Die Augsburger CSU-Fraktion hat gemeinsam mit der Grünen-Fraktion einen außergewöhnlichen Stadtrats-Antrag gestellt. Überschrift: „Queere Anlauf- und Beratungsstelle – Für ein diskriminierungsfreies und selbstbestimmtes Leben“.

Queere Beratungsstelle Augsburg

Anzeige

Auf der Website des Schwulen- und Lesbenverbands wird der Begriff „queer“ wie folgt definiert: „Queer wird häufig als Sammelbegriff für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen verwendet. Als Selbstbezeichnung wird er aber oft auch benutzt, um eine Identität, jenseits von Kategorien wie „Mann“ und „Frau“ oder „heterosexuell“ und „lesbisch“/ „schwul“ zu bezeichnen. Queer kann sich auch auf eine Haltung beziehen, die Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität in Frage stellt.“

Bisher war die konservative bayerische Partei CSU nicht damit aufgefallen, offensiv für die Rechte queerer, lesbischer und schwuler Menschen einzutreten. Jetzt hat sich die Augsburger CSU aber genau das auf die Fahne geschrieben und will gemeinsam mit den Grünen das Projekt „Queere Beratungsstelle Augsburg“ starten.

CSU-Fraktionschef Leo Dietz begründet den Antrag

Deswegen ist der Antrag außergewöhnlich und könnte der Beginn eines neuerlichen Kurswechsels hin zu einem fortschrittlichen Programm sein. Auch bei der geplanten Maxstraßen-Vollsperrung und der Abschaffung der Semmeltaste hatte die CSU schon neue Wege eingeschlagen und war auf die Linie des grünen Koalitionspartners eingeschwenkt.

CSU-Fraktionschef Leo Dietz begründet den Vorstoß so: „Wir sehen es als Aufgabe unserer Stadtgesellschaft an alles zu tun, dass queere Jugendliche und junge Erwachsene selbstbestimmt und diskriminierungsfrei leben können… Damit sendet die Stadt ein wichtiges Signal in Richtung aller Menschen aus, die von struktureller oder individueller Diskriminierung betroffen sind.”

Anzeige