Start zum Gögginger Frühlingsfest

Massen ohne Masken

Es ist, wie es früher (vor Corona) war. Nein, die vorwiegend jugendlichen Menschen im voll besetzten Zelt auf dem Gögginger Frühlingsfest scheinen noch ausgelassener, stehen nicht nur beim ersten Ton der Band „Freibier“ auf den Tischen, sondern tanzen auch in den engen Gängen. Stimmung pur, die Freiheit ist zurück.
Masken sind nicht mehr vorgeschrieben für die Masse in Dirndl und Lederhosen, von denen jeder am Eingang gemäß der 2G-plus-Regel – vollständig geimpft, genesen (jeweils mit aktuellem Schnelltest) oder geboostert – auf die Schnelle kontrolliert wurde.
„Irgendwie schon seltsam“, sagt eine der älteren Besucherinnen, inmitten der Königstreuen, die – natürlich voll herausgeputzt in Tracht und mit Gamsbart-geschmückten Hüten – nicht fehlen. „So ganz ohne Maske“, sei doch noch ein mulmiges Gefühl angesichts der Rekordwerte bei der Corona-Inzidenz. Andererseits: Die Leute brauchen nach schweren Zeiten, die ja nicht zu Ende sind (Stichwort: Krieg) auch einen Ausgleich und Nähe. So sieht es auch der Schausteller-Vorsitzende Josef Diebold, der natürlich froh ist, dass es für seine arg gebeutelte Branche wieder einen Neustart gibt. Sein Verband veranstaltet, wie berichtet, diesmal Augsburgs erstes Volksfest nach zwei Jahren Pause, weil die Stadt hier noch abgesagt hat. Sie will aber ab Ostersonntag den Plärrer wie gewohnt verantworten.
Zurück zum Frühlingsfest in Göggingen auf der angestammten Fläche an der Pfarrer-Bogner-Straße nahe der B 17. Es läuft bis zum nächsten Sonntag, 3. April, und bietet speziell im Zelt ein abwechslungsreiches Programm – angelehnt an frühere Feste.
Aber auch draußen auf dem kleinen Festplatz geht es rund, etwa auf dem Kinderkarussell. Imbiss- und Vergnügungsstände – Steckerlfisch, Süßwaren, Schießstand – und nicht zuletzt ein Autoscooter gehören zu den Attraktionen für Groß und Klein.
Auffällig (wie schon erwähnt) bereits am Starttag, also am Freitagabend: Die Tracht ist nicht aus der Mode – ganz im Gegenteil. Gerade bei den jungen Leuten sind fesche Dirndl in allen Varianten (durchaus auch mit Sportschuhen und Sneakers) sowie Lederhosen und karierte Trachtenhemden in allen Farben nach wie vor beliebt. Da fallen eher die wenigen Volksfest-Besucher in normaler Alltagskleidung auf.

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