Der neue Polizeichef ist da

Martin Wilhelm (Foto l.) tritt die Nachfolge von Michael Schwald an

Der Schwabe geht, ein Unterfranke kommt – so lässt sich der Wechsel an der Spitze des Augsburger Polizeipräsidiums für Schwaben-Nord beschreiben. Seit Wochenbeginn haben Stadt und Region einen neuen Polizeipräsidenten. Er wurde im Rathaus offiziell von Innenminister Joachim Herrmann und Oberbürgermeisterin Eva Weber begrüßt, die sich auch beim scheidenden „Chef“ Michael Schwald (56) für seine Arbeit „mit Herzblut“ bedankten. Für ihn war der Festakt im Goldenen Saal zu seinem Abschied mit Wehmut und zugleich Vorfreude auf das neue Amt als Landespolizeipräsident verbunden, in das er eine Woche zuvor in München eingeführt worden war.
Sein Nachfolger in Augsburg ist Martin Wilhelm. Der 57-jährige Unterfranke, der seit 1986 im Polizeidienst ist, freut sich auf seinen neuen Wirkungskreis. Im Beisein von Ehefrau Sabine und den beiden Töchtern Julia und Lena samt Schwiegersöhnen und Enkeln gab er seine Pläne für die Zukunft bekannt. Er will die Sicherheit im öffentlichen Raum weiter bewahren, die objektive Sicherheitslage ausbauen sowie Rassismus, Extremismus und Antisemitismus bekämpfen. In puncto Hass und Hetze im Netz werde er an der Null-Toleranz-Strategie vehement festhalten.
Privat verlegt er seinen Lebensmittelpunkt ins Augsburger Umland und freut sich auf Schwaben, das mit Unterfranken viel gemein habe: Herzlichkeit, Freundlichkeit und Toleranz der Menschen sowie gutes Wetter und Essen.
„Es war Zeit, dass Sie etwas außerhalb Unterfrankens sehen“, so sein oberster Dienstherr Herrmann. Auch Eva Weber freut sich auf die Zusammenarbeit und eine konstruktive Weiterführung selbiger zwischen Polizei und städtischer Ordnungsbehörde. Zur Begrüßung gab sie ihm einen Korb – allerdings nicht im sprichwörtlichen Sinne, sondern einen echten, gefüllt mit Infos zu Augsburg, sowie jeweils einem Fan-Schal der Eishockey-Panther und des FCA.
Musikalisch wurde die Feierstunde, an der Vertreter aus Bundestag, Landtag, Stadtrat, der Justiz und der Polizei teilnahmen, von einem Ensemble des Polizeiorchesters Bayern, das dem bisherigen Chef Schwald zum Abschied die Jim Knopf-Titelmelodie „Eine Insel mit zwei Bergen“ spielte.
„Ich blicke zurück mit Dankbarkeit“, so der jetzt oberste Polizist Bayerns, dem wichtig war, „dass ich mitwirken konnte, dass die Menschen hier gerne leben.“ In achteinhalb Jahren – am 1. Oktober 2013 hatte Schwald sein Amt in Augsburg angetreten – ist viel passiert: So wurde u. a. die Struktur des Präsidiums und der Dienststellen geändert. „Ich danke auch den rund 1900 Mitarbeiter*innen – lasst es so wie es ist“, so der Wunsch von Schwald, der übrigens mit seiner Familie in Augsburg wohnen bleibt.

Von Marion Buk-Kluger

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