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Totgeweihte Bäume fallen

Eschentriebsterben führt zu Baumfällungen an der Wertach in Inningen

Sie sind dem Tode geweiht oder bereits einem heimtückischen Feind zum Opfer gefallen. Die Rede ist von Bäumen, die überall in Augsburg und der Region vom sogenannten Eschentriebsterben betroffen sind. Eine Erkrankung, die aus dem asiatischen Raum eingeschleppt wurde und nun den namensgebenden Eschen den Garaus macht. Das Eschentriebsterben breitet sich dabei immer weiter aus und macht den Forstwirten zunehmend zu schaffen.
Was in den Baumkronen beginnt, arbeitet sich nach und nach bis in den Stamm vor und führt dazu, dass die Bäume plötzlich umstürzen können. Um diese Gefahr zu bannen, hat die Stadt nun angekündigt, Eschen „aus Gründen der Verkehrssicherung“ zu fällen. Direkt nach Pfingsten sollen etliche infizierte Bäume fallen.
In der Mitteilung der Forstverwaltung heißt es konkret: „Anfang der kommenden Woche müssen im Bereich Inningen entlang der Wertach einige abgestorbene Eschen gefällt werden.“ Auch sie seien Opfer des genannten Eschentriebsterbens. „Es handelt sich dabei um eine weit verbreitete Pilzerkrankung, die Eschen in Kombination mit weiteren Sekundärschädlingen, wie Wurzelfäule oder dem Eschenbastkäfer, zum Absterben bringt“, erklärt die Stadt. Der Befall durch den Pilz sei derzeit gut in der Natur zu erkennen. „Während die Eschenblätter bereits sichtbar sind, sind die Kronen noch licht genug, um zu erkennen, ob der Laubaustritt an einigen Trieben ausbleibe“, wird ein erstes Anzeichen beschrieben.Baum
Weitere Erkennungszeichen an befallenen Bäumen seien Rindenverfärbungen, welke Blätter und abgestorbene Äste. „Bei fortschreitendem Befall sind die Bäume kahl und können unvermittelt umfallen“, beschreibt die Forstverwaltung das Gefahrenpotential, welches nur durch Baumfällungen entschärft werden kann.
Die Prognose für den Gesamtbestand an Eschen in Augsburgs Wäldern ist dabei düster. Aktuell sei damit zu rechnen, dass nur fünf Prozent der Eschen eine Resistenz gegen den Schädling aufbauen können. Wie schnell die Infektion und der damit verbundene schleichende Tod voranschreitet, sei aktuell noch nicht bekannt. Bisherige Erkenntnisse würden jedoch darauf schließen lassen, dass es – aus Sicht einer normalen Baumlebenszeit – schnell geht.
Da die Äste der kranken Eschen leicht brechen würden und auch bei der Fällung weit umherfliegen, unterstützen Maschinen die Forstwirte bei der laut Stadt „gefährlichen Arbeit“. Neben der Sicherheit der Forstwirte und der Bevölkerung werde aber auch Rücksicht auf die Tierwelt genommen. Insbesondere achte man auf Höhlen und Nester der vierbeinigen oder geflügelten Nachbarn.
Um Spaziergänger, Radler und Co. zu schützen, werden „im Rahmen der Maßnahme kurzzeitig Wege gesperrt“. Die Forstverwaltung bittet alle Besucherinnen und Besucher des Waldes, die Wegesperrungen zu beachten, sich von Maschinen, Arbeiten und Holzstößen fern zu halten sowie den Anweisungen der Forstwirte unbedingt Folge zu leisten.

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