Als Torschütze tritt Elvis Rexhbecaj nur in Ausnahmefällen in Erscheinung. Wenn er trifft, handelt es sich zumeist aber um schöne Tore. So auch das 3:2 in der Nachspielzeit beim Duell mit seinem Ex-Club Wolfsburg. Am kommenden Freitag bietet sich dem kosovarischen Nationalspieler gegen Köln die nächste Chance, einen weiteren Ex-Club tiefer in die Krise zu stürzen.
Es gibt Tage, da scheint alles zu klappen, und es gibt Tage, an denen überhaupt nichts zusammengehen will. Der FC Augsburg schien am letzten Samstag in Wolfsburg über weite Strecken das letztere Szenario erwischt zu haben. Erst geriet man trotz guter Leistung bei der ersten Wolfsburger Ecke in Rückstand, dann blieb auch noch Schiedsrichter Daniel Schlagers Pfeife nach einem Foul an Alexis Claude-Maurice im Strafraum stumm.
Es gab in dieser Saison schon Spiele, da hätte sich der FC Augsburg nach diesen beiden symbolischen Nackenschlägen komplett aus der Ruhe bringen lassen. Nicht so in Wolfsburg. Beim Lieblingsgegner – die letzte Niederlage gab es 2021, seitdem sechs Siege und drei Unentschieden – zog das Team von Manuel Baum sein Spiel einfach weiter konsequent durch und belohnte sich. Erst durch den Ausgleich von Rodrigo Ribeiro, der beim Startelfdebüt das erste Tor für seinen neuen Club erzielte. Dann glich der eingewechselte Michael Gregoritsch auch den zweiten Rückstand aus. Sein Elfmeter saß perfekt und in der Nachspielzeit war es schließlich der Ex-Wolfsburger Rexhbecaj, der mit einem satten wie platzierten Schuss sich selbst und die mitgereisten FCA-Fans ekstatisch zum Jubeln brachte.
Elvis Rexhbecaj: „Es gibt selten schönere Tage!“
Während andere Spieler aus Respekt für den Ex-Club bei Toren auf überbordende Jubelgesten verzichten, wählte Rexhbecaj einen anderen Weg und freute sich ausgiebig über den Siegtreffer kurz vor Schluss. „Es gibt selten schönere Tage! Ich bin in der alten Heimat, meine Familie ist da und wenn man dann noch in der Nachspielzeit das entscheidende Tor schießt – das ist einfach nur mega“, stellte ein sichtlich gelöster Rexhbecaj nach Spielschluss klar. Mit den Punkten 26 bis 28 verabschiedet sich der FC Augsburg immer mehr vom Abstiegskampf und kann auf Rang zehn liegend derzeit auch mal nach oben auf die einstelligen Tabellenplätze schielen. Ähnlich ordnete es der Siegtorschütze ein: „Der Sieg heute war sehr wichtig, wir haben von der ersten Sekunde an Gas gegeben und uns auch durch Rückschläge nicht verrückt machen lassen. Wir wissen, was wir können, und so wollen wir Woche für Woche Punkte holen.“
Die nächsten Punkte gibt es bereits am Freitagabend ab 20:30 Uhr zu holen, wenn mit dem 1. FC Köln ein weiterer Ex-Club Rexhbecajs in Augsburg gastiert. Die Kölner konnten nur eines ihrer letzten fünf Spiele gewinnen und mussten den FCA daher in der Tabelle vorbeiziehen lassen. Als Aufsteiger steht die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok auf Rang zwölf aber immer noch voll im Soll. In der Hinrunde endete die Partie zwischen dem Effzeh und dem FCA mit einem 1:1 Unentschieden.
Idee eines Fuggerstadt-Trikots
Für den FC Augsburg ist die Partie gegen die Kölner nicht nur im Hinblick auf die Tabelle relevant, es steht auch ein Jubiläum an. Es ist das 500. Bundesligaspiel des Aufsteigers von 2011, das gleichzeitig auch auf das 500. Todesjahr von Jakob Fugger dem Reichen fällt. Deshalb entstand die Idee eines Fuggerstadt-Trikots, das nur an diesem besonderen Spieltag getragen werden soll und in enger Zusammenarbeit mit der Familie Fugger sowie dem Hersteller Mizuno entstanden ist. Ob damit auch die Punkte 29 bis 31 aufs Konto der Augsburger wandern und der Abstiegskampf damit quasi abgehakt werden kann? Am Freitag gegen 22:30 Uhr sind wir klüger.
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