Als auffallend erfolgreicher Torschütze fiel Arthur Chaves in seiner bisherigen Karriere eher nicht auf. In seinen ersten sieben Spielen für den FC Augsburg gelangen dem Innenverteidiger bereits zwei Tore und damit nur eines weniger als in der Saison 2023/24 als er in der zweiten portugiesischen Liga drei Tore in zwanzig Einsätzen erzielte. Am Freitag trifft er zum ersten Mal mit seinem neuen Club auf seinen Stammverein, die TSG Hoffenheim, von der er bis Sommer ausgeliehen ist.
Wirklich bewusst passierte es nicht, doch direkt in seinem ersten Einsatz für Rot-Grün-Weiß traf Chaves mit seinem Hinterkopf das Tor – und das ausgerechnet gegen den Rekordmeister. Sein Tor zum zwischenzeitlichen Ausgleich leitete die bis dato einzige Saison-Niederlage des FC Bayern in der Bundesliga ein. Damals steckte der FCA noch deutlich tiefer im Abstiegskampf fest und schaffte sich mit diesem Erfolgserlebnis die Basis für erfolgreiche Wochen im Februar. Aufgrund weniger erfolgreicher Wochen im März, in dem die Augsburger jedes ihrer drei Spiele verloren, richtet sich der Blick in der Tabelle eher wieder gen unten. Sieben Punkte beträgt der aktuelle Vorsprung auf den Relegationsplatz bei noch sechs ausstehenden Partien. Da mit Chaves zweitem Tor für den FCA nur ein Unentschieden gegen den HSV und kein weiterer Dreier verbunden war, ist die Lage im Abstiegskampf noch nicht komplett bereinigt.
Arthur Chaves: „Verlierst du zweimal, bist du unten drin“
Am Freitag um 20:30 läutet der FCA den 29. Spieltag ein und das wahrscheinlich wieder mit dem Brasilianer Chaves in der Startelf. Dieser weiß genau, worauf es im Abstiegskampf ankommt, entkam er diesem mit der TSG Hoffenheim in der vergangenen Saison doch nur knapp. 32 Punkte reichten damals für Platz 15 und den sicheren Klassenerhalt, dieses Jahr könnte es enger werden. Auch deshalb warnte Chaves vor Kurzem im AJ-Interview: „Wir müssen hellwach bleiben. Die Bundesliga ist gnadenlos: Verlierst du zwei Spiele, steckst du unten drin.“
Anpassungsschwierigkeiten hatte der Winterneuzugang keine in der Fuggerstadt: „Was mir in dieser Situation am meisten geholfen hat, waren meine Mitspieler. Sie haben mir in den zwei Tagen vor dem Spiel extrem viel Vertrauen gegeben.
In der Kabine und auf dem Rasen haben sie mir das Gefühl gegeben: „Spiel einfach dein Spiel, du musst hier nichts Besonderes machen, nur weil du neu bist.“ Das hat mir den Druck genommen“, erzählte er. Worauf es am Freitagabend ankommen wird, ist aus seiner Sicht klar: Es geht darum, leistungstechnisch ans Maximum heranzukommen und die Stürmer unter Druck zu setzen. „In der Bundesliga geben die Stürmer immer 100 Prozent, und du als Verteidiger musst das auch tun, um zu bestehen. Ich liebe diesen Stil. Die Intensität hier ist verrückt“, so Chaves.
Seine Gründe für den Wechsel zum FCA
Nicht ganz so verrückt sind seine Gründe für den Wechsel zum FCA gewesen. Kam er zum Saisonbeginn bei der TSG noch regelmäßig zum Einsatz, verzichtete Christian Ilzer in der Folge fast vollständig auf den 25-Jährigen. „Es war eine reine Trainerentscheidung, dass ich nicht mehr so viel gespielt habe. Ich kann ihm aber nicht böse sein, denn wenn man sieht, wo Hoffenheim steht, hat er viele richtige Entscheidungen getroffen“, reflektiert Chaves die letzten Monate in Hoffenheim.
In der Tat hat sich der Hopp-Club zum Europa-Aspiranten gemausert, auch wenn von den letzten fünf Spielen nur eines gewonnen werden konnte. Zuletzt setzte es eine bittere 2:1-Pleite gegen Mainz 05, zuvor eine 5:0-Klatsche in Leipzig. Ein guter Zeitpunkt also für den FCA, um auf den Tabellenfünften zu treffen? Abwarten, schließlich ist die Bilanz des FCA in den letzten fünf Spielen identisch mit der der TSG.
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