Claudia Roth, Bundestagsabgeordnete aus Augsburg und als deutsche Kulturstaatsministerin Mitglied der Bundesregierung, ist für ihre klare Sprache bekannt – und für ihren Mut.

Die Titelheldin der Juni-Ausgabe des Augsburg Journals reiste als erstes Kabinettsmitglied in den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa. Die strategisch wichtige Stadt wird immer wieder von russischen Raketen angegriffen. Immer wieder gibt es Tote und Verletzte. Infrastruktur und Gebäude sind zerstört.

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Ziel der Reise: Die Augsburgerin will Odessa bei der Bewerbung zum UNESCO-Welterbe helfen. Roth: „Deutschland unterstützt diese Bewerbung. Die Stadt sei offensichtlich in einer Notsituation, überall sei zu sehen, wie Kunstwerke vor den Angriffen beschützt würden. Die ukrainische Regierung ist nicht allein.“

Gleich zu Beginn gewann die 67-Jährige die Herzen der Menschen in Odessa.

Was für eine wunderbare Szene:

Zwei Briefmarken schenkte der ukrainische Kulturminister Olexandr Tkatschenko seiner deutschen Kollegin zum Auftakt. Das erste Motiv zeigt einen Soldaten an Land, im Hintergrund die Silhouette des gesunkenen Kriegsschiffes „Moskwa“ der russischen Schwarzmeerflotte. In der zweiten Variante ist das Schiff verschwunden. Der Soldat streckt einen Mittelfinger in die Höhe.

Und was sagt Kulturstaatsministerin Claudia Roth:? „Fuck off, Schwarzmeerflotte!“. Damit übersetzt sie Symbolik zur Freude Tkatschenkos und aller Gäste. Die ukrainische Armee hatte die „Moskwa“ vor einigen Wochen mit Torpedos versenkt. Diese Kampfansage an Diktator Wladimir Putin kam aus der Friedensstadt Augsburg. Und sie war deutlich.

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