Die Ruhe nach dem Sturm

FCA: Suche nach neuem Trainer und einem Präsident läuft auf Hochtouren

Während andere Bundesligaclubs längst auf dem Transfermarkt tätig sind und dort Nägel mit Köpfen machen, ist man beim FC Augsburg noch immer dabei, die Scherben des Drama-Wochenendes aufzulesen, seit dem der Verein ohne Präsident und Trainer dasteht. Schnelle oder gar überstürzte Entscheidungen sind nicht in Sicht.
Viele Namen kursieren derzeit rund um den FCA-Kosmos. Auf der Trainerposition hält sich vor allem der von Enrico Maaßen. Der 38-Jährige ist derzeit Trainer bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund und kann noch keine Erfahrung in den höheren Profiligen vorweisen, könnte vom FCA aber eine Chance bekommen. Mehr Erfahrung hätten zum Beispiel Sebastian Hoeneß, der nach der Saison seinen Hut bei der TSG Hoffenheim nehmen musste, oder Adi Hütter, der die Gladbacher anders als die Frankfurter nicht zu den erwünschten Erfolgen führte. Hütter wie auch Hoeneß stehen ebenfalls bei anderen Bundesligisten im Fokus, das Trainerkarussell ist voll im Gange.
In diesem könnte auch Markus Weinzierl wieder auftauchen. Berichte, wonach der 47-Jährige kurz vor der Vertragsunterschrift bei den Hoffenheimern sei, dementierte der Club allerdings.
Wie aus informierten Kreisen jedoch zu hören ist, soll die Suche nach dem Präsidenten aktuell vielleicht sogar eine noch höhere Priorität genießen, als die des Trainers. Während Ex-OB Kurt Gribl und Aufsichtsratsmitglied Gerhard Wiedemann offenbar kein Interesse haben, scheint Medienberichten zufolge der Augsburger Stadtrat und frühere OB in Lindau, Dr. Gerhard Ecker, ein ernster Kandidat zu sein. Dieser könnte als Zwischen- oder sogar Dauerlösung fungieren, bis zur nächsten Jahreshauptversammlung oder darüber hinaus.
Große Ungewissheit gibt es nach wie vor bei den Spielern. Sowohl Alfred Finnbogason als auch Jan Moravek besitzen Arbeitspapiere, die zum 30. Juni auslaufen. Der neue Trainer soll entscheiden, wie es mit den beiden weitergeht, alles andere als ein Abgang wäre jedoch bei beiden verwunderlich. Sicher den Verein verlassen wird auch Ex-Kapitän Daniel Baier, der seit einem Jahr im Scoutingbereich bei den Augsburgern tätig war. Dort wird er künftig bei Wolfsburg eingesetzt.
Ein weiterer Abgang mit Beigeschmack, der die Fanseele schmerzt, denn auch für Baier gab es keine offizielle Verabschiedung.
Weiter offen sind ebenfalls die Fragen nach den rückkehrenden Leihspielern wie Felix Götze, Maurice Malone oder Keeper Lukas Petkov, deren Verträge allesamt noch bis 2024 laufen.
Das größte Augsburger Nachwuchstalent Dzenan Pejcinovic trumpft derzeit bei der U17-EM in Israel groß auf, erzielte im Auftaktspiel wenige Sekunden nach seiner Einwechslung das Siegtor zum 3:2-Erfolg über Italien. Für die B-Junioren traf der 17-jährige Mittelstürmer zwölfmal in 16 Spielen, in der U19 kam er in vier Spielen auf ein Tor wie zwei Vorlagen. Das blieb auch international nicht unbemerkt, selbst große Vereine wie Manchester City, Juventus Turin oder der AC Mailand sollen konkretes Interesse an Pejcinovic an den Tag legen. Da dessen Vertrag am 30. Juni endet, wäre sogar ein ablösefreier Abgang möglich, der FCA soll dem Vernehmen nach aber eine Klausel für einen Anschlussvertrag besitzen.
Bei dieser Menge an offenen Fragen und Unklarheiten dürfte beim FC Augsburg auch in den kommenden Wochen kaum Ruhe einkehren, die allerdings dringend benötigt wird. Schließlich droht der Klassenerhalt in der kommenden Saison die schwierigste Mission seit Jahren zu werden.