Ich möchte, dass man etwas fühlt – was auch immer es ist. Wenn ich es schaffe, Menschen zu berühren, bin ich glücklich“, sagt Fernanda von Sachsen, die 26-jährige preisgekrönte Komponistin und Jazzsängerin aus Rommelsried bei Kutzenhausen.
Mit ihrer Musik erzählt sie Geschichten und entführt ihr Publikum auf eine emotionale Reise. Wenn man sie auf der Bühne erlebt, reißen ihre Authentizität, ihre Hingabe und ihre Leidenschaft einen mit.
Texte sind der Komponistin dabei besonders wichtig. Sie schreibt über das, was sie beobachtet, fühlt und was sie beschäftigt. Momentan fokussiert sie sich auf sozialkritische Themen, vor allem auf Feminismus. „Ich möchte Menschen zum Nachdenken anregen, oder dass sie sich gehört, verstanden oder sogar angegriffen fühlen.“
Fernanda von Sachsen: „Irgendwann war mir der Klassikbereich zu festgefahren“
Fernandas Kompositionsstil ist von der klassischen Musik geprägt, da sie dank ihrer Opernsängerin-Mutter damit groß geworden ist. „Das trage ich ganz tief in mir, aber irgendwann war mir der Klassikbereich zu festgefahren und ich habe mich danach gesehnt, im Moment Neues zu erfinden, und begann so am Klavier zu improvisieren. Irgendwann ging es dann Richtung Jazz“, erzählt sie.
Eine Zeit lang lebte sich die Musikerin auch als Schauspielerin aus, doch am Ende entschied sie sich für die Musik. Und das mit Erfolg, denn eines Tages kam bei ihr eine E-Mail vom Staatsministerium an.
„Ich habe laut geschrien, da ich gar nicht glauben konnte, den Bayerischen Kunstförderpreis 2025 erhalten zu haben. Ich wusste nicht, dass ich für diesen Preis nominiert worden bin“, erinnert sich die Sängerin. „Diesen Preis zu bekommen ist eine riesige Ehre. Es bedeutet mir sehr viel, dass meine Arbeit als sozialkritische und politische Künstlerin gewürdigt und unterstützt wird und dass sich dadurch neue Möglichkeiten eröffnen.“
Zahlreichen Auszeichnungen und mediale Aufmerksamkeit für Fernanda von Sachsen
Das vergangene Jahr war für Fernanda sehr erfolgreich und reich an Auszeichnungen. Sie gewann unter anderem den 1. Platz beim Kurt Maas Jazz Award 2025, wurde gemeinsam mit dem Pianisten Pablo Struff beim Jungen Münchner Jazzpreis 2025 ausgezeichnet und erhielt den Dina van Driesten Jazzpreis 2025, verliehen vom Münchner Verein zur Förderung von Jazz e. V. Durch die zahlreichen Auszeichnungen sieht sie mehrere Vorteile, wie die mediale Aufmerksamkeit. Diese sei für Musikerinnen und Musiker sehr wichtig, um ein neues Publikum zu erreichen. Außerdem kann sie das Preisgeld gut in ihre musikalischen Projekte investieren, zum Beispiel in die Aufnahme ihres Debütalbums. Von Sachsen fühlt sich dadurch bestärkt weiterzumachen.
Momentan wohnt Fernanda in München und studiert Master im Jazzgesang in Hamburg. Sie gibt aktiv Konzerte und arbeitet derzeit an ihrem Debütalbum, das sie in diesem Jahr mit ihrem Quartett aufnehmen wird. Das ist aktuell ihr Hauptprojekt. „Zudem habe ich noch andere Projekte, wie meine Suite für Streichquartett, Rhythm Section und Gesang, mein Duo mit Pablo Struff sowie „Das gibt’s nur einmal“, wobei es sich um Arrangements von Stücken des deutsch-jüdischen Komponisten W.R.Heymann handelt, die Marina Schlagintweit und ich für Jazzquartett geschrieben haben“, zählt sie auf. Sie möchte so viel wie möglich spielen und dabei musikalisch weiterwachsen. „Das ist das Schöne an Musik. Man ist niemals fertig. Weder man selbst, noch die Stücke… Es ist eine ständige Reise!“
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