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Dienstag, 12. Mai 2026

Eine Ära geht zu Ende – Stefan Reuter verlässt den FC Augsburg

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Für Stefan Reuter schloss sich am vergangenen Samstag beim 3:1-Heimerfolg des FC Augsburg gegen Borussia Mönchengladbach ein Kreis. Nach über 13 Jahren verlässt der 59-Jährige, der zuletzt in der Berater-Rolle tätig war, den Club. Und das mit der Aussicht, dass sich der größte Erfolg seiner Amtszeit wiederholen könnte.

Als Reuter am 1. Januar 2013 sein Amt als Geschäftsführer Sport antrat, befand sich der Club in einer gänzlich anderen Realität. Der FC Augsburg war nicht mal zwei Jahre nach seinem Aufstieg ein klassischer Abstiegskandidat, der um jeden Zentimeter Bodenhaftung im Oberhaus kämpfen musste. Doch mit der Erfahrung eines Weltmeisters und der Ruhe eines strategischen Planers formte Reuter, auch im Duo mit Stephan Schwarz Schritt für Schritt ein Team, das sich nicht nur stabilisierte, sondern das Träumen lernte.

Der sportliche Höhepunkt seiner über 13-jährigen Amtszeit bleibt die magische Saison 2014/15. Mit Platz 5 in der Abschlusstabelle qualifizierte sich der FCA erstmals in der Vereinsgeschichte für die Europa League. Die darauffolgenden Reisen durch Europa, die ihren emotionalen Gipfel im Sechzehntelfinale an der Anfield Road gegen den FC Liverpool fanden, sind untrennbar mit Reuters Namen verbunden. Er war der Architekt jenes Kaders, der bewies, dass man auch mit begrenzten Mitteln gegen die Großen der Welt bestehen kann.

Doch Reuters Verdienste gehen weit über die 90 Minuten auf dem Rasen hinaus. Unter seiner Regie professionalisierte sich der Club in allen Bereichen. Wirtschaftlich hinterlässt er ein bestelltes Feld: Während seiner Ära wurde die WWK Arena vollständig abbezahlt – ein Meilenstein, der dem Verein langfristige Unabhängigkeit garantiert. Zudem gelang es ihm immer wieder, durch kluge Transferpolitik enorme Werte zu schaffen. Man denke an den Rekordverkauf von Abdul Rahman Baba oder die mutige Verpflichtung von Talenten wie Felix Uduokhai oder Ruben Vargas. Der Marktwert des Kaders verdreifachte sich in seiner Zeit auf über 120 Millionen Euro.

Stefan Reuter: das Beste könnte erst noch kommen

Nach seinem Rückzug aus der ersten Reihe im Jahr 2023 begleitete er den Verein zuletzt als Berater und unterstützte die Neuausrichtung unter der aktuellen sportlichen Leitung. Der 3:1-Sieg im letzten Heimspiel war nun das passende Abschiedsgeschenk der Mannschaft an ihren langjährigen Manager.

Doch das Beste könnte erst noch kommen. In der kommenden Woche steht für den FCA das entscheidende Saisonfinale an. Mit einem Sieg hat die Mannschaft die Chance, sich erneut für den europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Es wäre die Krönung seines Lebenswerks in Augsburg und ein idealer Abschluss für Stefan Reuter. Wenn die Fuggerstädter nächste Woche tatsächlich das Ticket für Europa lösen, würde sich ein Kreis schließen, der 2013 mit einem harten Kampf um den Klassenerhalt begann.

Stefan Reuter geht, aber das Fundament, das er errichtet hat, ist stark genug, um den FC Augsburg auch in die nächste erfolgreiche Ära zu tragen.

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