Ein Auftritt wie ein Zweitligist

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FC Augsburg Klatsche statt Aufwärtstrend – Mainz gewinnt 4:1 im Freitagsspiel

Da wurden bei den Fans des FC Augsburg Erinnerungen wach – aber keine guten. 0:3 aus Sicht des FCA nach 45 Minuten, da war doch was. Richtig, beim Spiel in Freiburg war der Spielstand nach 45 Minuten genau derselbe. Und auch in der zweiten Hälfte wurde es nicht wirklich besser. 4:1 lautete der Endstand, es hätte aber auch noch höher ausfallen können. Alles in allem ein gruseliger Auftritt der Fuggerstädter, Halloween ist jedoch erst nächsten Sonntag. Dabei hatte man sich so viel vorgenommen.
Klare Worte für den schwachen Auftritt der Augsburger vor allem in der ersten Hälfte fanden nach dem Spiel sowohl Torhüter Rafal Gikiewicz als auch Trainer Markus Weinzierl. Darüber, dass man nach den ersten 45 Minuten nicht nur zwei Spieler, sondern am besten gleich alle elf hätte auswechseln können, fanden sie sogar fast den gleichen Wortlaut.
Es war eine ungemütliche Halbzeitpause, in der „ein paar Flaschen“ kaputtgegangen seien und es wohl „ein bisschen lauter“ wurde, so Gikiewicz. Geholfen hat die Ansprache Weinzierls aber nur bedingt. Zwar erzielte Andi Zeqiri noch den Anschlusstreffer, Jonathan Burkardt vernichtete aber nur wenige Minuten später alle Comeback-Hoffnungen der Gäste mit seinem Tor zum 4:1 endgültig.
Nun ist der Unmut bei den Augsburgern natürlich groß. Klubboss Klaus Hofmann ließ in der Mitgliederversammlung unter der Woche Weinzierl noch explizit aus seiner Kritik heraus, weitere dieser Auftritte dürften aber nicht folgenlos bleiben. Die Gründe für die schwache Leistung sah der Coach in der allgemeinen Passivität der Mannschaft. „Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen, mit einer Zweikampfquote von 40 Prozent zur Pause kannst du kein Bundesligaspiel bestreiten“, fand Weinzierl deutliche Worte in Richtung seiner Spieler. Gikiewicz warnte sogar jetzt schon vor einem drohenden Abstieg: „Wenn es so weitergeht, spielen wir ab Sommer in der zweiten Liga.“ Damit traf er den Nagel auf den Kopf und redete sich richtig in Rage: „Wir haben keine Eier mit Ball, keine Eier gegen den Ball.“
Er habe „das Gefühl, wir sind zu satt und haben keine Lust, Fußball zu spielen“ – und dem 33-Jährigen schwante schon noch Übleres: „Wenn du so nach der Länderspielpause gegen Bayern München spielst, dann steht es 0:10.“
Eingeleitet wurde die fünfte Saisonniederlage des FCA von einem individuellen Fehler von Robert Gumny, der eine flache Hereingabe von Silvan Widmer weder stoppte noch klärte, sondern den Ball gar nicht traf und Karim Onisiwo so das 1:0 praktisch auflegte. Schon da war klar, dass es nicht der Abend des FCA werden würde, ein Klassenunterschied, den die Zuschauer*innen über die meiste Zeit zu sehen bekamen, war allerdings so nicht zu rechnen. Sogar Jordan Bell, eigentlich gelernter Innenverteidiger, traf mit einem schönen Schuss durch Gikiewicz Beine, zum 2:0.
Damit steht der FCA mit sechs Punkten aktuell im Tabellenkeller fest und muss sich in den kommenden Spielen dringend steigern – das Spiel gegen den FC Bayern ist nicht mehr allzu weit weg.

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