Dr. Walter Eschle, ehemaliger Sparkassen-Vorstand, durchquerte mit
drei Freunden Usbekistan und feierte im sagenumwobenen Samarkand

Walter Eschle auf Tour in Tausend-und-eine-Nacht bei einer Ruhepause in einem Seitenteil der Festung von Alexander dem Großen.

Einen Monat lang ging Dr. Walter Eschle, ehemaliger Vorstand der Augsburger Stadtsparkasse, auf eine Reise, von der seit Jugendtagen viele tausend Karl-May-Leser träumen. Auf dem Programm stand die zweite Etappe einer gewaltigen Radtour durch Zentralasien. Diesmal war der Start in der usbekischen Hauptstadt Taschkent, nachdem Walter Eschle und seine drei Freunde bereits 2018 den ersten Teil der Etappe durch die Türkei über das auf der östlichen Seite des Schwarzen Meeres gelegene georgische Batumi absolviert hatten.
Sonnengebräunt und wohlbehalten zurückgekehrt, berichtet Walter Eschle im AUGSBURG JOURNAL-Interview über seine Motivation fürs Marathon-Radfahren und die Highlights seiner ungewöhnlichen Traum-Erfüllung, einmal über Karawanenwege und Seidenstraße die Mythen der sagenumwobenen Stadt Samarkand zu erleben.

Im Basar von Samarkand.

AUGSBURG JOURNAL: Spitzen-Banker verbringen ihre Freizeit meist mit Golfen, Reiten, Tennis. Wie kamen Sie auf die Idee, in drei Wochen 1.400 Kilometer durch Zentralasien zu radeln?
Walter Eschle: Schon als Bub haben mich neben Karl May die Bücher von Marco Polo fasziniert. Und ich habe mir damals vorgenommen, wenn du mal erwachsen bist und es dir leisten kannst, dann gehst du auf Spurensuche. Das mache ich jetzt im Ruhestand und bin sehr glücklich darüber, dass meine Gesundheit dies alles zulässt.
AJ: Begleitet wurden Sie von drei Freunden…
Eschle: …ja, wir drei sind alle positiv verrückt. Ich bin Jahrgang 1956, die andern drei fast im gleichen Alter, mit verschiedenen beruflichen Karrieren als EU-Sicherheitsberater, Unternehmer und Tierarzt. Wir trainieren das ganze Jahr. Mit meinen drei Rädern – Rennrad, Mountainbike und Citybike – bin ich rund 4000 Kilometer im Jahr auf der Strecke. Wir radeln traditionsbewusst, natürlich ohne E-Bike-Ausstattung.
AJ: Einer der Höhepunkte Ihrer Usbekistan-Tour war der Besuch der wunderbaren Wüsten- und Lehmstadt Chiwa, einer von vier Städten in Usbekistan, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen und deren Geschichte bis ins zweite Jahrhundert zurückreicht. Wie verständigt man sich da?
Eschle: Wir hatten einen usbekischen Führer, der Englisch sprach. Ohne solche Unterstützung geht es nicht. Wir haben ja auch immer bei usbekischen Familien übernachtet. Sehr nette Menschen. Gegessen und geschlafen wurde auf dem Boden. Und in der Wüste erlebten wir gewaltige Temperaturunterschiede. Tagsüber starke Hitze, nachts bitterkalt.
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