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Montag, 01. Juni 2026

Sie steuern die Stadt: Rathaus-Kooperation verständigt sich auf acht Referenten

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Rund 7500 Mitarbeitende gibt es bei der Stadt Augsburg – klare Sache, dass sich um deren Beschäftigung nicht ein Bürgermeister allein kümmern kann. Für einen reibungslosen Ablauf sorgen zahlreiche Beschäftigte, deren Zuständigkeit in Referate eingeteilt ist. Acht solche Referate mit ihren speziellen Zuschnitten hat sich die neue Augsburger Stadtregierung aus SPD, CSU, Freien Wählern und Gen Aux gegeben, jedem steht mehr oder weniger bald ein Referent voran.

Referat 1

Erstes städtisches Referat ist jenes von Oberbürgermeister Florian Freund (SPD, 47). Hauptverwaltung, Presse und Kommunikation, Rechtswesen, Organisationsmanagement und Digitalisierung, Personal, Internationales, Europaangelegenheiten, Städtepartnerschaften und -patenschaften, Interkommunale Zusammenarbeit, Prüfungswesen, Wirtschaftsförderung, Smart City, Beteiligungsmanagement, Stadtmarkt, Augsburg Marketing – nichts weniger als all dies läuft bei dem studierten Volkswirtschaftler zusammen. Vor allem für den Bereich der Wirtschaftsförderung, den sich Freund zusätzlich auf seinen Tisch geholt hat, ist vorgesehen, einen zusätzlichen Stadtdirektor zu installieren.

OB Florian Freund

Referat 2

„Referat für Soziales und Sport“ nennt sich der Aufgabenbereich für Referent und zweiten Bürgermeister Dirk Wurm (SPD, 46). Wobei sich vor allem der Bereich Soziales weiter auffächert in die Themenfelder Familie, Jugend, Senioren, Menschen mit Behinderung, Wohnen, sozialer Wohnungsbau und Quartiersmanagement. Manch eines der Themen dürfte Diplom-Politologe Wurm noch kennen aus seiner Tätigkeit als Referent für Ordnung, Gesundheit und Sport, welches er bereits in den Jahren 2014 bis 2020 unter OB Kurt Gribl innehatte. Wurm wohnt mit seiner Ehefrau und drei Kindern in Pfersee.
Sowohl Florian Freund als auch Dirk Wurm übernehmen Aufgaben berufsmäßiger Stadträte, bleiben aber – anders als die anderen Refernten, soweit sie auch ein Stadtratsmandat haben – -dennoch Stadtratsmitglieder mit Stimmrecht. Die in den Stadtrat gewählten Tatjana Dörfler und Frank Pintsch übernehmen oder behalten ihre Posten als berufsmäßige städtische Referenten, geben dafür aber ihre Stadtratsmandate an Nachrücker weiter.

Referat 3

Kein Thema war dies bei Roland Barth. Der 59-jährige Finanzexperte, der seit rund 40 Jahren in Diensten seiner Heimatstadt steht, wurde von der CSU-Fraktion erneut für das Amt des Finanzreferenten vorgeschlagen, das er schon in den vergangenen sechs Jahren bekleidete. Es mag als Beleg für seine Expertise gesehen werden, dass Barth bei der konstituierenden Sitzung keine Gegenkandidaten und mit 52 gültigen Stimmen die meisten aller Referenten erhalten hatte.

Referat 4

Stadtentwicklung, Stadtplanung, Stadtsanierung, Landschaftsplanung und integrierte Grünordnungsplanung, Konversion, Regionalplanung, Mobilität und ÖPNV, Klimaschutz, Geoinformation, Stadtforschung, Statistik und Open Data – all das umfasst das künftige Referat 4 im städtischen Verwaltungsgebäude. Das Vorschlagsrecht für dessen Besetzung hatte die SPD, die beschlossen hat, es per öffentlicher Ausschreibung besetzen zu lassen.

Referat 5

Für die Stadtregierungsregierungs-Kooperation war klar: Tatjana Dörfler (50), SPD-Politikerin, Juristin, Mutter dreier Kinder, wird neue Referentin für Bildung und Kultur (und Schulen, Kindertagesbetreuung, Kommunale Bildungsplanung, Ausbildung, Erwachsenenbildung, Stadtbücherei, Kulturelle Bildung, Jugendkultur, kulturelle Festivals, Bühnen, Kunstsammlungen und Museen, Archäologie, Welterbe). Dann aber musste sie sich ihres Amtsvorgängers Jürgen Enninger (Grüne) als Gegenkandidat erwehren, was mit 34 gegenüber 21 Simmen gelang. Dörfler wurde bekannt als Rektorin der Hochschule Augsburg, von wo sie begleitet von Misstönen zuletzt am Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst arbeitete.

Referat 6

Gesundheit, Pflege und Pflegeplanung, Heimaufsicht, Gesellschaft, Bürgerinnen- und Bürgerangelegenheiten, Integration und Migration, Frieden, Erinnerungskultur, Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Brauchtumspflege, Stiftungen, Nachhaltigkeit – all dies ist unter dem Dach des Referats 6 vereint. Auf Vorschlag der CSU wurde hierfür Martin Schenkelberg zum Referenten ernannt, der in ähnlicher Position nach einer Ausschreibung schon der vergangenen Stadtregierung angehörte. Schenkelberg (47) ist Jurist und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern bei Bamberg, er wird weiterhin nach Augsburg zur Arbeit „pendeln.“

Referat 7

Bau-/Projektmanagement, Liegenschaften, Bildungsimmobilien, Bauordnung, Denkmalschutz, Hochbau, Tiefbau, Stadtentwässerung und Vergabewesen umfasst der neue Zuschnitt des Referats 7. Personell gibt es hier keine Veränderung, da Referent Steffen Kercher (51, parteilos) erst vor drei Jahren als Nachfolger von Gerd Merkle ins Amt kam und noch drei Jahre Vertrag hat.

Referat 8

Geradezu ein Potpourri an Aufgaben vereint das Referat 8, von Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, Brand- und Bevölkerungsschutz, Hilfsorganisationen und Rettungsdiensten, Sicherheit und Ordnung, Öffentlicher Raum, Forsten, Fischerei und Jagdwesen, Friedhofs- und Bestattungswesen, Öffentliches Grün, Naturschutz und Umwelt, Kommunale Prävention, Mediation, Konfliktbewältigung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen bis hin zur Informationstechnik. Als Referent in diesem Aufgabenbereich wurde der Gögginger Frank Pintsch (CSU, 45) bestätigt. Auch Pintsch ist Jurist, der Vater zweier Kinder war einst Chorsänger bei den Augsburger Domsingknaben – wo man sich mit Potpourris auskennt.

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