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Artisten bangen

Zirkus braucht einen neuen Platz

Wie viele Unternehmer stehen in den Startlöchern und hoffen, möglichst bald wieder mit ihrem Geschäft loslegen zu können? Nicht anders geht es dem Circus Moskau, bei dem die Not rund 40 Namen hat. Denn insgesamt sechs Künstler- und Artistenfamilien sitzen seit November in Augsburg fest. Zum Überleben reicht es gerade so, aber es mangelt an allen Ecken und Enden. Das stellt in diesen Tagen Schuldenrevisor Ehrenfried Liske fest, der versucht, den Zirkusleuten zurück aufs Gleis zu helfen.

Moskauer Cirkus

Ein Foto aus der „guten alten Zeit“: Die voll besetzte Manege des Moskauer Circus in Augsburg.

Wie bereits berichtet, wollte der Moskauer Circus wie in den vergangenen Jahren zu Weihnachten auf dem Riedinger Gelände seine Show präsentieren – und so Geld für den ansonsten spielfreien Winter verdienen. Aber dann kam Corona, trotz Erlaubnis der Stadt konnte nicht gespielt werden. Seit Mitte November sitzen die Artisten auf dem Gelände eines ehemaligen Gartencenters in Lechhausen fest.
Mehrere Probleme müsste Liske gemeinsam mit den Zirkusleuten quasi gleichzeitig lösen. Recht zufrieden ist der inzwischen im Ruhestand befindliche Experte mit der Situation in Sachen Versorgung. Mit der Landbäckerei Ihle und dem Kaufland haben sich zwei Unterstützer und Spender gefunden, die den Zirkusleuten hier weiterhelfen. Auch vom Sozialreferat der Stadt gab es spontane Hilfe. Denn: Monatelang, so hat Liske herausgefunden, haben die sechs Familien von dem Geld gelebt, das nur drei Familien als Unterstützung bekommen haben. Deswegen, weil es mit Unterstützung für drei spanische Familien seit Monaten nicht geklappt hat. Ob falsch beantragt wurde oder Formulare verschütt gegangen sind, das unter anderem will Liske nun klären.
Ähnlich will er es schaffen, dass die Corona geschädigten Zirkusleute Unternehmer-Hilfe bekommen. Problem: Im Herbst war auf der Tour der Büro-Container des Circus ausgebrannt, dabei ging praktisch die gesamte Buchhaltung verloren. Aber ohne diese, so Liske, sei praktisch kein ordentlicher Hilfsantrag zu stellen.
Nächste Baustelle: Zahlreiche der Lastwagen, Anhänger oder Wohnwagen des Zirkus müssten dringend zum TÜV. Das kostet Geld, dazu müssen die Fahrzeuge vorbereitet werden. Das mit dem Vorbereiten leisten die Zirkus-Leute in den alten Gärtnereihallen selbst, aber das Geld für die Hauptuntersuchungen ist nicht da.
Und dann das Hauptproblem: Der Grundbesitzer will bauen, die Zirkusleute müssen das Feld der Gärtnerei räumen. Wo aber auf die Schnelle hin mit all den Lastwagen, Anhängern und Wohnwagen, in denen die Zirkusleute auch weiterhin wohnen müssen? Zumindest Strom- und Wasseranschluss müssen auch am neuen Platz da sein, unterstreicht Helfer Liske. Darüber hinaus ist er zuversichtlich, eine Baustelle nach der anderen abarbeiten zu können. Und dann sollte es klappen mit dem Versprechen, das die Zirkusleute um ihren Chef Gino Frank allen Helfern gegeben haben: Sobald sie dürfen, wollen sie in Augsburg auftreten und sich bei allen ihren Unterstützern mit Freikarten bedanken.
Wer helfen will, kann anrufen unter 0176-70 223 58 81, mailen an leylamakfrank@gmail.com oder überweisen auf Postbankkonto DE75 1001 0010 0322 3551 31.

(https://kleos-blog.de)

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