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Donnerstag, 09. April 2026

Jelena Stojković: „Musik ist mein Lebensweg“

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Schon sehr früh war für mich klar, dass Musik mehr als nur eine Leidenschaft ist – sie ist mein Lebensweg“, sagt Pianistin Jelena Stojković (44). Und tatsächlich widmet sich die Künstlerin voll und ganz ihrem Element: Sie unterrichtet als Klavierdozentin am Leopold Mozart College of Music der Universität Augsburg, dirigiert den Chor der serbisch-orthodoxen Kirche Sveti Jovan Vladimir in München, tritt als Solistin mit Orchestern wie der Bayerischen Philharmonie auf und konzertiert international: in Australien, Frankreich, der Türkei, Ägypten und Serbien. 2024 gründete sie außerdem das Musikfestival „contrast“ in Buchloe.

„Trotz der politisch schwierigen und vom Krieg geprägten Zeit erinnere ich mich an eine sehr schöne und inspirierende Kindheit und Jugend“, sagt die im damaligen Jugoslawien geborene Pianistin. Zu ihrem Alltag gehörten Musik, Literatur und Kunst, denn ihr Vater war Dirigent und ihre Mutter Schriftstellerin und Kulturarbeiterin.

Seit ihrem sechsten Lebensjahr spielte Jelena Klavier und besuchte ein Musikgymnasium. Nach dem Studium an der Musikakademie in Belgrad kam sie 2004 nach Deutschland. „Ich hatte das Bedürfnis, neue künstlerische Impulse zu erhalten, andere Perspektiven kennenzulernen und meine musikalische Entwicklung in einem neuen kulturellen Umfeld weiterzuführen“, erklärt Stojković. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Theater München und erwarb anschließend ihren Masterabschluss am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg.

Das „contrast-Musikfestival“ in Buchloe

Da die ständige Weiterentwicklung in Jelenas Leben eine große Rolle spielt, hat sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Caterina Prestele, Gesangsdozentin an der Universität Augsburg, das „contrast-Musikfestival“ in Buchloe, wo sie heute lebt, auf die Beine gestellt. Die engagierte und lebendige Musikszene vor Ort inspirierte sie dazu, sich auch kulturell in ihrer neuen Heimat einzubringen.

„Das Festival ist für mich beinahe wie ein drittes Kind – eine Idee, die Wirklichkeit geworden ist und inzwischen beginnt, ihre Früchte zu tragen“, betont Jelena. „Bekanntes aus dem klassischen Repertoire trifft auf zeitgenössische Musik und ungewöhnliche Besetzungen. So entstehen spannende Dialoge zwischen Tradition und Gegenwart.“

In diesem Jahr findet das Festival vom 17. bis 19. April statt. Das Publikum erwartet ein buntes musikalisches Wochenende mit geladenen Gästen, darunter der Bass- und Kontrabassposaunist Benjamin Appel von den Münchner Philharmonikern, die Sopranistin Anna-Lena Elbert mit ihrem Begleiter Amadeus Wiesensee, die Gitarristin Radmila Besic und ihr Duo-Partner Marko Trivunovic, Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs 2022, sowie weitere Künstler und die musikalische Leitung Jelena Stojković selbst. Wie schon 2024 wird der Erlös wieder dem musikalischen Nachwuchs in Buchloe zugutekommen.

Jelena Stojković: „Mein Alltag ist sehr strukturiert“

„Mein Alltag ist sehr strukturiert, da ich beruflich stark eingebunden bin. Umso wichtiger sind mir die gemeinsamen Momente mit meiner Familie – jede freie Minute versuche ich bewusst mit ihnen zu verbringen“, erzählt Jelena, die zweifache Mutter von Söhnen im Alter von acht und vier Jahren. Ihre Freizeit verbringt sie gerne mit ihrem Ehemann und den Kindern im Zoo, in der Puppenkiste oder im Naturmuseum. „Augsburg fasziniert mich vor allem durch seine lange und bedeutende Geschichte – sie erinnert mich in gewisser Weise an meine eigene Heimat. Spaziergänge durch die Altstadt oder ein Besuch in einem der kleinen Cafés gehören für mich zu den schönsten Momenten der Entspannung“, betont sie.

Jelena ist unermüdlich und hat viele musikalische Ideen und Visionen. Sie plant mehrere Konzerte und Kooperationen mit Künstlern aus Augsburg sowie Projekte an der Universität Augsburg. Außerdem träumt sie davon, im Jahr 2027 ein neues Festival in Augsburg ins Leben zu rufen. Ihr Können zeigt Stojković auch auf ihren Solo-CDs „Roses of East“ (2021) und „Schubert Echos“ (2024).

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