So rettet der Titania-Chef trotz Energiekrise unseren Badespaß

Kinder müssen Schwimmen lernen und gerade in diesen kalten und düsteren Zeiten sind Wärme und Entspannung wichtig. Das hat der Neusäßer Bürgermeister Richard Greiner erkannt und so investiert seine Stadt über eine halbe Million Euro um die Tore der Therme Titania trotz der anhalten Energiekrise offen zu halten.

„Wenn es vertretbar ist, darf man den Mut haben den Titania-Betrieb aufrecht zu erhalten“, so Greiner zur Freude von Thermen-Chef Thomas Meier. Die etlichen hundert Badefans, die das Spaß- und Erlebnisbad täglich besuchen, dürften ebenfalls enorm dankbar sein. Aufatmen können auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Titania. Bei einer Schließung hätten sie vermutlich ihren Job verloren, den Kurzarbeitergeld wie beim pandemiebedingten Lockdown zahlt der Staat bei Gaspreis-bedingten Schwimmbadschließungen nicht.

Doch nicht nur die Gäste und das eigene Team hatten die Verantwortlichen im Blick: „Wenn das Titania geschlossen würde, müsste das Bad dennoch in einer Art Notbetrieb weiterlaufen, um Gebäudeschäden vorzubeugen und einen gewissen Hygienestandard aufrechtzuerhalten“, so. Auch ein solcher „Standby-Modus“ würde enorm viel Gas verbrauchen, während zeitgleich die Einnahmen versiegen würden.

Um über den Winter zu kommen, müssen jedoch neben den 500.000 bis 600.000 Euro an Zuschüssen noch weitere Maßnahmen folgen, erklärt Meier. Zur weiteren Reduzierung des Energieverbrauchs wird die Temperatur des Sportbecken auf 25°C gesenkt und auch im Spaß-Becken wird es ein wenig kälter. Die Wasserattraktionen und die Duschwasserintervalle sollen verkürzt werden. Einen Wermutstropfen für die Sauna-Gänger, die gasbetriebenen Kiva-Sauna wurde bereits abgeschaltet. Die beliebte Schärensauna hingegen bleibt im Betrieb, allerdings wird sie unter der Woche erst ab 12.30 Uhr geöffnet.

Ergänzend sind auch bauliche Veränderungen geplant, so sollen die Becken im Außenbereich eine Abdeckung bekommen, damit das Wasser in der Nacht nicht auskühlt. Zudem würden die Nutzungsmöglichkeiten alternativer Energiequellen geprüft. mk

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