Rückfall in alte Muster

Knappe 2:3-FCA-Niederlage bedeutet Gladbacher Befreiungsschlag

Hohe Erwartungen hatte man beim FC Augsburg, nachdem man in der Vorwoche beim 2:0 gegen Union Berlin einen der besten Auftritte der Saison gezeigt hatte. Never change a winning team dachte sich auch Coach Markus Weinzierl und schickte bis auf den an Corona erkrankten Arne Maier – ihn ersetzte Jan Moravek – die gleiche Elf auf den Platz, jedoch mit einem völlig anderen Ausgang.
Zwar zeigten sich die Augsburger in den ersten 15 Minuten engagiert, die Sicherheit im eigenen Ballbesitz war ihnen jedoch größtenteils abhanden gekommen. Zu keiner Zeit bekam man ausgedehnte Kontrolle über das Spiel, viele einfache Ballverluste kennzeichneten das Spiel der Gäste.
Dennoch verbuchte der FCA die erste große Chance – nach einer guten Flanke Raphael Frambergers war Keeper Yann Sommer bei André Hahns Kopfball erstmals richtig gefordert. Direkt im Gegenzug folgte die erste große Chance der Borussia, Breel Embolo zielte jedoch zu ungenau.
Trotzdem hatte die Mannschaft von Adi Hütter, dessen Stuhl im Vorfeld der Partie nicht mehr der sicherste war, von da an alles im Griff und ging folgerichtig nach einer halben Stunde in Führung. Alassane Plea flankte von links, Kouadio Koné köpfte unbedrängt ein. Bis zur Halbzeit passierte nichts mehr, dafür aber kurz danach. Denn Gladbach erhöhte bereits nach wenigen Sekunden die Führung, während die Augsburger mit dem Kopf noch in der Kabine schienen. Ohne große Gegenwehr kombinierten sich die Gladbacher vors Tor, wo Jonas Hofmanns Direktabnahme Rafal Gikiewicz keine Chance ließ.
Damit war alles, was man sich als FCA in der Pause vorgenommen hatte, hinfällig und die Partie praktisch gelaufen. Zwar verkürzte der FCA durch Iago in Minute 56, nach einer Flanke von Hahn, die von Ruben Vargas verlängert wurde, sehenswert zum 1:2, die Hoffnung währte aber nur kurz: Denn Rami Bensebaini stellte in der 67. Minute den alten Abstand wieder her. Wieder ohne viel Gegenwehr kombinierten die Gladbacher durch Augsburgs Abwehrreihen, eine platzierte Flanke von Florian Neuhaus köpfte Bensebaini lässig ein. Der eingewechselte Alfred Finnbogason markierte zwar in der Nachspielzeit noch den erneuten Anschlusstreffer, Spannung kam jedoch keine mehr auf.
Wieder ließ der FCA einer starken Leistung vor eigenen Zuschauern eine schwache Auswärtsniederlage folgen, ein Fakt, der auch Rafal Gikiewicz nach dem Spiel nervte. „Es ist schade, weil wir das zweite Spiel in Folge gewinnen und eine kleine Serie starten wollten“, so der Schlussmann, der die Gründe für die Niederlage klar ansprach. „Wir waren alle ab der ersten Minute nicht gut, hatten zu wenig Sprints, verlieren die Duelle.“
Ähnlich sah es auch André Hahn, der es jedoch positiv bewertete, dass die Mannschaft nach dem 3:1 nicht komplett einbrach. „Wir sind als Mannschaft nach dem Spiel gegen Leverkusen zusammengerückt, heute wollten wir den nächsten Schritt gehen, aber wir haben die Konstanz nicht drin.“
Nach drei Niederlagen aus den letzten vier Auswärtsspielen stehen für den konstant inkonstanten FCA zwei Heimspiele in Folge an, nächsten Samstag gegen Freiburg, dann kommt Dortmund.
Gegen Christian Streichs Team aus dem Breisgau gab es für die Augsburger in der Hinrunde eine klare 0:3-Klatsche – man darf gespannt sein, welches Gesicht die Fans zu sehen bekommen.

 

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