Mona Neubaur aus Greater Augsburg (Foto: NRW-Grüne) hat es geschafft. Unsere Titelheldin der Juni-Ausgabe des Augsburg Journals wird am Mittwoch (29. Juni) zur stellvertretenden Ministerpräsidentin des größten deutschen Bundeslandes gewählt.

Die Grünen-Politikerin ist damit die zweite Augsburgerin, die es an die Spitze einer Landesregierung geschafft hat. Zuvor war die Augsburgerin Bettina Jarasch zur Berliner Bürgermeisterin gewählt worden. Sie trat ebenfalls für die Grünen an.

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Mona Neubaur (rechts), Bettina Jarasch (links) und Claudia Roth auf dem Titel des Augsburg Journals

Die stärkste grüne Landespolitikerin ist aber ohne Zweifel Mona Neubaur aus dem Landkreis Aichach-Friedberg. Sie wird im Düsseldorfer Kabinett als Superministerin für Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klima und Energie regieren.

Neubaur kämpfte in der Bielefelder Stadthalle wie eine Löwin für den Koalitionsvertrag mit der NRW-CDU. Trotz Gegenwind von der grünen Basis erreichte sie 85 Prozent der Stimmen. Minutenlang beklatschen die Grünen anschließend ihren Star Mona Neubaur, die künftige Vize-Regierungschefin von Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Schon als die Aichacherin in die Halle kam, erhielt sie Standing Ovations. Denn als Spitzenkandidatin hatte sie das Grünen-Ergebnis auf 18,2 Prozent verdreifacht. Wie die Spitzenkandidatin reagierte: Sie weinte. Es waren Tränen, mit denen sie ihrer Emotion freien Lauf ließ.

Zum Koalitionsvertrag sagte die studierte Diplom-Pädagogin: „Das hat Zeit gebraucht, das hat Nerven gebraucht, zu oft bis zum frühen Morgen.“

Neubaur trug wie immer schwarze Kleidung. Man hat sie selten anders gesehen. Oft sind es Lederjacken, in Bielefeld wählte sie einen schwarzen Einteiler.

Mona Neubaur: Ihr Großvater nahm sie mit zum Fußball

Am 1. Juli kann Mona Neubaur noch einmal feiern. Die neue Superministerin wird 45 Jahre alt. Geboren wurde sie 1977 in Pöttmes bei Aichach. Ihr Vater war Kunstschmied, ihre Mutter Krankenschwester. Früh ging sie mit ihrem Großvater zum Fußball. Zuletzt stand sie als Vereinsmitglied regelmäßig in der Fan-Kurve des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf. Das wird jetzt schon aus Sicherheitsgründen künftig eher die Haupttribüne sein.

Das bayerische Landleben war übrigens nicht Mona Neubaurs Ding. Nach dem Abitur wollte sie vor allem eines: „in der Stadt leben“. Sie zog zum Studium nach Düsseldorf. Schade, dass Augsburg ein so großes politisches Talent verloren hat.

Ihre Familie in Pöttmes besucht sie nach eigenen Angaben regelmäßig. Was sie in Düsseldorf vermisst: „Eine Sache allerdings fehlt mir hier sakrisch: g´scheide Brezn!“, sagte sie dem Online-Portal „the duesseldorfer“. Es steckt also doch noch viel Bayern und Augsburg in dem neuen Grünen-Star.

Vielleicht kann ihr die Landbäckerei Ihle, die im Landkreis Aichach-Friedberg verwurzelt ist, ja ab und zu ein paar Brezn nach ins Düsseldorfer Ministerium schicken.

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