André Bücker, Staatstheater-Intendant, verursachte wohl durch seinen „Wutpost“ zur stagnierenden Theatersanierung die Info-Veranstaltung.

André Bückers Kritik über den schleppenden Umbau des Theaterstandortes Augsburg („Baugrubentristesse“) führte zu einem Info-Abend der Stadt mit Baureferent Gerd Merkle, Kulturreferent Jürgen Enninger und Architekt Walter Achatz. Erkenntnis: Es dauert noch länger und wird noch mehr kosten. Die aktuellen Schätzungen steigen laut Stadt von 320 auf bis zu 340 Millionen Euro.

Doch der Reihe nach: Eine mehrstündige Präsentation mit viel bereits Geahntem kam zu der Erkenntnis: Es muss voran gehen, alles andere wäre nämlich dann wohl der Supergau.

Anzeige
Die Informationsveranstaltung des Kulturreferats sollte für Transparenz sorgen. Theater bedeute ja schließlich Dialog, wie es Kulturreferent Jürgen Enninger zu Beginn der fast vierstündigen Veranstaltung betonte.
Nun, ob es sich hier um Transparenz oder einfach nicht weg zu diskutierende Fakten handelt, sei dahin gestellt: Die Fragen des AugsburgJournals, die sich uns angesichts des ungewöhnlichen Facebook-Posts stellten, wurden dann im Zuge der umfangreichen Erläuterungen von Baureferent Gerd Merkle, Architekt Walter Achatz und Elisabeth Krön vom externen Termin- und Kostencontrolling schließlich zwar beantwortet, jedoch alles unter dem Schlagsatz: „Wir können nicht in eine Glaskugel schauen, es ist volatil!“
Ist der Theaterumbau im Zeitplan? Nein, denn das Große Haus wird nicht im Jahr 2027 wieder eröffnet? Die geplante Übergabe verschiebt sich von geplanten Termin 1.6.2026 um 19 Monate auf den 20.12.2027. In puncto Betriebsgebäude verschiebt sich die Übergabe um 23 Monate vom 1.2.2027 auf den 22.12.2028 und beim kleinen Haus gar um 30 Monate vom 24.6.2026 auf den 22.12.2028.
Die terminlichen Verzögerungen, auch durch die Tatsache, dass man sich von einem Fachplaner trennen musste, sind das eine. Hinzu kommen Kostensteigerungen, die aber derzeit nicht benannt werden könnten: „Wir wissen nicht, wo die Kosten letztendlich liegen!“ Die internationale Konjunkturlage, teurere Baumaterialien aufgrund der Krisen (Corona, Ukraine-Krieg…) seien hier ursächlich.
Der anwesende Staatstheater-Intendant Andre Bücker meinte, dass man dennoch so schnell wie möglich das Projekt zum Abschluss bringen müsse, nur dies würde am Ende des Tages in der Gesamtschau Kosten sparen.
Ein ausführlicher Bericht folgt.
Text und Bilder: Marion Buk-Kluger
Anzeige