Anderswo gibt es Gewaltprobleme in Bädern und an Seen – in Augsburg ist das Badevergnügen ungetrübt.Foto: Stadt Augsburg

Massenschlägerei“, „No-go-area“ – ob Berlin oder Bozen, allenthalben sind in diesen Tagen Berichte über Gewaltausbrüche in Freibädern oder an Badeseen zu lesen. In Augsburg kennt man solche Probleme laut Sportreferent Jürgen Enninger nicht. Auch die Polizei sorgt sich deutlich mehr um Diebstähle in Bädern und Seen.

Dass es auch im eher beschaulichen Augsburg zu Gewaltexzessen kommen kann, hatte die sogenannte „Chaos-Nacht“ (19./20. Juni) vor einem Jahr in der Maxstraße gezeigt. Danach getroffene Maßnahmen könnten dazu beigetragen haben, „dass wir bisher einen erfolgreichen, friedlichen Stadtsommer erleben“, sagt der Augsburger Ordnungsreferent Frank Pintsch.

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„Die Stadt hatte zum Stadtsommer bereits im März 2021 eine Erweiterung der Außengastronomie und eine Beruhigung der Maximilianstraße für den Verkehr erlassen, was sich rückblickend als sinnvoll herausstellte“, so Pintsch. Nach dem Wochenende Mitte Juni habe es eine weitere Zugangsbeschränkung am Herkulesbrunnen gegeben, um Ballungen – damals auch aus Infektionsschutzgründen – zu vermeiden.

Zudem habe es ein Glasflaschenverbot gegeben, das sich sehr positiv auf Sauberkeit und Sicherheit ausgewirkt hat. „Und wir haben intensiv mit präventiven Mitteln, zum Beispiel der Aufarbeitung der Beweggründe, gearbeitet und öffentliche Räume für junge Menschen gezielt offengehalten.“

Gleichwohl kursieren Bedenken, Missetäter könnten ihr Betätigungsfeld am Kö und in der Maxstraße jetzt im Sommer mit Badeseen oder Freibädern getauscht haben. Eine solche Beobachtung machen laut Referent Pintsch aktuell weder Polizei noch der städtische Ordnungsdienst. „Verlagernde HotSpots haben sich nicht gebildet. Die Entwicklungen haben wir mit der Polizei fest im Blick.“

Betretungsverbote für bestimmte auffällige Personen, die alle bestandskräftig und akzeptiert wurden, hätten zur Sicherheit und Aufenthaltsqualität in der City beigetragen und wirkten gezielt und pädagogisch, ohne die Rechte anderer Personen einzuschränken. „So können wir die Freiheiten für die Bürgerinnen und Bürger gut gewährleisten.“
Durch den Stadtsommer 2022 mit einer erweiterten Außengastronomie und der Beruhigung der Maximilianstraße für den Durchgangsverkehr in den Abendstunden, aber auch der Wiedereröffnung von Clubs und Discos und den Stadtstränden erlebe Augsburg bisher einen erfolgreichen und friedlichen Stadtsommer, der auch die Bürgerinnen und Bürger zum Besuch der Innenstadt einlädt.

Mit einem sehr gezielten Glasbehältnisverbot am Herkulesbrunnen sorge das Ordnungsamt für Sicherheit und Sauberkeit am zentralen Welterbe-Brunnen. „Aktuell haben wir eine sehr friedliche Atmosphäre in der Stadt und wir freuen uns über diese Entwicklung“, so Referent Pintsch.

In Augsburger Schwimmbädern noch keine Hausverbote

Sehr friedlich läuft es auch Sicht von Sportreferent Jürgen Enninger auch in den städtischen Freibädern und an den Augsburger Seen ab. Exzesse mit Massenschlägereien oder Vergewaltigungen, wie sie aus anderen Städten Schlagzeilen mach(t)en, gibt es hier nicht. Beleg der friedlichen Stimmung: In der laufenden Badesaison musste man nach Kenntnis des zuständigen Referenten noch kein einziges Hausverbot in einem Freibad erteilen.
Ein Indiz für den friedlichen Umgang miteinander in der Friedensstadt könnte die Polizeistatistik sein. Soweit die Parameter der Anzeigenerstattung passen, gab es in den letzten zehn Jahren in Nordschwaben zwischen Null (2021 pandemiebedingt) und zehn Anzeigen (2016) wegen Körperverletzung. Wie anhand der Statistiken zu sehen ist, seien Freibäder und Badeseen in der Region definitiv kein polizeilicher Schwerpunkt, so Polizeisprecher Siegfried Hartmann.

Wesentlich mehr Arbeit machten der Polizei Diebstahlsdelikte, wo es im „Spitzenjahr“ 2015 deren 84 Anzeigen gab. Also: Unbedingt beim Baden auf Geldbörse, Handy, Wertgegenstände aufpassen!

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