Wünsche fürs neue Jahr? Augsburgs Oberbürgermeisterin hat nur einen: Schluss mit der Pandemie! Dennoch blickt Eva Weber beim AJ-Neujahrsgespräch mit Anja Marks-Schilffarth auch positiv in die Zukunft.

AUGSBURG JOURNAL: Der Start ins Jahr 2022 ist für Sie als Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg auch der Start ins dritte Pandemie-Jahr. Zermürbt Sie das oder überwiegt die Zuversicht?
OB Eva Weber: Es ist ja nicht nur für mich das dritte Jahr der Pandemie, sondern für uns alle. Wir alle haben mit entsprechenden Herausforderungen zu kämpfen, egal ob man beispielsweise im Universitätsklinikum, in der Kita oder in der Schule arbeitet. Auch für Familien ist es eine Belastung wie auch für viele Ältere, die einsam sind. Wir alle wünschen uns das Ende der Pandemie herbei – insofern geht‘s mir nicht anders als den meisten Augsburgerinnen und Augsburgern.

AJ: Woran erinnern Sie sich gern im vergangenen Jahr, was würden Sie am liebsten vergessen?
Weber: Natürlich gibt es viele Sachen, an die ich mich nicht so gerne erinnere. Dinge aus dem Gedächtnis zu streichen und zu vergessen wäre meines Erachtens jedoch die falsche Herangehensweise. Meist handelt es sich ja um schwierige Situationen, an denen man aber auch wächst. Nicht schön war im letzten Jahr zum Beispiel die Krawallnacht in der Maximilianstraße – oder der Brand in der Karolinenstraße. Was mich am meisten beschäftigt hat – und mir immer noch sehr nahe geht – ist der Tod eines kleinen Mädchens aufgrund des Baumsturzes auf einem Spielplatz in Oberhausen. Gleichzeitig gibt es aber auch schöne Erinnerungen, bei denen ich die Stadt spüren konnte – trotz der Pandemie. Eine tolle Begegnung hatte ich zum Beispiel mit dem Ulrichsviertel-Verein, dessen Mitglieder mir in einem sieben-strophigen Gstanzl vorgesungen haben, was sie gerne verbessert hätten. Schöner kann man Kritik eigentlich gar nicht äußern!

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AJ: Nach langer Zeit der unterschiedlichsten Erfahrungen mit der Pandemie – was wünschen Sie sich am sehnlichsten fürs neue Jahr und darüber hinaus?
Weber: Wenn ich einen Wunsch für 2022 frei hätte, dann wäre es definitiv das Ende der Pandemie. Dieser Einschnitt in unser Leben, den wir uns niemals hätten vorstellen können. Laufend muss man darauf achten, welche Restriktionen gerade gelten, wo man besonders aufpassen muss, wie viele Kontakte erlaubt sind – oder einfach nur, dass man auch immer die Maske dabeihat. Dass das vorbei ist, das ist mein großer Wunsch.
AJ: Blicken wir noch einmal zurück auf 2021: Nach einem holprigen Corona-Start folgte im Frühjahr/Sommer eine vermeintlich entspannte Pandemie-Lage, in der sich unser Leben fast „wie früher“ anfühlte. Dann überschattete irgendwann der Bundestagswahlkampf alles, in dem eine Zeitlang unser Ministerpräsident Markus Söder sogar als potenzieller Kanzlerkandidat gehandelt wurde. Hatten Sie sich schon auf einen bayerischen Bundeskanzler gefreut?
Weber: Ich arbeite mit Markus Söder als Ministerpräsident gut zusammen – und genauso gut hätte ich wahrscheinlich auch mit ihm als Bundeskanzler zusammengearbeitet, weil es mir ja immer in erster Linie um unsere Stadt geht. Das ist mein Job und entsprechend versuche ich natürlich auch immer die Zusammenarbeit von meiner Seite aus zu gestalten.

AJ: Als Oberbürgermeisterin der CSU sind Sie dennoch auch Vertreterin Ihrer Partei. Gibt’s da gelegentlich Interessenkonflikte zwischen den Befindlichkeiten der großen Politik und dem Wohl der Stadt?
Weber: Ich bin Oberbürgermeisterin von Augsburg und als gewähltes Stadtoberhaupt geht es mir vor allem erstmal darum, dass es der Stadt und den Menschen hier gutgeht, dass sie Augsburg auch als Stadt der Chancen wahrnehmen, dass sie ihr Leben gut gestalten können, dass unsere Infrastruktur funktioniert. In zweiter Linie bin ich dann eben auch CSU-Mitglied, aber das ist nicht vorherrschend – auch nicht während eines Bundestagswahlkampfs.

 

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