8.9 C
Augsburg
Dienstag, 12. Mai 2026

FCA: Finale um Europa – Baum sei Dank!

Must read

„In Europa kennt uns keine Sau“, schallte es noch vor zehn Jahren durch die legendäre Anfield Road in Liverpool und andere Stadien Europas. Für FCA-Fans wahre Sehnsuchtsmomente. Erschien die Chance, ein Ticket für Europa in der kommenden Saison zu lösen, in den vergangenen Wochen noch eher wie Fiktion als Realität, tut sich vor dem letzten Spieltag eine reale Perspektive auf.

Der kommende Samstag, 15:30 Uhr, verspricht eine emotionale Achterbahnfahrt, wie sie die Bundesliga selten erlebt hat. In sieben von neun Stadien geht es um alles. Neben dem Abstiegskampf und dem Rennen um die Königsklasse geht es für den FC Augsburg in Berlin einzig und allein um Platz 7 – und damit die Rückkehr ins europäische Geschäft. Es wäre nach dem völlig verpatzten Saisonstart unter Sandro Wagner nicht weniger als ein kleines Wunder.

Die Ausgangslage an sich ist einfach. „Wir haben es nicht in der eigenen Hand, das ist die Message“, brachte es Stürmer Michael Gregoritsch auf den Punkt. Der FCA benötigt Schützenhilfe. Aktuell stehen die Augsburger punktgleich mit Eintracht Frankfurt auf Platz 9 (beide 43 Zähler) und nur einen Punkt hinter dem SC Freiburg (44, Platz 7). Das Augsburger Problem ist das Torverhältnis: Mit −12 liegt man deutlich hinter Frankfurt (−4) und Freiburg (−9).

Der FCA muss bei Union gewinnen

Das Szenario für das „Wunder von Berlin“: Der FCA muss bei Union gewinnen. Gleichzeitig darf Frankfurt gegen den Champions-League-Aspiranten Stuttgart nicht gewinnen. Da die Schwaben noch im Fernduell um die Königsklasse kämpfen, werden sie der Eintracht nichts schenken. Die größte Hürde bleibt Freiburg. Nur wenn die Breisgauer ihr Heimspiel gegen RB Leipzig nicht gewinnen, zieht der FCA vorbei. Leipzig hat Platz 3 zwar sicher, aber Freiburg hat nur vier Tage später das Europa-League-Finale gegen Aston Villa vor der Brust. Der Fokus der Elf von Julian Schuster könnte also bereits woanders liegen.

Dass Augsburg überhaupt in dieser Situation ist, grenzt an ein Fußball-Märchen, das eng mit Manuel Baum verbunden ist. Seit er im Dezember das Ruder übernahm, spielt der FCA rein ergebnistechnisch wie ein Spitzenteam. 33 Zähler holte der Club in 21 Spielen – ligaweit waren in diesem Zeitraum nur sechs Teams erfolgreicher.

„Natürlich wollen wir weiter mit Manu arbeiten“, gab Spielmacher Mert Kömür nach dem Sieg gegen Gladbach die Richtung vor. Die Mannschaft wirkt befreit und die Fans sind begeistert. Geschäftsführer Michael Ströll bekräftigte zuletzt bei Sky90 noch einmal, dass die Trainerentscheidung erst nach dem Saisonfinale falle. Bei einem Einzug in die Conference League erscheint alles andere als ein „Weiter so“ mit Baum aber äußerst unwahrscheinlich.

Neben dem sportlichen Prestige geht es für den FCA auch um den finanziellen Aspekt

Neben dem sportlichen Prestige geht es für den FCA auch um den finanziellen Aspekt. Ein Sprung auf Platz sieben hätte einen Geldregen zur Folge. In der TV-Geld-Tabelle winkt ein Aufstieg, der die Einnahmen von rund 46 Millionen auf geschätzte 69 Millionen Euro katapultieren könnte. Inklusive UEFA-Geldern und Sponsoren-Prämien geht es um Mehreinnahmen von über 20 Millionen Euro – Geld, das den Club dauerhaft in der oberen Tabellenhälfte etablieren könnte.

Würde es klappen mit Platz 7, führt der Weg in die Conference League über die Qualifikations-Playoffs im August. Der mögliche Gegner dort könnte unter Umständen sogar aus Israel, Serbien, Andorra, Moldau oder Island kommen, je nachdem wie die Qualifikation in den ersten Runden läuft.

Das große Ziel des vor wenigen Jahren neu eingeführten dritten europäischen Wettbewerbs ist aber das Finale im Mai 2027 im Beşiktaş-Park in Istanbul. Das wirkt aktuell noch sehr weit entfernt. Die Beispiele Mainz und Freiburg zeigen aber, dass es auch für mittelklassige Bundesliga-Teams keinesfalls unmöglich ist, in diesen Wettbewerben weit vorzudringen. Für die Fans wäre die Teilnahme an der Conference League die Fortsetzung einer Geschichte, die 2016 so schmerzhaft wie glorreich in Liverpool endete. „Keine Sau 2.0.“ – Dieser Slogan ist in der Stadt bereits wieder an jeder Ecke zu hören und in sämtlichen Online-Foren zu lesen.

Lesen Sie auch: FC Augsburg: Reicht es doch für Europa?

KEINE AUSGABE MEHR VERPASSEN

Erfahren Sie als Erster, wenn unser neues Magazin veröffentlicht wird – exklusiv vor allen Anderen!

- Advertisement -spot_img

More articles

- Advertisement -spot_img

Latest article