Tina Rupprecht ist in der Form ihres Lebens. Das neue Ziel der Augsburger Boxerin ist Amerika.

Es war, als ob sie nie weg gewesen wäre. Die Augsburger Boxerin Tina Rupprecht verteidigte nach 504 Tagen ohne Kampf in souveräner Manier ihren Weltmeistertitel gegen die peruanische Herausforderin Rocio Gaspar. Die Pause bis zum nächsten Kampf soll allerdings deutlich kürzer ausfallen, denn für 2023 hat „Tiny“ Tina große Ziele.

Als Tina Rupprecht mit 15 Jahren das Boxen anfing, war ihr sofort klar „in diesem Sport will ich erfolgreich werden.“ Fortan tat sie alles dafür, dieses Ziel zu verwirklichen. „Mit 16 habe ich ein Plakat gemacht, ein Bild von mir in die Mitte geklebt von einem Amateurkampf, bei dem ich zum ersten Mal Deutsche Meisterin geworden bin. Darunter habe ich fett geschrieben ‚Ich will Weltmeisterin werden‘ und habe drumherum alles aufgeschrieben, was ich dafür machen muss, wie auf meinen Trainer hören oder jeden zu Tag trainieren.“

Dass dieser Traum dann zehn Jahre später in Erfüllung ging, hat die mittlerweile 30-Jährige genau dieser Herangehensweise zu verdanken. Denn neben dem ganzen Boxtraining fokussiert sich Rupprecht verstärkt auf mentale Aspekte. Im Vorfeld des Kampfes mit Rocio Gaspar ließ sie sich sogar regelmäßig von der professionellen Heilpraktikerin Christina Herrmann hypnotisieren. „Da haben wir mein Unterbewusstsein auf Sieg programmiert.“ Wie sich zeigte mit durchschlagendem Erfolg. Denn den Kampf dominierte die WBC-Weltmeisterin nach Belieben, die Ergebnisse der Ringrichter fielen entsprechend eindeutig aus – 99:91,98:92 und 97:93 lautete das einstimmige Urteil zugunsten der Augsburgerin, die mit ihrer Leistung mehr als zufrieden war: „Ich bin mega happy, der Trainer auch, das Zusammenspiel zwischen uns hat perfekt funktioniert.“

Die Kraft, die Tin Rupprecht aus maximal 47,6 Kilogramm Gewicht rausholt, ist beeindruckend.

Der große Traum von Tina Rupprecht: Die Vereinigung aller Verbandstitel

Das Plakat von damals hielt Rupprecht übrigens unverhofft zehn Jahre später wieder in den Händen, bereits als Weltmeisterin. „ich hatte ganz vergessen, dass ich das gemacht hatte, das war ein schöner Moment.“ Was könnte man sich also nach diversen erfolgreichen Titelverteidigungen noch mehr wünschen? Die passionierte Kämpferin weiß es ganz genau: „Mein großer Traum ist eine Titelvereinigung mit den anderen großen Verbänden, es ist noch nicht spruchreif, aber es sieht gut aus.“ Diese soll, wenn alles klappt, schon beim nächsten großen Fight im März stattfinden.

Ob gegen die WBA-Weltmeisterin aus den USA oder die IBF- und WBO-Titelhalterin aus Costa Rica macht für Rupprecht keinen Unterschied. Am liebsten wäre ihr ein Kampf in Amerika. Überhaupt aber hat die Augsburgerin viel vor im neuen Jahr. Neben dem Vereinigungskampf im März sollen noch zwei weitere Fights, einer im Juli und einer Ende des Jahres, stattfinden, davon mindestens einer hier in der Region.
Eines ist in jedem Fall sicher. Auch nach einer kürzer ausfallenden Pause wird Tina Rupprecht komplett fit uns schlagfertig in den Ring zurückkehren – „schließlich bin ich aktuell in der besten Form meines Lebens.“

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