Tief drin im Abstiegskampf

FCA: Klassenunterschied bei der 1:5-Niederlage gegen starke Leverkusener

Man kann Spiele verlieren, aber nicht so wie heute“, brachte Arne Maier den indiskutablen Auftritt des FC Augsburg bei Bayer Leverkusen kurz nach Schlusspfiff treffend auf den Punkt. In der Tat erwischte die Mannschaft von Markus Weinzierl einen komplett gebrauchten Tag und schaffte es nicht, den in allen Belangen cleverer und schneller agierenden Leverkusenern genügend entgegenzusetzen. Dies zeichnete sich bereits früh in der ersten Halbzeit ab.
Alles unter Kontrolle, so könnte man die erste Halbzeit kurz und knapp beschreiben – leider traf das nur auf die Werkself zu. Diese erwischte einen guten Start in die Partie und erzielte nach einer flachen Hereingabe von Mitchell Bakker durch Karim Bellarabi bereits in der 9. Minute das 1:0.
Die Gäste schüttelten sich kurz und kamen ihrerseits zu einer guten Halbchance, Maiers Schuss innerhalb des Strafraums geriet aber zu schwach und unplatziert und bereitete Lukas Hradecky keine Probleme. Probleme hatte dafür aber die Augsburger Hintermannschaft, die zunächst mit einer Viererkette auflief, Kapitän Jeffrey Gouweleeuw sollte im Mittelfeld für Stabilität sorgen. Ein taktischer Kniff, der komplett misslang, ohne Zugriff im Mittelfeld sowie in der Abwehr kassierte der FCA in der 25. Minute durch Moussa Diaby das 2:0. Patrick Schick und Amine Adli wurden kaum unter Druck gesetzt und konnten in den Lauf des Franzosen spielen, der auch dank eines Stellungsfehlers von Robert Gumny leichtes Spiel hatte.
Danach korrigierte Weinzierl das taktische Missverständnis und zog Gouweleeuw zurück in die letzte Abwehrreihe. Das sorgte zwar für mehr Stabilität, Leverkusen kam vor der Pause dennoch zu ein paar guten Gelegenheiten, während von den Gästen offensiv nichts mehr zu sehen war.
Für die zweite Hälfte brachte Augsburgs Trainer dann Lasse Günther sowie Andi Zeqiri in die Partie, was eine offensivere Ausrichtung bedeutete. Diese hatte die beste Phase der Partie der Augsburger zufolge. Zunächst gab es durch Ricardo Pepi und den dann ebenfalls eingewechselten Florian Niederlechner ein paar gute Möglichkeiten, bevor Arne Maier sein erstes Bundesligator überhaupt (im 91. Anlauf.) per Abstauber markierte (62.).
Wer allerdings dachte, es könnte noch einmal spannend werden, wurde enttäuscht. Keine zwei Minuten später war wieder Diaby zur Stelle, der nach einer starken Parade von Rafal Gikiewicz frei vor dem Tor keine Mühe hatte, den zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen. Dabei blieb es nicht: Diaby kam in der 69. Minute sogar noch zu seinem dritten Treffer des Nachmittags. Einem schnörkellos ausgespielten Konter der Werkself hatten die FCA-Akteure nichts entgegenzusetzen: 4:1.
Das Spiel war entschieden, doch die Torgier der Leverkusener noch nicht gestillt. Der eingewechselte Lucas Alario traf noch äußerst sehenswert zum 5:1 Endstand – einen schönen Chipball von Robert Andrich verwertete er mit der Hacke durch die Beine des FCA-Schlussmanns.
Aus FCA-Sicht gab es nach dem Schlusspfiff quasi nichts Positives mitzunehmen, außer, dass das nächste Spiel erst in zwei Wochen stattfindet und das vor heimischer Kulisse gegen Union Berlin. So sprach Michael Gregoritsch davon, dass „es hintenraus ganz schlecht gelaufen ist“, aber man in der kommenden Pause „alles daran setzen“ werde, stärker zurückzukommen und wieder zu punkten. Das ist auch dringend nötig, denn nach 20 Spieltagen steht der FCA aktuell mit 19 Punkten auf dem Relegationsplatz und befindet sich nach wie vor mitten im Abstiegskampf.

 

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