In dieser Outdoor-Saison steht der Alkoholfrei-Trend in vielen Biergärten im Fokus.
Unbeschwerter Genuss ist Trumpf
Auch in Kühbach trägt man die Rechnung. Brauereichef Umberto Freiherr von Beck-Peccoz: „Wir haben seit fast zwei Jahrzehnten unser `Kühbacher Weizen alkoholfrei´ im Programm, das sich neben dem leichten Weizen immer größerer Beliebtheit erfreut. Ein eigenes alkoholfreies Helles hatten wir bis 2024 nicht, aber in diesem Jahr haben wir die Brauerei Maisach übernommen, die dieses Produkt schon länger als `Maisacher Freibier´ im Programm hatte. Dieses haben wir weitergeführt und höchst erfolgreich in unser Bierangebot integriert. Die alkoholfreien Biere sind hinsichtlich der Verkaufszahlen binnen kürzester Zeit ins Mittelfeld unseres Biersortiments aufgerückt.“
Umberto Freiherr von Beck-Peccoz und Sohn Cedric: Der Null-Promille-Trend zeigt sich nicht nur im Biersortiment, sondern auch in der „Riserva Privata“-Weinauswahl aus dem Keller des Barons von Kühbach.
100 Prozent Geschmack – null Promille!
Der Absatz und die Produktion von alkoholfreiem Bier haben sich in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren laut Statistischem Bundesamt mehr als verdoppelt und sind um über 100 % gestiegen. Während die Brauwirtschaft insgesamt rückläufig ist, hat sich alkoholfreies Bier zu einem der dynamischsten Wachstumsmärkte entwickelt und macht mittlerweile fast ein Zehntel des gesamten Bierabsatzes aus. Auch bei Brauereien in Augsburg und in der Region steht der Null-Promille-Gerstensaft folglich hoch im Kurs. Wir waren bei einigen Meistern des „flüssigen Goldes ohne Nebenwirkungen“ zu Besuch.
Riegele-Chef und Bier-Sommelier-Weltmeister Sebastian Priller-Riegele erklärt, warum die Herstellung von gutem alkoholfreien Bier etwa um 30% aufwendiger ist als das `normale´ Brauen: „Wir erforschen und sammeln seit Jahren eigene Hefestämme – 210 haben wir aktuell bei uns. Ein Cuvée aus drei Suden ergibt dann ein für unsere Ansprüche perfektes Ergebnis. Dazu sind drei Verfahren notwendig: Die Entalkoholisierung, das Brauen eines zweiten Suds mit Spezialhefen – und der dritte Schritt bleibt unser Geheimnis!“ Im Sortiment der Riegele-Alkoholfrei-Biere besonders beliebt ist das IPA Liberis 2+3, das mit leuchtendem Bernstein, cremiger Schaumkrone, intensiven Hopfenaromen und vollmundigem IPA-Geschmack begeistert.
Sebastian Priller-Riegele greift bei Meetings auch mal zur alkoholfreien Alternative als isotonischem Durstlöscher. Er gesteht aber auch: „Der Geschmack ist top – der Spaßfaktor fehlt dann halt etwas.“
Biergartenzeit: „Alkoholfrei ist das neue `cool´“
Alkoholfrei ist das neue Cool: Voller Urtyp-Geschmack bei null Promille“ – so lautet das Motto in der Schlossbrauerei Autenried. Ein bewusster Lebensstil und echter Genuss sind heute kein Widerspruch mehr. Wer sich für alkoholfrei entscheidet, möchte keine Kompromisse machen – weder beim Geschmack noch bei der Qualität. Wie schafft man es, dass ein alkoholfreies Bier seinem Original so verblüffend nahekommt? „Das Geheimnis liegt in der Investition in eine visionäre Entalkoholisierungs-Anlage. Während viele Verfahren auf Hitze setzen, nutzt Autenried die schonende Umkehr-Osmose – zuckerfrei und ohne Erhitzung“, erklärt Braumeister Matthias Hieber.
Foto: Bettina Prestele/Schlossbrauerei Autenried
In der Brauerei Ustersbach war die Entstehung des `Freibierchens´ ebenfalls ein aufwendiger Prozess. Brauereichefin Stephanie Schmid: „Wir haben etliche am Markt befindliche alkoholfreie Biere im Vorfeld getestet. Da war wirklich nichts dabei, was uns geschmeckt hätte. Und dann kam unsere Branchenmesse in Nürnberg, bei der ich am Stand des renommierten Doemens-Instituts die Gelegenheit hatte, alkoholfreie Biere zu verkosten, die mit besonderen Brauhefen hergestellt waren, die von Haus aus keinen Alkohol produzieren, und das schmeckte richtig gut. Ich habe gleich Proben angefordert, wir haben die Hefe in unserer hauseigenen Hefereinzuchtanlage angesetzt und damit unseren ersten Sud hergestellt. Unser `Freibier´ und unser `Kleines Freibierchen´ entwickeln sich prima!
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