Wenn Annette Ruess von Japan erzählt, leuchten ihre Augen. Von blühenden Kirschblüten. Von stillen Tempeln. Von minimalistischer Architektur. Von Farben, Materialien und Raumwirkungen, die sie noch lange später beschäftigen – auch in ihrer kreativen Profession. „Ich habe lange überlegt: Machst du das jetzt alleine oder gar nicht?“, sagt sie. „Und dann habe ich beschlossen: Ich kann das auch alleine.“

Es ist ein Satz, der viel über diese Frau aussagt. Denn natürlich kennen viele in Augsburg den Namen zuerst aus einem anderen Zusammenhang. Durch die Begegnung mit Fußball-Weltmeister Stefan Reuter bei einem Golfturnier kam Annette Ruess überhaupt erst mit Augsburg in Berührung. Reuter kannte sie ebenso wenig wie die Fuggerstadt. „Meine Heimat war Günzburg, da war ich komplett nach Ulm orientiert und kannte Augsburg gar nicht. Auch von ehemaligen Fußballern hatte ich damals keine Ahnung“, erzählt die Architektin heute lachend.