20.1 C
Augsburg
Mittwoch, 08. Juli 2026

Theater singt: „Ich bin noch nicht tot“ – Hoffnung für die Augsburger Freilichtsaison 2027

Must read

Always Look on the Bright Side of Life“, und „Ich bin noch nicht tot“ sangen die Musicaldarsteller von „Monty Python’s Spamalot“ bei der Premiere auf der Sommerbühne am Gaswerk. Dieses Motto, immer die positive Seite des Lebens zu sehen, könnte bei den Aussichten für Augsburg schon mal wanken.

Denn ein Open-Air-Event, das „die Freilichtbühnen-Tradition der letzten hundert Jahre fortsetzt“, werde es laut Staatstheater-Intendant André Bücker 2027 nicht geben. Ein Grund seien die zwei Jahre Vorlaufzeit für solche großen Aufführungen. Vor allem aber habe das Staatstheater keine Zusage für eine Open-Air-Spielstätte. Der Mietvertrag für die Sommerbühne am Gaskessel lief nur dieses Jahr, und die Freilichtbühne am Roten Tor wird bis 2028 wohl nicht fertig. Bücker hätte sich gewünscht, dass noch die alte Stadtregierung aus CSU und Grünen eine längerfristige Lösung findet: „Das Theater ist nicht Eigentümer seiner Spielstätten, sondern bekommt diese von der Stadt zur Verfügung gestellt.“ Oberbürgermeister Florian Freund hatte etwa den Rathausplatz als Alternative vorgeschlagen. Bücker winkt ab: Zu langer Aufbau, Proben und Aufführungen über Wochen. Auch eine Infrastruktur für Ensemble und Besucher fehle. Immerhin gibt es 2027 Fronhofkonzerte mit den Augsburger Philharmonikern. Und laut Bücker vielleicht ein „kleineres Sommerspektakel“.

Wo das Staatstheater Augsburg als Big Player einer Freilichtbühne wegfällt, könnten andere Augsburger Theater den Sommer ihres Lebens erleben – könnten.

Sebastian Seidel leitet das Sensemble Theater. Er hat als Ort die Sensemble-Sommerwiese direkt neben dem Sensemble. Dazu veranstaltet das Sensemble seit 2009 das „Internationale Theaterfestival im martini-Park“. Das Sensemble habe die Saison 2027 aber schon verplant, die Uraufführung „SCHEINRIESEN KÖPFEN“ (Text von Seidel, Regie Jörg Schur) wird am 25. Juni 2027 Premiere auf der Sommerwiese feiern.

Freilichtsaison 2027: Vergrößerung hängt von Stadt ab

Seidel erklärt: „Wenn wir etwas ändern wollen, sollten wir es jetzt ändern. Aktuell planen wir die Premiere auf unserer Wiese.“ Und die habe mit der aktuellen Struktur, Genehmigung und Förderung der Stadt bereits die höchste Auslastung erreicht – 99 Prozent. Er betont: „Wir könnten größer, länger und für mehr Zuschauer spielen, aber die Stadt müsste das genehmigen.“ Aktuell dürften sie etwa vom Ordnungsamt genehmigt nur bis zehn Uhr abends die Sensemble-Sommerwiese bespielen (das Staatstheater am Gaswerk bis abends um 11). „Wenn Frau Dörfler ihr Amt antritt, werde ich nachfragen.“ Er meint die künftige Kulturreferentin Tatjana Dörfler. Neben den Genehmigungen bräuchten sie auch mehr Geld von der Stadt, um ihr Freilichttheater zu vergrößern. Seidel betont aber auch: „Größer heißt auch mehr Ausgaben und mehr Risiko, nicht, dass man mehr Geld verdient“, Feuerwehr und Sanitäter müsse man bezahlen, deswegen werde das Staatstheater auch so sehr gefördert.

Der Zuwachs wäre überschaubar. Für die Sommerwiese habe das Sensemble aktuell eine Genehmigung für 100 Sitzplätze – 150 wären möglich. In den martini-Park passen draußen aktuell 200 Zuschauer, theoretisch könnten es 300 sein. Aber die Zukunft dieser Spielstätte für 2027 kläre sich erst nach der Sommerpause – der martini-Park hat einen neuen Geschäftsführer, die Wiese dort werde in Zukunft öffentlich, und auch die Verantwortlichen im Kulturreferat und Staatstheater werden dann mehr planen als jetzt. „Das Staatstheater hat schon angekündigt, dass sie 2027 mehr im martini-Park machen wollen“, erklärt Seidel.

Von 1998 bis 2018 spielte das Sensemble auf der „kleinen Augsburger Freilichtbühne“ in der mittelalterlichen Stadtmaueranlage des Jakoberwallturms. Auch die sei keine Alternative: „Da hätten sowieso nur 80 Leute Platz gehabt“, winkt Seidel ab. „Und die ist komplett sanierungsbedürftig, also auch abhängig von der Stadt, die müsste es renovieren.“

Die Sensemble-Sommerwiese direkt neben dem Sensemble Theater: 100 Zuschauerinnen und Zuschauer finden dort aktuell Platz. Foto: Sensemble Theater

Lesen Sie auch: Einmalig: „Spamalot“-Freilichtspektakel am Gaswerk

- Advertisement -spot_img

More articles

- Advertisement -spot_img

Latest article