude in moderner Holzbauweise. Die Fassadenelemente werden im Werk von ZÜBLIN Timber vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Bei der Modernisierung der Rennschlittenbahn in Oberhof entstand eine komplexe Holzüberdachung entlang mehrerer Kurven der Bahn. Bereits fertiggestellt ist das Quartier Hangweide in Kernen.

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