Wenn das Fazit nach einer auf dem Papier wenig dramatischen 2:0-Niederlage in Dortmund vonseiten des FC Augsburg mit kompletter Enttäuschung noch leicht untertrieben ist, dann sagt das viel über die dargebotene Leistung aus. Ganz klar bei der Kritik auszuklammern ist bei der berechtigten Kritik jedoch Torhüter Finn Dahmen, der Rot-Grün-Weiß vor einer weitaus höheren Niederlage bewahrte.
Gut und gerne hätte das Spiel des FCA am Samstag in Dortmund auch 5:0 ausgehen können. Doch der BVB vergab in beiden Halbzeiten Großchance um Großchance. Derer vier weist das Statistikportal Sofascore als vergeben aus. Mehrmals rettete neben dem gut aufgelegten Dahmen an diesem Nachmittag auch das Aluminium. Entsprechend bedient waren die Augsburger durch die Bank nach Schlusspfiff. „Wir haben nicht die Intensität auf den Platz gebracht, die wir normalerweise zeigen“, ging etwa Kapitän Keven Schlotterbeck aus dem Duell mit seinem Bruder Nico Schlotterbeck bedient vom Platz. Fabian Rieder stimmte zu: „Wir sind zu selten in unsere eigenen Aktionen gekommen. Wenn wir nicht an unsere Leistungsgrenze kommen, wird es gegen so einen Gegner schwierig.“
Auch Trainer Manuel Baum legte den Finger in die Wunde: „Wir sind heute sehr enttäuscht, sowohl über das Ergebnis als auch die Leistung über 90 Minuten. Wir haben zu spät Druck auf den Ball bekommen und unsere Leistungsgrenze überhaupt nicht erreicht. Das werden wir ansprechen, denn so wird es schwierig, Punkte zu holen.“
Dahmen: „Haben nicht die Intensität gebracht“
Auch Dahmen selbst konnte sich trotz seiner persönlich starken neunzig Minuten im Anschluss an die Partie nicht wirklich freuen, sondern sprach schonungslos die Problempunkte im Augsburger Spiel an: „Das war heute das erste Spiel seit längerer Zeit, in dem wir nicht unsere gewohnte Leistung auf den Platz gebracht haben. Deshalb geht der Sieg für Dortmund auch absolut in Ordnung. In den entscheidenden Bereichen – der Galligkeit, der Laufstärke und in den Zweikämpfen – waren sie uns heute überlegen.“ In der Tat geben die Statistiken aus Augsburger Sicht kaum Raum zum Schönreden. 2,58 Expected Goals stehen gerade einmal 0,77 gegenüber, dazu 119 Kilometer (BVB) zu 114 Kilometer (FCA) Laufleistung und auch die Zweikampfquote ging mit 62 Prozent überdeutlich an das Team von Niko Kovač, das sich an diesem Nachmittag in allen Belangen überlegen zeigte.
Mit einer ähnlichen Darbietung dürfte es auch am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart schwierig werden, Punkte zu holen. Doch einen Vorteil gibt es aus Augsburger Sicht. Für Sebastian Hoeneß und seine Mannen steht unter der Woche in der Europa League beim FC Porto ein bedeutendes Auswärtsspiel an. In Portugal gilt es einen 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel aufzuholen, auch eine Verlängerung sowie Elfmeterschießen sind nicht ausgeschlossen. Der FCA dürfte also die ausgeruhtere Truppe auf den Rasen bringen, die dann aber auch die klassischen Grundtugenden an den Tag legen muss, um den Vizemeister von 2024 ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
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