Denkmalschutz contra Model Hannah

Sportkind: Das sagt eines der Models über die Monitor-Debatte

In diesem Fall schlägt der Denkmalschutz über das Ziel hinaus“, sagt Hannah Lutzenberger. Es geht um die Debatte zu den beiden Monitoren im Schaufenster des neuen Sportbekleidungsgeschäftes Sportkind am Rathausplatz. Und damit auch um Lutzenberger selbst. Denn die 24-Jährige ist eines der Models, das abwechselnd auf den Werbetafeln zu sehen sind.
Es ist ein Streitthema, bei dem es eigentlich um etwas ganz Banales geht, entfacht zu einer Diskussion aus Prinzipien. Denn der Bauausschuss der Stadt Augsburg sieht die beiden Werbe-Monitore des Geschäftes als Verstoß gegen das Denkmalschutzgesetz, unter welchem das Gebäude steht. Die beiden Sportkind-Geschäftsführerinnen, Gabi Windisch und Nadine Lux, zeigen dafür kein Verständnis. Auch Kompromissvorschläge von der Stadt weisen sie ab und drohen stattdessen mit Schließung des gerade erst eröffneten Ladens.
„Man muss das Ganze differenziert sehen“, so Lutzenberger. Denkmalschutz sei in einer Stadt wie Augsburg zwar wichtig, er dürfe aber in keinem Fall die Interessen der Stadt und ihrer Unternehmen beeinträchtigen. Bereits seit mehr als fünf Jahren arbeitet Lutzenberger bei Sportkind und hat dort unterschiedlichste Aufgaben übernommen. So war sie beim ersten Shooting für den Onlineshop dabei und folglich auch beim Modeljob für die Monitore. Und auch wenn sie momentan für ihr Masterstudium in Historischen Wissenschaften ein Praktikum bei BMW in München macht, steht sie zum bisherigen Arbeitgeber.
Die Augsburgerin verdeutlicht, dass es sich bei den Monitoren ja nicht um blinkende Neon-Schilder handle, sondern lediglich um eine moderne Art zu werben. Die Bilder zeigen in schlichten Farben Models in Sportkleidung des Unternehmens. In gleichmäßigen Abständen wechseln die Bilder. Demnach gäbe es auch keinen Störfaktor für Passanten, erklärt Lutzenberger. Zu der drohenden Schließung hat die junge Frau eine feste Meinung: „Ich finde es super-schade, auch als Geschichtsstudentin, dass die Stadt ihre Ressourcen für ein solches Problem verschwendet.“ Generell sei es mittlerweile, auch durch die öffentliche Meinungskundgebung von OB Eva Weber – sie steht zu Sportkind –ein schwieriges Thema.
Trotzdem ist sie sich sicher, eine Schließung eines derart bekannten Augsburger Unternehmens wäre für die Stadt ein Armutszeugnis und ein absoluter PR-Gau.

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