Ausgesetzt im Karton: Das Leiden der Corona-Tiere

Dass die Corona-Pandemie für Viele tragische Folgen hat, ist mittlerweile bekannt. Und nicht nur Menschen sind betroffen. Auch in der Tierwelt, oder eher im Markt darum war sie spürbar. Im Gegensatz zu Restaurants, welche plötzlich keine Gäste mehr hatten, war es hier jedoch umgekehrt. Denn allein im Jahr 2020 wurden rund 25 Prozent mehr Hunde bei Tasso Deutschland registriert als im Vorjahr. Vollkommen klar: Die Menschen haben Zeit und sind isoliert, ein Vierbeiniger Begleiter ist da verlockend. Aber was bedeutet diese Entwicklung für die Fellnasen?

Kisten-Kater Jester und seine Leidensgenossen

Nicht jeder hat sich ausreichend Gedanken gemacht, was ein solcher Mitbewohner tatsächlich bedeutet. Und viele teilten das Schicksal von Kater Jester, welcher in einem Karton vor der Türe des Gut Morhard in Königsbrunn abgestellt wurde. Wie auf Nachfrage das Tierheim Augsburg bestätigt, werden tatsächlich seit den Lockerungen mehr Tiere abgegeben als üblich. „Vor allem die Anzahl der Fundtiere, die nicht mehr abgeholt werden, ist stark angestiegen.“, so Tierheimmitarbeiter Leon Burckgard. Auch der illegale Welpenhandel stieg an. Die hohe Nachfrage hat dafür gesorgt, dass immer mehr Welpen oder auch Kätzchen aus dem Ausland nach Deutschland verkauft werden. So wurden etwa vier Hundewelpen bei einer Verkehrskontrolle auf der A8 bei Augsburg entdeckt. Alle Fellnasen waren deutlich zu jung, um von der Mutter getrennt zu werden und wurden ohne gültige Impfdokumente von Bulgarien nach Deutschland importiert, weshalb sie vom Veterinäramt beschlagnahmt wurden. Glücklicherweise konnten die vier jedoch nach einiger Zeit in Quarantäne in ihr neues Zuhause ziehen.

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Aber die Pandemie hatte auch positives. Viele Tiere fanden während des Lockdowns ein neues Zuhause. Die Warteschlangen bei Hunde- und Katzenzüchtern waren lang und gerade viele Tierheimbewohner bekamen neue Herrchen und Frauchen. Und auch in der Erziehung macht sich das heute bemerkbar. „Das ist die willkommenste Abwechslung, die wir als Hundetrainer haben können“, so Markus Ziegler, Leiter der Augsburger Hundeschule. „Die Leute waren in Kurzarbeit oder im Homeoffice und konnten nicht raus, also blieb extrem viel Zeit für die Welpen-Erziehung.“

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