Null Prozent Regenwahrscheinlichkeit sagt der Wetterbericht für Augsburg für das kommende Wochenende voraus. Das heißt für viele: Ab in die Natur! Ob am See oder im Wald: Die Sonne genießen kann durch unachtsames Verhalten in Brandgefahr umschlagen.
Erst für vergangene Woche warnten die Forstverwaltung und die Stadt Augsburg, dass die Waldbrandgefahr in unserer Stadt steige. Für einzelne Tage rief der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes die Gefahrenstufen 4 von 5 und sogar die höchste Warnstufe 5 von 5 aus. Beim Kloster Oberschönenfeld und am Waldrand nördlich von Welden brannte es erst vor wenigen Tagen.
Was kann der Einzelne tun, um die Waldbrandgefahr einzudämmen? Augsburgs alter und neuer Ordnungsreferent Frank Pintsch appelliert an die Bürger, „Grillverbote einzuhalten und im Wald nicht zu rauchen. Im Stadtwald Augsburg ist Grillen und offenes Feuer ganzjährig verboten. Von März bis Oktober darf im Wald nicht geraucht werden.“ Auch in Parks, an Lech und Wertach gelte ganzjährig ein Grillverbot.
Gegrillt werden dürfe nur auf den öffentlichen Grillplätzen der Stadt Augsburg. Die findet man unter www.augsburg.de/grillen. Die Grillplätze befänden sich zum Beispiel am Autobahnsee, im Siebentischwald oder am Südufer des Kuhsees. „Wer wild grillt, zahlt ein Bußgeld von 55 Euro. Der Ordnungsdienst kontrolliert, ob Grillverbote eingehalten werden. Mein Appell: Vermeiden wir jedes Risiko!“, so Pintsch.
Andere Hinweise hat man schon oft gehört: „Keine Zigaretten oder andere brennende Gegenstände in die Natur oder aus dem Auto werfen. Ein Böschungs- oder Flächenbrand ist schneller entfacht, als man denkt.“ Andere muss man sich vielleicht wieder ins Gedächtnis rufen: „Autos und Motorroller bitte nicht auf trockenen Grasflächen abstellen. Das gilt insbesondere in der Nähe von Wäldern. Heiße Katalysatoren und Abgasanlagen können Feuer entfachen“, erklärt Pintsch. Und: „Fahrzeuge bitte immer so abstellen, dass Betriebs-, Rettungs- und Löschfahrzeuge nicht behindert werden.“
Ein weiterer Ratschlag: Die Vor-Ort-Warnungen der Behörden verfolgen, wie Warnstufen, evakuierte Gebiete und Verhaltenshinweise im Falle eines Brandes. Dabei ginge es „um die eigene Sicherheit, die Sicherheit der Gemeinschaft und die Sicherheit der Rettungskräfte“. Und: „Lieber einmal zu oft die Feuerwehr rufen als einmal zu wenig.“ Dann könnten Brände nicht eskalieren.
Herrenloses Lagefeuer? Reicht für 112
Und wenn man selbst vor einem Waldbrand steht? „Den Notruf wählen: 112!“, sagt Pintsch. „Das gilt übrigens auch bei Qualm oder herrenlosen Lagerfeuern.“
Doch wie hoch ist die Waldbrandgefahr bei uns wirklich? Pintsch ordnet ein: „Seit dem Jahr 2020 sind zwei kleinere Waldbrände, zwei kleinere Flächenbrände auf Grasflächen sowie ein brennender hohler Baumstamm aufgetreten. Der große Feldbrand am 21.07.2022 in der Mühlhauser Straße ist vielleicht noch in Erinnerung. Hier war auf einem Getreidefeld auf einer Fläche von ca. 10 Fußballfeldern ein Feuer ausgebrochen. Circa 70 Feuerwehrkräfte waren mit 14 Fahrzeugen im Einsatz und konnten das Feuer unter Kontrolle bringen. Das war ein großer und spektakulärer Einsatz, stellte aber glücklicherweise einen Einzelfall bzw. eine Ausnahme dar.“
Außerdem versuche die Stadt, Waldbränden auf unterschiedlichen Wegen vorzubeugen – dazu gehörten auch „große Waldungen“ außerhalb des Stadtgebiets, die von Augsburg ebenfalls bewirtschaftet werden.
Einer dieser Wege: Kommunikation. „Nahezu alle Waldbrände in Deutschland entstehen durch den Menschen. Insoweit ist es wichtig, die Bevölkerung über die Waldbrandgefahrensituation zu informieren und zu sensibilisieren. Dies geschieht über alle möglichen Kommunikationsmöglichkeiten“, so Pintsch.
Waldbrand-Gefahr: Lagerfeuer, Grillen oder Zigarettenrauchen sind in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober im Wald verboten
Außerdem: „Einhaltung der Gesetze“, damit meint Pintsch: „dass offenes Feuer, also Lagerfeuer, Grillen oder Zigarettenrauchen in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober im Wald verboten ist (Art. 17 BayWaldG). Die Einhaltung dieses Gebots wird von uns stark überwacht.“
Weg drei: den Wald gezielt bauen. „Wo möglich, versucht die städtische Forstverwaltung über die praktizierte, naturnahe Waldbewirtschaftung gestufte und laubholzreiche Bestände zu ‚erziehen‘.“ Laubbäume seien weniger feuergefährdet. Sie verwende bei Neupflanzungen unterschiedliche Laubbaumarten, so „dass horizontal mehrere Baumschichten im Waldbestand existieren. Eine Unterschicht durch jüngere Bäume, eine mittlere Bestandsschicht und darüber die Oberschicht. So werden Luftbewegungen beruhigt und abgehalten sowie der Waldboden beschattet.“ Der Wald werde weniger trocken und bleibe kühler.
Weg vier: Frühwarnsysteme, wie „spezielle Wettervorhersagen und Warnungen vor erhöhter Trockenheit oder auch Luftbeobachtungen.“
Und wenn es doch brennt – Pintsch führt hier auch „extreme Wetterbedingungen wie starke Winde, anhaltende Dürreperioden oder unvorhersehbare Blitzschläge“ an – gibt es immer noch die Berufsfeuerwehr. Durch „ausreichend Personal, Ausrüstung und Löschmittel sowie die Erstellung von Einsatzplänen für verschiedene Szenarien“ sollen sie ebenso für den Ernstfall bereit sein wie durch regelmäßige Übungen und Schulungen. Daneben seien die Freiwilligen Feuerwehren „ein starker und verlässlicher Partner“ der Berufsfeuerwehr.
Fünf häufige Fehler beim Grillen – Lustiges Video der Berufsfeuerwehr hilft:
Damit Friedhelm Bechtel und seine Kollegen von der Berufsfeuerwehr Augsburg nicht zu oft ausrücken müssen, gibt er online Tipps, wie die Glut im Grill bleibt – und zwar nur dort: Berufsfeuerwehr Augsburg zeigt: 5 häufige Fehler beim Grillen
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