. . . und wir schauen mit. Wie würde Thomas Palus, Vorstand der PSD Bank München mit Sitz in Augsburg, Finanzentscheidungen treffen, wenn es sein Geld wäre? Das wollen wir für Sie wissen. Und deswegen beantwortet uns Palus ab sofort in dieser Rubrik Ihre persönlichen Fragen zu Finanzthemen aus seiner ganz persönlichen Sicht. Unter info@augsburgjournal.de können Sie uns Ihre Fragen schicken und wir werden mit Thomas Palus darüber sprechen. Diesmal sprechen wir mit unserem Lieblings-Finanzexperten über das Thema Immobilie, genauer gesagt den Traum vom Eigenheim.
AUGSBURG JOURNAL: Thomas, vom eigenen Haus mit Garten träumen viele – mehr Platz, mehr Freiheit, ein Stück Unabhängigkeit. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen Entscheidungen, Zahlen und oft riesig scheinende Hürden. Was ist der erste konkrete Schritt, um aus diesem Traum ein echtes Projekt zu machen?
Thomas Palus: Der erste Schritt ist weniger emotional, als viele hoffen: der nüchterne Blick auf die eigene finanzielle Situation. Bevor man sich in Immobilienportalen verliert, sollte klar sein, wie viel Eigenkapital vorhanden ist und welche monatliche Belastung tragbar wäre. Idealerweise bringt man 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten als Eigenkapital mit. Gleichzeitig sollte die monatliche Rate dauerhaft nicht mehr als 35 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens ausmachen. Entscheidend ist, dass neben der Finanzierung noch genug Spielraum für Lebenshaltung, Rücklagen und Unvorhergesehenes bleibt.
AJ: Also erst rechnen, dann träumen?
TP: Träumen darf man jederzeit – aber am besten mit einem realistischen Plan. Ich empfehle, frühzeitig das Gespräch mit der Bank zu suchen und sich eine Finanzierungsbestätigung ausstellen zu lassen. Das schafft Sicherheit für die eigene Planung und stärkt die Position bei Besichtigungen. Verkäufer merken schnell, ob Interessenten vorbereitet sind oder nur unverbindlich schauen. Eine solide Vorbereitung kann hier den entscheidenden Unterschied machen.
Thomas Palus: „Bei Grundstücken sollte man den Bebauungsplan prüfen“
AJ: Dann beginnt die Suche. Worauf sollte man achten?
TP: Zunächst auf die eigenen Prioritäten: Stadt oder Land, Neubau oder Bestandsimmobilie? Wichtig ist, sich nicht nur von schönen Bildern leiten zu lassen. Bei Grundstücken sollte man den Bebauungsplan prüfen, bei Bestandsimmobilien lohnt sich der Blick eines unabhängigen Gutachters. Fachleute erkennen mögliche Mängel frühzeitig – das kann spätere Überraschungen vermeiden.
AJ: Ist das passende Objekt gefunden – wie geht es weiter?
TP: Dann beginnt die konkrete Finanzierungsplanung. Angebote sollten sorgfältig verglichen werden – nicht nur hinsichtlich des Zinssatzes, sondern auch in Bezug auf Tilgungsoptionen, Sondertilgungsmöglichkeiten und Laufzeiten. Zusätzlich lohnt sich der Blick auf Förderprogramme, etwa im Bereich energieeffizientes Bauen oder Sanieren. Hier können staatliche Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen die Gesamtbelastung deutlich reduzieren.
Thomas Palus: Planung, Bauantrag, Genehmigungen und Bauphase
AJ: Und der Notartermin?
TP: Mit der notariellen Beurkundung wird der Kaufvertrag rechtskräftig. Der Notar erläutert alle Vertragsbestandteile und sorgt für die rechtliche Absicherung beider Seiten. Nach der Eintragung ins Grundbuch ist man offiziell Eigentümer. Spätestens in diesem Moment wird vielen bewusst, dass aus einer Idee ein langfristiges Projekt geworden ist.
AJ: Wie lange dauert der Weg bis zum Einzug?
TP: Beim Kauf einer Bestandsimmobilie sollte man in der Regel vier bis sechs Monate einplanen – von der Suche bis zur Schlüsselübergabe. Ein Neubau benötigt deutlich mehr Zeit. Hier kommen Planung, Bauantrag, Genehmigungen und Bauphase hinzu, was häufig ein Jahr oder länger in Anspruch nimmt.
AJ: Und Dein wichtigster Rat?
TP: Realistisch planen, ausreichend Puffer einbauen und sich fachkundige Begleitung holen. Ein Hauskauf ist eine langfristige Entscheidung – finanziell und emotional. Wer strukturiert vorgeht, schafft die Grundlage für das, was am Ende zählt: ein Zuhause, das wirklich passt.
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