Zwei Corona-Jahre prägen die Zeit – speziell auch die Wirtschaft in Augsburg und Region. Zu den schon traditionellen Aus- und Rückblicken zum Jahreswechsel von Vertretern der Kammern, aus Handel und Tourismus, aus Gewerkschaftssicht sowie von der Arbeitsagentur und vom Wirtschaftsreferenten haben wir weitere Unternehmer*innen befragt, deren Ansichten sich ebenfalls auf den kommenden Seiten niederschlagen.

Einzelhandelsverband
Andreas Gärtner

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Das Jahr 2021 brachte extreme Herausforderungen für den Handel. Während zum Jahresbeginn in weiten Teilen des Handels durch den Lockdown ohne mittelfristige Öffnungsperspektive sowohl bei Mitarbeitern als auch den Unternehmern teils tiefe Depression und Existenzangst herrschte, mussten die Beschäftigten im Lebensmittelhandel oftmals an die Belastungsgrenze gehen, um die Versorgung sicherzustellen. Große Gewinner der ersten Jahreshälfte waren jedoch die Handelsplattformen wie Amazon, Zalando, etc.

Erst nach dem vollständigen Wegfall der Einschränkungen im Juli kamen das „Leben“ und die Umsätze in die Geschäfte zurück. In vielen Handelsbereichen wurden aber auch im Sommer die Zahlen aus 2019 nicht erreicht. Verlorene Umsätze aus der Zeit der Einschränkungen blieben in der Regel verloren. Trotzdem überwog bis Anfang November noch die Zuversicht auf ein gutes Weihnachtsgeschäft und vor allem die Hoffnung auf 2022.
Und dann? Der Wegfall fast aller Beschränkungen und eine enttäuschende Impfquote? Das kann kein gutes Ende nehmen? Bauchgefühl und gesunder Menschenverstand haben uns bereits im Sommer vor der explosionsartig ausbreitenden vierten Welle gewarnt. Aber auch der Handel wollte im Vertrauen auf die Bundes- und Landesregierung glauben, „dass schon alles gut geht“.
Es bleibt die Hoffnung auf 2022.

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