FCA-Sportgeschäftsführer Stefan Reuter hat mit dem Dortmunder Manager Sebastian Kehl einen guten Deal ausgehandelt. Nachdem der FC Augsburg sich am Pfingstwochenende mit dem neuen FCA-Trainer Enrico Maaßen geeinigt hatte, steht jetzt nach Informationen mehrerer Medien auch die Ablösesumme fest: Der FCA zahlt für die Verpflichtung des bisherigen U23-Coaches von Borussia Dortmund 300.000 Euro. Der Betrag kann sich bei sportlichem Erfolg in den nächsten Jahren noch erhöhen, bleibt aber sechsstellig. Trainingsauftakt ist der 20. Juni.

FCA-Trainer Maaßen unterschreibt für drei Jahre bis 2025

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Maaßen wird Nachfolger von Markus Weinzierl, der nach Unstimmigkeiten mit Geschäftsführer Stefan Reuter direkt nach Saisonende seinen Abschied angekündigt hatte. Maaßen hatte erst im Mai 2021 seinen Vertrag in Dortmund bis 2024 verlängert.

Damit endet die bislang längste Trainersuche in der jüngeren Geschichte des FC Augsburg. Vor mehr als drei Wochen hatte Noch-Trainer Markus Weinzierl (bis 30.6.2022) Sportgeschäftsführer Stefan Reuter den Bettel vor die Füße geworfen.

Zwischendurch gab es zahlreiche Gerüchte um Kandidaten. Mal war Peter Zeidler (FC St. Gallen) Top-Favorit, mal tippten die „Experten“ auf Sebastian Hoeneß (der Ex-Hoffenheimer will eine Pause machen). Immer wieder füllte der Trainer von Red Bull New York, Gerhard Struber, die Online-Gerüchtetrommel. Doch auch Struber winkte ab.

FCA-Sportgeschäftsführer Stefan Reuter machte es wie immer. Er sagte gar nichts. Er wird auch erst mit der Unterschrift eines neuen Trainers auf der FCA-Website auftauchen.

Doch wer ist Enrico Maaßen, der neue FCA-Trainer?

Geboren ist Maaßen 1984 in Wismar an der Ostseeküste. Gespielt hat er unter anderem bei Hansa Rostock II. Seit acht Jahren ist Enrico Maaßen Trainer. Zunächst beim SV Drochtersen Assel in der Oberliga Niedersachsen. Dort stiegt er mit der Mannschaft in die Regionalliga Nord auf, wechselte nach vier Jahren zum SV Rödinghausen in die Regionalliga West. Dort blieb er zwei Jahre. Im ersten Jahr schaffte er Platz drei, dann wurde Rödinghausen Meister, doch der Klub wollte nicht in die Dritte Liga aufsteigen.

Maaßen wechselte 2020 zur U23 von Borussia Dortmund in die Regionalliga West, stieg mit dem jungen Team gleich in die Dritte Liga auf, erreichte Platz Acht. Eine sportlich schlechte oder enttäuschende Saison hat eine Mannschaft unter seiner Führung noch nie gespielt. Das ist eine gute Nachricht für die Augsburger Fans.

FCA-Trainer Maaßens Spielstil: aggressiv, offensiv, intensiv.

Maaßens Spielstil gilt als extrem intensiv und offensiv-geprägt. Der junge Trainer verlangt von seiner Mannschaft mit und ohne Ball eine hohe Laufbereitschaft. „Darüber hinaus legen wir viel Wert darauf, das Kollektivgefühl der Mannschaft zu stärken und alle daran teilhaben zu lassen“, sagte Maaßen dem Online-Portal „liga3“.

In Interviews spricht Maaßen gerne von einer ganzheitlich, klaren Struktur gegen den Ball und einer klare Idee im eigenen Ballbesitz. Maaßen: „Ich mag es, viele Torchancen zu kreieren, viele Tore zu schießen. Genauso wichtig ist es, Standardsituationen kreativ zu nutzen.“

Aber auch Flexibilität ist für ihn wichtig: „Ich schaue immer, was passt zur Mannschaft.“ Seine Ansprache gilt als ruhig. Er sucht die Nähe zu den Spielern und es liegt ihm nach eigenen Angaben daran, eine gute Atmosphäre zu schaffen. „Doch keine Wohlfühlatmosphäre“, schränkt er ein. Auch ein Reizklima ist wichtig – wie Transparenz: „Jeder Spieler muss wissen, woran er ist“, meint der Trainer mit dem eigenen Stil.

Der Trainer-Stil passt sehr gut ins Anforderungsprofil des FC Augsburg.

Zu seinen Vorbildern zählt er zwei Ex-Dortmunder Trainer: Jürgen Klopp („Weil er alle mitreißt“) und Lucien Favre („Seine Mannschaften spielen sehr organisiert“). Nachdem Maaßen im Juli 2020 zu BVB U23 gewechselt war, erlebte er den Cheftrainer Favre noch bis Dezember 2020. Dann wurde Favre entlassen.

Maaßen hingegen wird nun den nächsten Karriereschritt machen und mit dem FC Augsburg in der Bundesliga spielen. Es ist die zwölfte Saison für den FCA und die erste für Maaßen.

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