Immer wieder haben wir ja rein vegane Restaurants der Fuggerstadt unter die Lupe genommen und dabei fast ausschließlich positive Erfahrungen gesammelt – vielen gemeinsam war vor allem der engagierte Spirit und die Liebe zu den verwendeten pflanzlichen Produkten. Keine Ausnahme macht da wohl auch Katja Kaminski, die seit Mai letzten Jahres das „Rübenrot“ im Hochfeld führt. Für die erfahrene vegane Köchin und Küchenchefin geht damit „ein Lebenstraum“ in Erfüllung. Ihr Credo: „Beim Kochen achte ich sowohl auf Saisonalität, als auch auf Regionalität und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.“ Ebenso hohen Stellenwert erfährt im Rübenrot der wertschätzende Umgang sowohl untereinander im Team als auch gegenüber den Gästen.

Ambiente ★ ★ ★

Die ehemalige Gaststätte Hochfeld – zuletzt ein durchaus beliebter „Stadtteil-Grieche“ – strahlt einerseits immer noch die gemächliche Gediegenheit einer Traditionswirtschaft aus. Doch im einladend hellen Gastraum mit den hohen Rundbogenfenstern und neuem Massivholzmobiliar ist darüber hinaus ein Geist eingezogen, der Verantwortungsbewusstsein auch als politisches Statement widerspiegelt. Auch im schönen Garten mit Laubengang, farbigen Biergarnituren, Hochbeet-Kräutergarten sowie spannenden Entdecker-Ecken für Kinder entsteht ein Ambiente entspannter bunter Vielfalt. Alternativ und bodenständig – eben kein Gegensatz.

Essen im Rübenrot ★ ★ ★ ★

Als Vorspeise gab´s von der Mittagskarte ein feines Süppchen mit gelben Linsen, Kichererbsen, Kokosmilch und Ingwer (5,50 €). Besonders gefallen hat uns auch die cremig-körnige Konsistenz: die Zutaten nicht passiert, sondern eben teils „mit Biss“. Für den „kleinen Hunger“ eigentlich schon ausreichend und super-lecker waren die Wurzelg´mias-Crostini (9,50 €) mit würziger Waldpilz-Walnuss Creme auf geröstetem Bauernbrot. Dieses noch garniert mit zu Antipasti geschmortem Wurzelgemüse und Kartoffelstroh. Ein knackig-aromatisches Vergnügen! Als „D´ Hauptsach“ mundete uns – eigentlich von der Abendkarte – ein kräftiges Schwammerlgulasch (18,50 €) mit Austernpilzen, Champignons, Herbsttrompeten und Steinpilzen. Die dazu gereichten gebräunten Serviettenknödel machten dieses winterliche Vergnügen perfekt. Und das hausgemachte Seitanschnitzel – ganz klar kein Convenienceprodukt – zu 17,20 € dürfte auch neugierigen Nicht-Veganern ein anerkennendes Nicken entlocken. Frisch aus dem Ofen kam zum Abschluss ein intensiv duftender, fluffiger Apfel-Zimtkuchen (3,50 €) auf den Tisch, der bewies, dass „ohne Eier und Butter“ keinerlei Abstrich beim Geschmack bedeutet. Top!

Trinken ★ ★ ★ ★

Selbstgemachte Limonaden, bei denen u.a. die hauseigenen Kräuter – mit Beeren eingekocht zu Sirup – zur Verwendung kommen, sorgen für ganz unverwechselbare Geschmackserlebnisse. Von der kleinen Weinkarte – einer Auswahl vom Weingut Alfred Huber in Durbach an der badischen Weinstraße – wählten wir den „Klingelberger“ (Riesling), das Glas 0,2l zu 5,50 €, der mit seiner Pfirsich-Aprikosen-Aromatik gefiel. Für Bierfreunde gibt´s Schwarzbräu-Spezialitäten und wer einen „Sekko soziale“ schlürft, unterstützt damit EXIT-Deutschland, eine Initiative für den Ausstieg aus rechtsextremen Strukturen.

Service ★ ★ ★ ★

Ein weiterer Rübenrot-Pluspunkt: Supernetter, aufmerksamer Service, der alle Nachfragen freundlich beantwortet und auch eine Prise Humor besitzt. Klasse!

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